August Burns Red, Essigfabrik Köln, 01.08.2017

„Constellations“, „Leveler“, „Rescue & Restore“, „Found In Far Away Places“ – alles bekannt. Das sind die grandiosen Alben, die August Burns Red in den vergangenen Jahren veröffentlicht haben und die diese Band immer mehr zu einem Phänomen der Metalcoreszene werden ließen. Während immer mehr Core-Bands in den letzten fünf Jahren gewachsen sind, weil sie ihren Sound meist poppiger und tanzbarer gestalteten oder sich die Screams & Growls mehr und mehr komplett aus den Songs verabschiedeten, sind August Burns Red sich treu geblieben, in dem, was sie tun. Klar, auch die Jungs aus Pennsylvania haben ihren Sound weiterentwickelt. Der Unterschied zu vielen anderen Gruppierungen ist, dass niemand August Burns Red vorwerfen würde, dass sie sich dem Mainstream anbiedern. Stattdessen ist eine stetige Entwicklung im Sounddesign zu erkennen. Gitarrensoli und Soundstrukturen wurden immer verquirlter und undurchsichtiger, irgendwie gleichzeitig aber auch eingängig melodisch. Wie ich bereits sagte: Diese Band ist ein Phänomen.

Doch was kam vor dieser rasanten Entwicklung und den oben aufgelisteten Alben der letzten Jahre? Nach dem wenig beachteten 2005er Debütalbum „Thrill Seeker“ schafften August Burns Red ihren Durchbruch mit dem Folgewerk „Messengers“ zwei Jahre später. Dieses Album machte sie zum ersten Mal einem breiteren Publikum bekannt und führte dazu, dass eine ganze Reihe verschiedener Tourneen mit Genrekollegen quer über den Globus folgten. Und genau dieses Album „Messengers“, welches 2017 sein zehnjähriges Jubiläum feiert, wurde nun mit einer ausgiebigen Tour durch Europa und das Vereinigte Königreich bedacht. Dabei gastierte die Band auch in der Kölner Essigfabrik und hatte als Support gleich noch Napoleon und Vitja mitgebracht. Nachdem die beiden Vorbands der Menge schon einmal ordentlich eingeheizt hatten, begannen August Burns Red ihr Set gleich mit dem Opener des „Messengers“-Albums „The Truth of a Liar“. Nun folgten die weiteren zehn Songs des 2007er Werks, das Album wurde also in Gänze gespielt. Der zweite Teil des Konzertes, welcher mit „White Washed“, „Empire“ und der neuen Single „Invisible Enemy“ noch einige Highlights bereit hielt, wurde mit einem Drumsolo eingeleitet, welches ich so bisher auch noch nicht live gesehen habe. Der Schlagzeuger der Band, Matt Greiner, performte nicht alleine, sondern im Zusammenspiel mit dem Bassisten Dustin Davidson – was für einen noch fetteren Sound sorgte.

Die Fans in der Essigfabrik konnten sich bei diesem Konzert wieder einmal ein Bild davon machen, dass Metalcore so viel mehr zu bieten hat, als Poseroutfits, schräge Frisuren oder stumpfe Powerchords und endlose Breakdowns. Die Bandmitglieder von August Burns Red sind alle grandiose Musiker, die ihr Instrument beherrschen, egal, ob es sich um das grandiose Gitarrenspiel handelt, den brachialen Gesang von Frontmann Jake Luhrs oder den unermüdlichen Matt Greiner, der trotz schier endlosen Doublebass-Phasen und Taktwechseln im Sekundentakt am Schlagzeug immer nur so aussieht, als würde er sich akut langweilen oder gerade mit seiner Oma beim Nachmittagskaffee sitzen. Da fragt man sich beim Zuschauen schon regelmäßig: Wie können die sich die ganzen Abläufe merken?

Ich wünsche dieser Band, dass sie endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Zwar ist die Essigfabrik als Location bereits eine Steigerung zum Underground, in welchem die Band noch 2014 gastierte, aber Genrekollegen, wie Parkway Drive können inzwischen bereits die 4000-Mann Location Palladium füllen. Hoffen wir mal, dass das neue Album „Phantom Anthem“, welches im Oktober erscheint, diese grandiose Band auf die nächste, höhere Stufe heben kann.

Und so hört sich das an:

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