Silverstein, FZW Dortmund, 08.10.2017

Was wären Musiker*innen ohne ihre eingefleischten Fans? Die meisten verdanken ihren Anhänger*innen so einiges. Besonders schön ist es daher, wenn diese Hingabe auch wertgeschätzt wird. Die kanadische Emocore-Band Silverstein scheint die große Fanbase in Deutschland genau zu kennen – daher führte ihre Clubtour sie durch gleich 14 deutsche Städte. Jedes einzelne von ihnen war ausverkauft. Dafür schon mal einen Respekt! Diese Tour stand ganz im Rahmen des Mottos „For The Fans“. So gab es zum Beispiel Regionaltickets, die neben drei Konzerten auch einen Zutritt zu einer Unplugged-Session boten. Außerdem wurde vor jeder Show ein Song-Voting angekündigt, bei denen das Publikum entscheidet, was an jedem Abend gespielt wird. Von letzterem haben wir bis jetzt nichts bekommen, dennoch war die Tour sicherlich ein voller Erfolg.

Bei allen Terminen sind auch die Pop-Punker von Trash Boat dabei. Diesen Abend haben die Musiker große Probleme mit den Soundeinstellungen: das Schlagzeug scheppert extrem laut, die Stimme des Sängers Tobi Duncan hingegen ist kaum zu hören. Trotz relativ wohl gesinntem Kopfnicken seitens des Publikums ist der Auftritt daher kein großer Anheizer, auch wenn die Band sich sichtlich Mühe gibt.

Komplett anders sieht das bei Silverstein aus. Vom ersten Song an hat die Band die kleine Halle des FZW in der Hand. Bei einer wirklich einwandfreien Soundeinstellung spielen sich die Kanadier durch die größten Hits ihrer Karriere. Dabei entstehen des Öfteren große Moshpits, mitgesungen wird ohnehin permanent. Vor allem neuere Songs aus dem aktuellen Album „Dead Reflection“ (Rezension hier) wie „Ghost“ oder „Retrograde“ werden präsentiert – und die klingen live noch viel besser als auf Platte! Natürlich dürfen aber auch die großen Klassiker nicht fehlen, vor allem beim letzten Song „My Heroine“ sind die Mitsing-Chöre unglaublich laut. Bei der Zugabe wird noch ein kurzer Spaß-Song geboten, bei dem auch mal Gitarrist und Bassist ans Mikro dürfen. Zieht man diesen ab, bleibt jedoch nur eine Spielzeit von knapp einer Stunde übrig. Wirklich viel ist das leider nicht, auch wenn die wichtigsten Songs enthalten waren und der Auftritt rundum gelungen war. Doch natürlich ist ein tolles, kurzes Set immer noch besser als ein ewig langes, aber schlechtes. Für diese tolle Tour können wir Silverstein daher nur danken!

Und so hört sich das an:

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Bildrechte liegen bei Julia Köhler.

 

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