Jahresrückblick 2017: Emilia!

Gefühlt hat das Jahr gerade erst angefangen, doch nun neigt sich 2017 schon wieder dem Ende zu und es wird Zeit, ein wenig zurück zu blicken. Für mich persönlich war es ein sehr spannendes und ereignisreiches Jahr: Einstieg bei minutenmusik, Abitur, Anfang meines Auslandsjahres in Spanien, und noch so einiges mehr hat mich dieses Jahr auf Trab gehalten. Aber auch musikalisch ist natürlich so einiges passiert: Lang erwartete Alben der Lieblingskünstler, großartige Konzerte, kleine Überraschungen, viele Neuentdeckungen, aber auch die eine oder andere Enttäuschung. So gab es viel verschiedene Musik, die mich auf die eine oder andere Weise in diesem Jahr begleitet hat und einen kleinen Teil davon möchte ich euch hier in meinem ganz persönlichen musikalischen Jahresrückblick vorstellen. Den Anfang machen hier meine Top 10 Alben 2017:

Platz 10: Portugal. The Man – Woodstock

Portugal. The Man - Woodstock

Mit “Feel it still” haben die Jungs von Portugal. The Man diesen Sommer einen absoluten Hit gelandet, der auf sämtlichen Radiosendern, in Discos und sogar in einem TV-Werbespot rauf und runter lief. Aber „Woodstock“ hat noch so einiges mehr zu bieten: Poppiger Indie-Rock (oder rockiger Indie-Pop?) mit vielen elektronischen Anleihen und cleveren Texten. Dafür hat sich das lange Warten auf ein neues Album definitiv gelohnt!

Platz 9: Maximo Park – Risk to Exist

Mit ihrer neuen Platte zeigten Maximo Park dieses Jahr, dass sie es einfach immer noch können. Auch wenn sie sich in den letzten Jahren zwar immer mehr vom Indie-Rock in Richtung Alternative-Pop entwickelt haben, liefern sie mit „Risk to Exist“ ein ordentliches Album ab, das von allem etwas hat und auch gar keine Genre-Zuordnung braucht, um gut zu sein.

Platz 8: Casper – Lang lebe der Tod

Casper - Lang Lebe Der Tod

Die neue Casper-Platte war wohl eines der am meisten erwarteten Alben des Jahres. Erst den Release auf unbestimmte Zeit verschoben, Tour abgesagt und dann das Werk knapp ein Jahr nach ursprünglichem Erscheinungsdatum veröffentlicht. Und trotz all dem, oder wahrscheinlich auch gerade deswegen, liefert Casper auf „Lang lebe der Tod“ ordentlich ab und zeigt musikalisch mal eine etwas andere Seite von sich.

Platz 7: Zugezogen Maskulin – Alle gegen Alle

Zugezogen Maskulin - Alle Gegen Alle

Gesellschaftskritik im Jahre 2017 ist zwar allgegenwärtig, aber dennoch keine leichte Aufgabe. Die Jungs von Zugezogen Maskulin haben diese jedoch, meiner Meinung nach, in der Deutschrap-Szene mit ihrem neuen Album „Alle gegen Alle“ sehr souverän gelöst. Mit intelligenten Texten und gewohnt selbstironisch nehmen sie so ziemlich alles und jeden auf die Schippe, werden gleichzeitig aber zwischen den Zeilen auch tiefgründig und regen zum Nachdenken an. Beats und Rap machen das Gesamtpaket letztendlich perfekt: Bitte mehr davon!

Platz 6: Walk the Moon – What if Nothing

Von allem ein bisschen: So oder so ähnlich könnte man wohl das aktuelle Album “What if Nothing” von Walk the Moon beschreiben, denn neben ihrem „Heimat-Genre“, dem Indie, vereinen die Amerikaner hier auch noch unzählige andere Genres, wie zum Beispiel Rap, Funk oder sogar Progressive Rock in ihren Songs. Und diese Kombination kann sich eindeutig sehen und hören lassen, für mich eine der besten Indie-Platten des Jahres!

Platz 5: Gerard – AAA

Für den österreichischen Rapper Gerard war 2017 wohl das spannendste Jahr seiner Karriere: Nicht nur hat er sein eigenes Label „futuresfuture“ gegründet, sondern auf ebendiesem Label auch gleich noch sein drittes Studioalbum „AAA“ veröffentlicht. Dieses punktet vor allem mit treibenden Beats und treffenden Texten, die in einer Deutschrap-Szene geprägt von den Rins und Yung Hurns dieser Welt zwar nicht selbstverständlich, aber umso mehr von Nöten sind.

