Slaves, Gebäude 9 Köln, 03.11.2016

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Während SLAVES in ihrer Heimat Großbritannien gerade schon richtig durch die Decke gehen, sind sie bei uns eher noch ein Geheimtipp für Freunde des etwas härteren Punkrocks. So haben Isaac Holman (Schlagzeug) und Laurie Vincent (Gitarre) gerade einige kleinere Clubshows in Deutschland gespielt. In den UK-Charts landeten beide bisher veröffentlichten Alben bereits in den TOP 10, weshalb auch die Konzerte etwas größer ausfallen und oft ausverkauft sind.

Das Kölner Gebäude 9 mit seinem rohen Charme lieferte eine ausgezeichnete Kulisse für den Auftritt des Punkrock-Duos aus Kent. In gemütlicher Runde konnten die beiden das Publikum sehr gut einbeziehen und von ihrer Power-Show überzeugen. Dabei übernahm Isaac den Leadgesang für die meisten Songs, doch auch Laurie steuerte viel Hintergrundgesang bei oder sang gar im Duett mit seinem Bandkollegen.

Gleich nach wenigen Minuten spielten SLAVES den sehr beliebten Eröffnungssong „Spit It Out“ vom neuen Album „Take Control“. Das aktuelle Album hielt einige der besten Nummern des Konzerts bereit. „Rich Man“ ging direkt ins Ohr und konnte einfach mitgesungen werden, „Lies“ und der Titeltrack „Take Control“ fügten sich natürlich ausgezeichnet in das rebellische Programm der Band ein. Einer der wenigen ruhigeren Momente war das als Duett gesungene „Angelica“, bei dem auch Schlagzeuger Isaac zur Gitarre griff. Die Songs „Cheer Up London“ und “The Hunter” gehörten zu den am meisten umjubelten des ersten Albums “Are You Satisfied?”, welches auch erst im vergangenen Jahr erschienen ist.

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Albumcover „Take Control“

Insgesamt war es ein kurzweiliges Konzert, bei dem so etwas wie Langeweile kaum aufkommen konnte, denn das Repertoire der Band besteht in erster Linie aus knackigen, nicht besonders langen Songs – die meisten davon treibend und sehr laut. So schaffte es die Band, etwa zwanzig Songs in ein einstündiges Set zu packen. Gehetzt oder allzu routiniert wirkten Isaac und Laurie aber nie, es blieb ausreichend Gelegenheit für Publikumskommunikation und einige Späße. Zum Beispiel stellte der mit aller Wucht im Stehen sein Schlagzeug bearbeitende Isaac mit der äußerst kurzen und spaßigen Nummer „Fuck The Hi-Hat“ klar, dass er auf das Ständer-Becken gut verzichten kann. Einmal begab sich der Sänger auch hinab ins Publikum, wo er einige Zeilen sang, die Laurie vom Bühnenrand aus mit der Gitarre begleitete.

In Erinnerung bleiben SLAVES letztlich durch ihr vor Energie strotzendes Auftreten, welches sich aus dem reduzierten und zugleich wuchtigen Schlagzeugspiel und den Massen an guten Gitarrenriffs ergibt. Ganz besonders kraftvoll wirkt das Konzertprogramm zudem, wenn Isaac Holman seinen immer wieder zügellosen Schreigesang zum Besten gibt.

Es ist davon auszugehen, dass SLAVES auch hierzulande noch so einige neue Fans für sich gewinnen werden, denn ihr Konzept ist absolut stimmig und ihr Auftreten zeigt, dass sie viel Spaß an der Sache haben.

So hört sich das an:

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