Tim Vantol, FZW Dortmund, 03.10.2017

Wenn es einen Künstler gibt, der seit gefühlt zwei Jahren permanent auf Tour ist, dann ist das wohl Tim Vantol. Ob solo, mit Band, als Vorband oder mit einer eigenen Show – bei dem jungen Niederländer scheint es keine Zeit für Pausen zu geben! Natürlich lässt es sich der Musiker sich auch nicht nehmen, mit seiner aktuellen Platte „Burning Desires“ (Rezension hier) auf ausgiebige Tour zu gehen. Nach unserem Interview mit Vantol waren wir natürlich sehr gespannt, wie sich diese live so anhört!

Auf Tour begleiten Tim Vantol viele unterschiedliche Support-Künstler, beim heutigen Abend im FZW durfte Tobey Trueblood den Anfang machen. Sänger Tobias Körner bezeichnet sich selbst als Songwriter mit Band und passt somit musikalisch natürlich zum Hauptact. Mit den seichten Songs wird hier ein solider Auftritt geboten – viel mehr dann aber auch nicht. Der Band merkt man die Freude über die Einladung zu diesem Auftritt jedoch an, so hätte ihr „alter Freund“ Tim sogar selbst an sie gedacht, da sie schon vor langer Zeit gemeinsam Musik gemacht hatten.

Das klingt schon sehr nach dem Sympathieträger Vantol – als dieser dann mit Band die Bühne betritt ist die Begeisterung im Raum kaum zu bremsen. Bei einer derartigen Bühnenpräsenz und gefühlvollen Darbietung, wie sie geboten wurde, ist das aber auch kein Wunder. Natürlich punktet der Musiker auch mit seiner tollen Stimme, auch die neuen Lieder kommen wirklich super an. Doch vor allem die gemütliche Atmosphäre unterscheidet seine Konzerte von anderen. Der Sänger gesteht ein, wie unangenehm ihm die Situation war, dass ihm an diesem Abend zum ersten Mal eine Saite gerissen ist, er setzt ein klares Zeichen gegen Trump, Brexit und AfD und erzählt die Geschichte eines alten Freundes , der extra für diese Tour aus den USA angereist ist, um ihn zu begleiten – man spürt permanent eine intime Atmosphäre. Bei vielen der bekannteren Musiker*innen sind derartige Situationen selten, bei Vantol an der Tagesordnung. Als Abschluss des Sets wird das Cover „Wagon Wheel“ von Old Crow Medicine Show angestimmt – die Musiker ergänzen sich hier mit tollen Harmonien – und überlassen dem Publikum den letzten Refrain.

Für die Zugabe begibt sich Vantol nur mit Accoustic-Gitarre in die Mitte des Raums und singt gleich das nächste Cover – „Wonderful World“. Auch hier singt der ganze Raum mit, beim folgenden „Bitter Morning Taste“ ändert sich dies auch nicht. Schließlich werden – jetzt wieder mit Band – mit „Hands Full of Dust“ und „If we go down, we will go together!“ gleich noch zwei der beliebtesten Songs gespielt. So geht ein toller Abend zu Ende und man kann einfach nicht anders, als sich zu wünschen, dass Tim Vantol noch ganz lange auf Tour sein wird.

Und so hört sich das an:

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Tim Vantol live 2017:

  • 09.10.2017 Schlachthof Wiesbaden
  • 10.10.2017 Beatpol Dresden
  • 11.10.2017 Stereo Nürnberg
  • 12.10.2017 KFZ Marburg
  • 13.10.2017 Café Central Weinheim
  • 14.10.2017 Kulturladen Konstanz
  • 15.10.2107 Stummsche Reithalle Neunkirchen

Rechte am Beitragsbild liegen bei Julia Köhler.

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