Fayzen, Zeche Carl – Essen, 01.10.2017

Konzerte können auf vielen verschiedenen Ebenen aus vielen verschiedenen Gründen etwas ganz Besonderes sein. Fayzen, der 34-jährige Singer-Songwriter, Musikproduzent und Multiinstrumentalist aus Hamburg lieferte gleich mehrere Gründe, wieso der Abend am 01.10.2017 in der Zeche Carl in Essen etwas absolut Besonderes gewesen ist.

Den Abend eröffnete zunächst Benjamin Eso/Es Asare, ein Deutsch-Ghanaischer Singer-Songwriter aus Hamburg, der sich sichtlich darüber freute, die Songs seiner ersten EP „S.O.S“ auf der Bühne in Essen präsentieren zu dürfen. Der musikalische Heilpraktiker schaffte es nicht nur durch seine sympathische Art, sondern auch durch seine nachdenklichen Songs, den optimalen Grundstein für eine gelungene Stimmung des Abends zu legen.

Zusammen mit Gitarrist Philipp und Support Act Benjamin an Gitarre/Klavier, enterte Fayzen die Bühne und konnte kaum fassen, wie viele Besucher sich in der Zeche Carl für ihn eingefunden hatten. „Ich dachte es kommen heute höchstens fünfzehn Leute!“

Los ging es direkt mit dem wohl persönlichsten Song des aktuellen Albums: „Herr Afshin„. Doch Dank sympathischer Ansagen wurde die Stimmung von der teils schweren lyrischen Kost nie allzu sehr gedrückt. In kleinen Anekdoten berichtete Fayzen darüber, wie seine Karriere und die Songs sich entwickelt haben. So schrieb er „Gerne Allein“ beispielsweise nach seiner letzten Trennung, nach der er sich selbst vormachte, er käme alleine klar, allerdings nie alleine gewesen ist und den Song deshalb schrieb, um sich selbst damit aufs Korn zu nehmen.

Immer wieder baute Fayzen das Publikum mit in den Abend ein: klatschen, springen, den Iraner tanzen. Ein unerwartet anstrengender Abend für ein Singer-Songwriter-Konzert! „Geh und finde dein Zuhaus“ sang Fayzen in seinem Song „Süden“ und es wurde klar, dass er selbst sein Zuhause bereits gefunden hat: hier auf der Bühne. Das Wohlfühl-Gefühl steckte dabei den ganzen Abend lang an und es machte Spaß, der Band auf der mit Lichtern dekorierten Bühne zuzusehen.

Neben einem Wasserhahn-Solo (das wird nicht genauer erklärt – das muss man einfach selbst gesehen haben!) und einer Freestyle-Rap-Einlage, endete der Abend schließlich mit der aktuellen Single „Freunde„. Und auch das muss noch positiv erwähnt werden: drückende Songs waren in der Setlist genau so platziert, dass man am Ende des Abends zwar mit neuen Denkanreizen, aber nicht mit den drückendsten Gedanken nach Hause ging.

Ein wirklich wunderbarer Abend eines bewundernswerten Künstlers, den man nur allen Musikfans ans Herz legen kann!

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