Jonas Blue, Luxor – Köln, 04.05.2017

Die Songs „Fast Car“ und „Perfect Strangers“ waren für Jonas Blue der internationale Durchbruch in der Musikindustrie. Seine Lieder sind seitdem kaum noch aus den Charts wegzudenken und ein Erfolgserlebnis jagt das nächste. Zu seinem allerersten Deutschlandkonzert trat der britische Musikproduzent letzte Woche im Luxor in Köln auf und begeisterte dort leider nicht auf ganzer Linie.

Direkt zwei Vorbands stimmten in den Abend ein, wobei eigentlich nur eine der Bands wirklich in Erinnerung geblieben ist. Alexander Kotz brachte als Elderbrook eine gute Mischung aus gefühlvoller Stimme und  Elektrobeats mit. Seine Performance war absolut stimmungsvoll, vor allem da der Brite die Musik komplett alleine auf der Bühne produzierte.

Jonas Blue selber wirkte an diesem Abend recht unscheinbar. Fragte man sich doch zu Anfang des Konzertes noch, wer von den Leuten auf der Bühne nun der berühmte Musikproduzent ist, klärte sich dies zwar nach einiger Zeit auf – trotzdem bekam man von ihm selber aber nur wenig mit. Im Fokus standen seine Hits, die er perfekt inszeniert auf die Bühne brachte. Einfache Texte mit eingängigen Melodien, die stimmungsvoll und tanzbar sind.  Die Beats konnten im Kölner Luxor ihre Wirkung erzielen und klangen noch einmal deutlich besser als auf CD. Zudem präsentierte er zum ersten Mal seine am darauffolgenden Tag erscheinende Single „Mama“, die wahrscheinlich problemlos an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen kann.

Leider hat Jonas Blue aber bisher noch kein Album veröffentlicht, was ihm an diesem Abend etwas zum Verhängnis wurde. Nach gefühlt neun Songs und ungefähr dreißig Minuten Spielzeit verabschiedete sich der Brite auch schon wieder von der Bühne, ohne Zugabe und ohne den Rest seiner Band vorgestellt zu haben. Die Sängerin und den Sänger, die den stimmlichen Teil der Songs übernahmen stellte er ebenfalls nicht vor. Dass es sich dabei nicht um seine Features Dakota („Fast Car“) oder JP Cooper („Perfect Strangers“) handelte, war ein weiterer Wehrmutstropfen dieses Konzertes.

Gerade von einem Künstler, der in den letzten Monaten nur so durch die Charts geflogen ist, mag man sich etwas mehr Hingabe zur Musik wünschen. Es fehlte leider, trotz guter Performance, die Liebe zum Detail und auch der Kontakt zum Publikum. Das Ganze wirkte viel zu perfekt inszeniert und war darüber hinaus einfach zu kurz für die lange Warterei. Nächstes Jahr soll sein Debütalbum veröffentlicht werden und vielleicht optimiert Jonas Blue ja dann auch seine Live Auftritte noch einmal. Bis dahin bleiben die Enttäuschung über den Abend und die zahlreichen Handy – Videomitschnitte der Fans, die die Illusion eines perfekten Konzertes wieder herstellen.

 

 

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