Marteria, Lanxess Arena Köln, 02.12.2017

Marteria, Lanxess Arena Koeln, 02.12.2017

Eine riesige Arena so mitzureißen, dass sich selbst die Sitzplätze wie Stehplätze anfühlen und auch im letzten Winkel der Halle jeder Song abgefeiert wird, das schaffen nur sehr wenige Künstler. Zieht man nun auch noch ausschließlich deutsche Acts in das Betrachtungsfeld, dann bleiben nur eine Handvoll über, die derartige Massen so mitreißen können. Der Rostocker Marteria, bürgerlich Marten Laciny, gehört zu diesen wenigen Ausnahmekünstlern, was er bei seiner bisher größten Hallenshow in der fast ausverkauften Lanxess Arena Köln eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Erst vor einem halben Jahr war das aktuelle Album des Rappers erschienen, welches auf den Namen „Roswell“ hört, sich ganze 21 Wochen in den Charts hielt und direkt auf Platz Zwei stieg. Dementsprechend viele Menschen zog es an dem kühlen ersten Dezemberwochenende dann auch in die größte Mehrzweckarena des Landes – laut Marteria 14000. Der 34-Jährige hatte sich für seine Konzerte die Unterstützung von gleich drei Backup-Sängerinnen, einer großen Live-Band und Kollegen Pete Boateng, der für sein Backup zuständig war, geholt. Letzteren hätte Marteria jedoch gar nicht nötig gehabt – nie schien dem Rapper die Luft auszugehen, obwohl dieser in Sekundenbruchteilen vom einen Bühnenende zum anderen lief, sich in das wild pogende Publikum begab und über zwei Stunden Show durchzog und Song nach Song rausballerte. Kein Wunder, dass es gleich 28 Songs in die jeglichen Karriereschritt Lacinys betonende Setlist schafften. So durfte natürlich auch Marsimoto, das zweite Alter-Ego Marterias, mit gepitchter Stimme und in massig grünen Nebel gehüllt einige Songs zum Besten geben, unter denen sich auch die noch unveröffentlichte Hühnchen-Hymne „Chicken Terror“ befand.

Marsimoto sprueht Feuer, Lanxess Arena Koeln, 02.12.2017
Marsimoto sprüht Feuer.

Seine Songs erweiterte Marteria durch vor allem elektronische Abgeh-Parts, zu denen das Publikum immer brav vollkommen ausrastete. Doch auch für ein Gitarrensolo von Live-Gitarrist Kid Simius, der sich wie ein Rockstar feiern ließ, bot das Set Platz, was neben den vielen elektronischen Elementen für eine angenehme Abwechslung sorgte. Der Spanier Kid Simius hatte vorher ebenso das Publikum mit seiner tanzbaren elektronischen Musik aufgewärmt, was jedoch eher mittelmäßig als Support zu Marteria passte. Nach einem eher ruhigeren Mittelteil – in diesem performte Marteria auch auf der Bühnenkante sitzend „Gleich Kommt Louis“, ein Lied über die Geburt seines Sohnes – und dem Marsimoto-Teil des Konzertes, griff der Rostocker noch einmal tief in die Trickkiste und zauberte seine größten Hits „OMG“, „Kids (2 Finger An Den Kopf)“ und „Lila Wolken“ hervor. In der darauf folgenden Zugabe forderte Marteria vor allem in den gut 15 Minuten andauernden „Letzten 20 Sekunden“ noch einmal alles von seinem Publikum. Mit Feuersäulen, riesigen Moshpits und fliegenden T-Shirts brachte der Rostocker noch einmal den in den letzten zwei Stunden erlebten Abriss in einem Song auf den Punkt und hinterließ staunende Gesichter und von Kopf bis Fuß verschwitze Körper.

Marteria ist und bleibt einer der besten deutschen Live-Acts und wird sicherlich auch nicht weniger für Abriss sorgen, wenn er im nächsten Jahr als erster deutscher Rapper ein Fußballstadion, nämlich das Ostseestadion in seiner Heimat Rostock, headlined. Ob das Stadion danach noch steht oder wie die ehemalige Kölnarena vom Publikum sprichwörtlich dem Boden gleichgemacht wird, bleibt abzuwarten.

Und so hört sich das an:

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Marteria live 2017:

04.12.17 – Münster, Halle Münsterland (Ausverkauft!)
05.12.17 – München, Zenith (Ausverkauft!)
06.12.17 – Stuttgart, Hans-Martin-Schleyerhalle (Hochverlegt!)
08.12.17 – Wien, Gasometer (AU)
09.12.17 – Zürich, Samsung Hall (CH) (Ausverkauft!)
10.12.17 – Frankfurt Am Main, Jahrhunderthalle (Ausverkauft!)
12.12.17 – Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung
13.12.17 – Dresden, Messe Dresden
15.12.17 – Hannover, Swiss Life Hall (Ausverkauft!)
16.12.17 – Schwerin, Sport- & Kongresshalle
18.12.17 – Berlin, Max-Schmeling-Halle
19.12.17 – Rostock, Stadthalle (Ausverkauft!)
20.12.17 – Rostock, Stadthalle (Ausverkauft!)

01.03.18 – Jena, Kassablanca (Ausverkauft!)
02.03.18 – CHEMNITZ, AJZ Talschock (Ausverkauft!)
04.03.18 – Luxemburg, Den Atelier (LU) (Ausverkauft!)
05.03.18 – Saarbrücken, Garage (Ausverkauft!)
06.03.18 – Wiesbaden, Schlachthof (Ausverkauft!)
10.03.18 – Flensburg, Flens-Arena
11.03.18 – Dortmund, Phoenixhalle
13.03.18 – Mannheim, Maimarkthalle
15.03.18 – Koblenz, Conlog Arena
16.03.18 – Neu-Ulm, Ratiopharm Arena
18.03.18 – Würzburg, S. Oliver Arena
19.03.18 – Erfurt, Thüringen-Halle
20.03.18 – Hannover, Swiss Life Hall
21.03.18 – Freiburg I. Br., Sick Arena
23.03.18 – Leipzig, Haus Auensee
24.03.18 – Magdeburg, Getec Arena
01.09.18 – Rostock, Ostseestadion

Fotos von Jonas Horn.

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