Casper, Halle Münsterland Münster, 31.10.2017

Casper, Halle Muensterland Muenster, 31.10.2017 Beitragsbild

Nicht nur sein Album „Lang Lebe Der Tod“ hatte der Bielefelder Rapper Casper letztes Jahr verschieben müssen, weil er mit dem Ergebnis einfach noch nicht zufrieden war, sondern auch die dazugehörige Tour, die im Frühjahr dieses Jahres stattfinden sollte. Erschien das Album nun erst im vergangenen September, wäre es aber ja auch ungünstig gewesen erneut ohne ein neues Werk auf Tour zu gehen, wie man es schon im letzten Jahr gemacht hatte. Damals ging es in kleinere Hallen für eine „Club“-Tour, bei der man jedoch eher ältere Perlen auspackte, als neue Tracks zu präsentieren. Nun war es vergangenen Dienstag aber soweit und man feierte in der fast ausverkauften Halle Münsterland den Tourauftakt zum Nummer-1 Album. Die Show, die man dem Publikum hier präsentierte, war die wohl aufwendigste, die Casper jemals aufgetischt hatte.

Hatte vorher noch der Münchener Fatoni die Menge mit seinem „Neunmalklug“-Rap, der sich soundmäßig im letzten Jahr immer mehr dem Trap angenähert hatte, schon ordentlich aufgewärmt und zu einer kleinen, aber feinen Wall Of Death animiert, betraten Casper und Bandkollegen nach einer knapp halbstündigen Umbaupause zu den Klängen eines orchestralen Intros die Bühne. Für die ersten Songs trat der von Kopf bis Fuß tätowierte Musiker gleich ordentlich aufs Gas und ließ zu den Klängen von „Alles Ist Erleuchtet“, „Im Ascheregen“, „Auf Und Davon“ und der Indie-Punk-Hymne „Wo Die Wilden Maden Graben“, benannt nach dem gleichnamigen Romandebüt von Muff Potter-Sänger Nagel, erste Moshpits entstehen. Nachdem es mit „Lass Sie Gehn“ ein wenig ruhiger geworden war, ging es für die nächsten zwei Songs auf die sich nun über dem restlichen Bühnenaufbau befindliche Schwebebühne „Elmer“. Im Hintergrund ein riesiger LED-Screen performte Casper, von dem man oft nur Schatten erkannte, die Industrial-Brecher „Sirenen“ und „Morgellon“. Auch wenn diese Schwebebühne aktiv nur für zwei Lieder genutzt wurde, trug sie mit den an ihrer Unterseite montierten Lichtinstallationen zu der imposanten, oft atmosphärischen Lichtshow, die den gesamten Auftritt des Halb-Amerikaners stütze, bei.

Casper, Halle Muensterland Muenster, 31.10.2017

Neben fast allen Song des aktuellen Albums Caspers, die oft in Blöcken separiert von den anderen Stücken vorgetragen wurden, spielten Band und Rapper vor allem auch Songs seiner Erfolgsalben „XOXO“ und „Hinterland“. Auf Lieder seines ersten, sehr Hip-Hop-lastigen Albums „Hin Zur Sonne“ verzichtete man komplett – schade, der ein oder andere Song hätte sicherlich noch ins Set gepasst und wäre auch dankbar angenommen worden. Die Fans fraßen dem Bielefelder, der sich nicht unnahbar gab und immer wieder auch Blickkontakt mit dem Publikum pflegte, nämlich aus der Hand und feierten Song für Song. Ging es zwischendurch noch für einen raplastigeren Part auf eine am Soundboard befindliche B-Bühne, verabschiedete man sich nach einer fulminanten 105-minütigen Show mit dem Post-Rock-Gewitter des Albumsclosers „Flackern, Flimmern“ und entließ die Münsteraner, die sich fleißig auf ihre Fahrräder schwangen und somit Zeit hatten, sich dem gerade erlebten bewusst zu werden, in die kühle, nasse Herbstnacht. Schön, dass Album und Tour jetzt doch noch über die Bühne gingen, beziehungsweise gehen werden.

Hier kannst du dir das aktuelle Album „Lang lebe der Tod“ von Casper kaufen!

Und so hört sich das an:

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Casper live 2017 / 2018:

03.11.2017 – Zürich, Samsung Hall (CH)
04.11.2017 – Stuttgart, Schleyerhalle
08.11.2017 – Hamburg, Sporthalle (Ausverkauft)
10.11.2017 – Dortmund, Westfalenhalle 1
14.11.2017 – Wien, Stadthalle (AT)
17.11.2017 – München, Zenith (Ausverkauft)
18.11.2017 – Frankfurt am Main, Festhalle
21.11.2017 – Leipzig, Arena
22.11.2017 – Bremen, ÖVB Arena
24.11.2017 – Berlin, Max-Schmeling-Halle
25.11.2017 – Hannover, Swiss Life Hall (Ausverkauft)
09.03.2018 – Würzburg, S. Oliver Arena
10.03.2018 – Erfurt, Messehalle

Fotos von Jonas Horn.

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