Die Heiterkeit, die börse Wuppertal, 24.01.2018

Kaum ein Bandname könnte ironischer sein, als der von Die Heiterkeit. Selten sieht man eine Band, bei der sich der sitzende Schlagzeuger von allen Bandmitgliedern am meisten bewegt und die meisten Emotionen zeigt. So stellten wir uns beim Konzert am 24.01.2018 in der börse in Wuppertal die Frage: warum sind Die Heiterkeit so deprimiert?

Doch von vorne – für den ein oder anderen, der die außergewöhnliche Band eventuell noch nicht kennt:

Die Heiterkeit gründete sich 2010 in Hamburg und besteht aus Sängerin und Gitarristin Stella Sommer, Bassistin Hanitra Wagner, Keyboarderin Sonja Deffner und dem bereits erwähnten Schlagzeuger Philipp Wulf. Der deutsche Indie-Pop der Band klingt traurig. Gelangweilt. Und die Texte teilweise ein bisschen nach Schlager. Doch die tiefe, rauchige Stimme von Sängerin Stella Sommer zieht den Hörer in einen Bann faszinierender Melancholie und lässt selbst ein sonst so fröhliches Mitsing-“Bap Bap Bap” wie ein tristloses Trauerfeierlied klingen.

Doch gerade diese düstere Melancholie, die auch in Wuppertal durch die Location schwebte, ist es, was Die Heiterkeit zu etwas so Besonderem macht und die Hörer mit ihren zarten Indie-Pop Klängen in verschiedene Welten entführt. Mal fühlt man sich, wie auf einer freudlosen Aprés Ski Hüttenparty (Weisse Elster), mal klingt es, als sei man im verrauchten Jazz Club einer verregneten Großstadt gelandet  (Daddy’s Girl) und plötzlich findet man sich musikalisch beim Stricken mit seiner Großmutter wieder (Im Zwiespalt). Den Zuschauern schien die musikalisch untermalte Traumreise in jeglicher Hinsicht zu gefallen. Personifizierte Emotionslosigkeit, die irgendwie süß wirkt.

Support gab es an dem Abend übrigens auch: die junge Band cuckoo aus Solingen überzeugte nicht nur mit ihren Variationen von auffälligen Frisuren, sondern glänzte auch durch ausdrucksstarke Indie-Punk-Wave Tracks (wie sie es selbst auf ihrer Facebook Seite betiteln), in die offensichtlich Unmengen an Herzblut und Liebe verarbeitet wurden.

Zuguter letzt noch ein Shoutout an den Konzertbesucher, der neben uns seine Gefühle durch Jonglieren statt Tanzen zum Ausdruck brachte und somit bewies, dass auch die einzigartigen Fans etwas zum Gesamtkonzept der Band beitragen. Die Heiterkeit sind sicherlich Geschmacksache, doch definitiv ein musikalisches Kunstwerk.

Und so hört sich das an:

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