Jahresrückblick 2017: Marius!

Jahresrückblick Marius

Nachdem man mich schon im Jahr 2016 fragte, ob ich nicht Lust hätte, einen Jahresrückblick beizusteuern, freue ich mich, dies auch in diesem Jahr tun zu dürfen. Wie gehabt als Top Ten, angefangen mit Platz 10. Allerdings, so ging es zumindest mir, fiel es in diesem Jahr schwer, überhaupt erst einmal auf zehn Alben zu kommen, die für eine Top Ten in Frage kommen. Vieles wurde veröffentlicht, wenig blieb hängen, manch gehyptes Album hat sich mir auch einfach nur nicht erschlossen. Bei genauerem Hinsehen kam dann aber doch genug zusammen, um die Liste zu füllen und zu sehen: Auch wenn bei mir nicht unbedingt so viele Alben im Gedächtnis geblieben sind, war es ein definitiv sehr vielseitiges musikalisches Jahr. Fangen wir also mal an…

10. Cock Sparrer – Forever

cock sparrer forever

Alle zehn Jahre mal ein Album, dann aber auch vom feinsten. So ist offenbar die Devise bei Cock Sparrer, deren Mitglieder bis auf Gitarrist Daryl Smith inzwischen die 60 überschritten haben. Dem Street Punk auf dem Album hört man das nicht an, dieser ist sehr frisch und macht einfach Laune. Ob es noch einmal ein Album geben wird? Wer weiß. Es wäre schade, aber dieses hier wäre zumindest keineswegs ein schlechter Schlussstrich.

9. Fünf Sterne Deluxe – Flash

Eine heiß ersehnte Rückkehr nach 17 Jahren ohne Album. Das Hamburger HipHop-Urgestein überzeugt auf „Flash“ gekonnt mit angenehmen Beats und Wortwitz und läuft gerade dort zu voller Stärke auf, wenn irrsinnige Geschichten wie die von „Inspektor Jabidde“ erzählt werden. Ein schöner Beweis dafür, dass es auch ohne Posen und Gangster-Gehabe geht.

8. Eisfabrik – Null Kelvin

„Ich bin ein Schneemann”, so heißt es in der ersten Single, die aus dem Album veröffentlicht wurde. Man ist überrascht, wie gut die Band auch auf dem vierten Album noch die Eis-Thematik behandelt, ohne dabei zu langweilen. Natürlich gern auch mit Augenzwinkern dabei. Ein gelungenes Album für Freunde des dunklen Elektros von einer Band, die sich inzwischen gut etabliert hat.

7. Jarvis Cocker + Chilly Gonzales – Room 29

Zwei Charaktere, bei denen man im Vorfeld so gar nicht wusste, was zu erwarten ist. Spektakulär hätte es werden können. Wurde es aber nicht – und das ist positiv zu sehen, denn dieses Album voller ruhiger Pianoklänge hält gerade in dieser Ruhe den Spannungsbogen aufrecht. Angenehmes Storytelling rund um ein Hotelzimmer, dem man gut zuhören kann.

6. Noel Gallagher’s High Flying Birds – Who Built The Moon?

Zeitlich relative nah beieinander veröffentlichten dieses Jahr beide Oasis-Gallaghers neue Alben. Noel setzte mit seinen High Flying Birds dabei auf verschiedene Einflüsse, der schon bei den späten Oasis durchschimmernde Neu!-Einfluss ist nicht zu überhören, aber auch BritPop, Mitsingmomente und Rock’n’Roll fehlten dabei nicht.

5. Liam Gallagher – As You Were

Im direkten Vergleich hat Liam Gallagher in diesem Jahr die Nase vorn. Nach Beady Eye nun also unter seinem Namen und mit einem Album, das mit gelungenem Songwriting, eingängigem BritPop und dem markanten Gesang. Ob druckvoll wie in „Wall of Glass“ oder  ruhig wie in „Paper Crown“: Er kann es einfach!

4. Lotte – Querfeldein

Wirklich, 22 Jahre ist sie erst alt. Das merkt man dem Album nicht an. Auch nicht, dass es ein Debüt ist. Lotte präsentierte in diesem Jahr einfühlsame Singer-Songwriter-Momente, die aus dem Leben erzählen, viele Identifikationsmomente und Gänsehaut. Viele ruhige Momente, aber auch druckvolle Momente wie die Single „Pauken“ gab es. Sehr gelungen!

3. Me The Tiger – What Is Beautiful Never Dies

Bis es sich erschlossen hat, dauerte es ein wenig, dafür ließ es einen danach auch nicht mehr los, dieses dritte Album der schwedischen Elektro-Pop-Band. Der eingängige Gesang von Gabriella Åström, dazu pulsierende Beats, die einen direkt in Bewegung versetzen möchten und einige ruhige Momente zwischendurch machen „What Is Beautiful Never Dies“ zu einem Album nah an der Perfektion.

2. Max Richard Leßmann – Liebe in Zeiten der Follower

 

Tiefsinnige Lyrik, Wortwitz, Nähe zu Chanson und Swing, Bläsersätze… Max Richard Leßmann holte in diesem Jahr zur ganz großen Geste aus. Mit Erfolg! Das Songwriting ist perfekt, die Texte schaffen es, selbst Themen wie Alkoholrausch poetisch zu verpacken („Einen im Tee“) und auch der Bruch mit der Grammatik („Ich wünschte, dass ich niemanden mehr kennte“) wird hier schnell verziehen. Ganz großes Kino!

1. Scheuber – Changes

Nur zehn Monate nach dem Debüt-Album „The Me I See“ legte Dirk Scheuber mit seinem zweiten Solo-Album nach und bewies erneut eindrucksvoll, dass er eben nicht nur „der Keyboarder von Project Pitchfork“ ist, sondern auch allein sehr gute Musik schreibt. Treibender Elektro-Pop mit dunklem Einschlag, eingängiger Gesang und abwechslungsreiche Sounds ganz ohne Schwachstell machen „Changes“ zum Album des Jahres!

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