Leoniden, The Tube Düsseldorf, 27.10.2017

Leoniden, The Tube Duesseldorf. 27.10.2017

Erst das Albumrelease im Frühjahr dieses Jahres, dann die erste eigene Headliner-Tour, darauf ein ausgedehnter Festival-Sommer, bei dem man teils zwei Shows pro Tag spielte und nun schon wieder eine Tour durch die Clubs dieses Landes – dazu noch Millionen von Klicks auf Spotify und Youtube – und das alles nach Do-It-Yourself-Mentalität. Bei der Kieler Indie-Band Leoniden läuft es momentan. Konnten wir das Quintett schon auf der Frühjahrstour unter die Lupe nehmen, besuchten wir letzte Woche das Konzert der jungen Band im The Tube in Düsseldorf und wurden durch ein noch ausgefeilteres und intensiveres Konzert als vor einigen Monaten überrascht.

Dass Leoniden bei ihren Live-Shows neben ihren straighten Indie-Songs, instrumentale Jams in ihre Show einbauen und vor allem mit Kuhglocken solieren und experimentieren, haben wir in der Vergangenheit schon des Öfteren berichtet. Auch in Düsseldorf war das nicht anders. Im Vergleich zu den früheren Shows, wirkte der Auftritt der Band diesmal jedoch noch tighter und wurde durch ein Cover des Sugababes-Klassikers „Overload“ ergänzt. Das funktionierte erstaunlich gut, auch wenn Sänger Jakob  Amr in seiner Kopfstimme einen ganz kurzen Moment wie DSDS-Dauerkandidat Menderes Bağcı klang. Das verzieh man ihm aber schnell. Vor allem die Überhits „Nevermind“ und „1990“, sowohl den exzessiven Instrumental-Jam nach letzterem feierte das Publikum frenetisch. Immer und immer wieder hüpften die schwitzenden Menschen vor der Bühne durcheinander und sorgten letzten Endes dafür, dass sich das an der Decke gesammelte Kondenswasser wieder auf Publikum und Band ergoss. Was eine feuchtfröhliche Angelegenheit. Das lag vermutlich auch daran, dass das The Tube vor der Bühne nicht allzu viel Platz für Bewegung bietet, da knapp zwei Meter vor der Bühne eine große Säule thront. Diese sorgt auch dafür, dass die Sicht immer schlechter wird, umso mehr man sich von der Bühne entfernt.

Leoniden und Säule Duesseldorf 2017

Leoniden und Säule.

Hatte der Support Chai Khat, ein Quartett, das musikalisch zwischen moderner 80er-Musik à la Drangsal und ruhigen Indie wie den Editors pendelte, vorher noch mit technischen Schwierigkeiten und einer kaputten Snare zu kämpfen, funktionierte die Technik während der Hauptband zum Glück einwandfrei. Dennoch gibt es für Konzerte der Größe in Düsseldorf und Umgebung angenehmere Locations. Die Menschen im vorderen Bereich des Clubs ließen sich hierdurch jedoch nicht beirren und tanzten, was das Zeug hielt. Die Jungs von Leoniden dankten dies mit Stagedives, einem Kuhglocken-Solo inmitten des Pits und Gold-Konfetti (wohlgemerkt in einer 180-Mann Location).

Leoniden und Konfetti Duesseldorf 2017

Leoniden und Konfetti.

Nach knapp 65 Minuten ließ die Band, die sich mindestens genauso verausgabt hatte, wie das Publikum, den ausverkauften Club mit tropfender Decke und sicherlich einigen neuen blauen Flecken zurück. Wer dachte, dass das, was Leoniden Anfang des Jahres abgeliefert haben, untoppbar gewesen sei, dem hat die Band mit dieser Show das Gegenteil bewiesen. Wow.

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Und so hört sich das an:

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Leoniden live 2017:

30.10.17 – Trier, Exhaus
31.10.17 – Koblenz, Circus Maximus
15.12.17 – Kiel, Schaubude (ausverkauft)
16.12.17 – Kiel, Schaubude (ausverkauft)
31.12.17 – Hamburg, MS Stubnitz

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