Platz 4: Leslie Clio – Purple

Mit „Purple“ brachte die junge Hamburgerin Leslie Clio dieses Jahr ihr bereits drittes Album heraus, das vom Stil wieder sehr an ihr Debüt „Gladys“ erinnert, das 2013 erschien. Während auf ihrem letzten Album noch fröhliche, leicht kitschige, Heile-Welt-Popsongs überwogen, zeigt sie sich nun wieder etwas ernster und vor allem deutlich selbstbewusster: „Purple“ strotzt nur so vor starkem Pop mit vielen experimentellen Elementen, Features und ausdrucksstarken Texten. Vor allem die Songs „Riot“ und „Aquarius“ haben mich praktisch durch das ganze Jahr hinweg begleitet und tauchten immer wieder in meinen Playlists auf.

Platz 3: Marteria – Roswell

Marteria - Roswell

Mittlerweile zählt Marteria wohl zu den erfolgreichsten Rap-Acts Deutschlands, füllt die großen Hallen und verkauft unzählige Platten. Nach den beiden „Zum Glück in die Zukunft“-Alben und diversen Werken als „Marsimoto“ gab es dieses Jahr mit „Roswell“ auch endlich wieder etwas Neues von ihm auf die Ohren. Mit knalligen Beats, gewohnt eloquenten Texten mit versteckter Message und gut gewählten Feature-Gästen weiß der Rostocker aber natürlich wieder einmal zu überzeugen und landet einen Hit nach dem anderen.

Platz 2: Leoniden – Leoniden

Leoniden - Leoniden

Wohl kaum eine Newcomer-Band wurde dieses Jahr sowohl in unserer Redaktion, als auch allgemein so sehr gehypt wie diese. Mit ihrem gleichnamigen Debüt-Album machte die Kieler Band „Leoniden“ Anfang des Jahres auf sich aufmerksam und lieferte eine amtliche, frische Indie-Rock Platte mit dem gewissen Etwas ab, die bei mir das ganze Jahre über rauf und runter lief.

Platz 1: Kraftklub – Keine Nacht für Niemand

Wer mich kennt, den dürfte es wohl kaum überraschen, dass Kraftklub auf Platz 1 sind, denn diese Band ist seit nunmehr knapp sechs Jahren meine absolute Lieblingsband und auch das eine oder andere Konzert von ihnen habe ich bereits besucht. Dieses Jahr haben sie nach ausgiebigen Touren und einer kurzen Pause endlich ihr drittes Studioalbum „Keine Nacht für Niemand“ veröffentlicht, dass sich zwar sehr von seinen zwei Vorgängern unterscheidet, deshalb aber nicht weniger gut ist: Abwechslungsreich, eingängig und voller guter Songs, von denen mir wirklich jeder gefällt. Das muss ein Album erst einmal schaffen!

 

Und was 2017 musikalisch sonst noch so passiert ist…:

Weitere gute Alben:

Wanda – Niente
Mighty Oaks – Dreamers
Prinz Pi – Nichts war umsonst
Austra – Future Politics
Bilderbuch – Magic Life
Lorde – Melodrama
Mine & Fatoni – Alle Liebe Nachträglich
Antilopen Gang – Anarchie und Alltag
Kettcar – Ich vs. Wir
SXTN – Leben am Limit

Meine Neuentdeckungen des Jahres:

Leoniden
Giant Rooks
Bad Suns

Meine Überraschungen des Jahres:

Haiyti & Die Achse – Jango EP
Sheppard – Undercover EP
Txarango – El Cor de la Terra

Meine Enttäuschungen des Jahres:

Faber – Sei ein Faber im Wind
Cro – tru.
Trailerpark – TP4L

Meine Konzerthighlights des Jahres:

Thees Uhlmann & Kettcar, 15 Jahre Grand Hotel van Cleef – zakk, Düsseldorf
Bosse – Jahrhunderthalle, Bochum
Kevin Devine – Pension Schmidt, Münster

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und auf dass 2018 musikalisch mindestens genau so gut wird wie 2017! Cheers!

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