Audio Dope – Audio Dope

Audio Dope Audio Dope

Aus der Schweiz taucht viel zu selten Musik auf. Eigentlich schon unabsichtlich lustig, dass selbst Google als ersten Vorschlag bei der Eingabe „Musiker der Schweiz“ DJ BoBo ausspuckt. Zum Glück hat Audio Dope mit dem obenerwähnten nichts gemein außer vielleicht das DJing. Der Newcomer aus Basel könnte mit seiner Produktion auf seinem selbstbetitelten Debut viel Aufmerksamkeit erregen. Künstlername und Albumtitel sind gut gewählt, so klingen viele Tracks einfach wie eine ordentliche Dröhnung, betäuben für einen kurzen Moment und hinterlassen nur schwer zu erinnernde Momente – irgendwie geil war’s aber dann trotzdem.

Dabei erweckt bereits das kunstvolle Albumcover das Gefühl eines Filmrisses. Ein beschmiertes Gesicht macht einen leicht verwaschenen und gleichzeitig stylischen Eindruck. Natürlich in Schwarzweiß. Eben wie ausradiert.

Musikalisch bewegt sich das Ganze auf schwer zu definierenden Pfaden. Zwischen Chillout, angenehmer Loungemusik, Easy Listening und Musik fürs Club-Warmup sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Ebenso spannend wie knifflig dürfte das Auflisten der Instrumente werden – neben E-Gitarren, Pianoklängen, Saxophon, ordentlich viel Drumcomputer und Loopgerät, klassisch gesungenen Fragmenten, gesprochenen Monologen, Raps und Streichern ist wirklich alles dabei, was das Medium Musik so hergibt. Das Tempo bleibt größtenteils gediegen, die Hüfte wird dennoch beim Hören fast automatisch mitbewegt. Die zu 90% instrumental auskommende Platte deckt obendrein genretechnisch einiges ab, groovt ordentlich, wirkt teils sehr sexy und super chillexend. Trip-Hop gepaart mit Synthies, Dubstep, Electronica und Jazz. Grade das sehr heterogene Soundbild sorgt dafür, dass in den 42 Minuten keine Langeweile aufkommt und die Songs sowohl im Hintergrund als auch total bewusst wahrnehmend auf Kopfhörern laufen dürfen. Jeder Track bleibt unter der vier Minuten Grenze und überstrapaziert die jeweilige Songidee nicht. Einige eingängige Hooks sind dann doch hier und dort zu finden – bei der Punchline „I can’t stay sober“ in „Sober“ zum Beispiel. Mit den einzigen durchgängigen Gesangsparts und dem Tropical House-Beat in „Unconditional“ gelingt schon fast ein Radiosong, der bereits jetzt Potenzial für Sommerpartys zeigt. Einige Assoziationen sind die ersten Tracks von James Blake, bekannte und gute Beats von Timbaland oder auch Soundgeflechte von Kendrick Lamar.

Wer glaubt, dass sich das alles ausschließt, möge reinhören. Klare Anspieltipps gibt es keine, da die Eigenständigkeit jedes Songs zu hoch ist. Wie gut das ankommt, beweisen die bereits insgesamt siebenstelligen Streamingzahlen. Für ein Debut wirklich stark!

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So hört sich das an:

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Die Rechte des Coverbildes liege bei Majestic Casual Records.

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