Death From Above – Outrage! Is Now

Das 1979 im Namen der kanadischen Riff-Punk Band Death From Above 1979 ist wieder weg! Nun also erneut als Death From Above unterwegs, erscheint die Tage das dritte Album des „Drum & Bass“-Duos. Neben der Namensänderung ist hier aber gar nicht mal so viel anders. Ja, auf „Outrage! Is Now“, wie das neue Werk heißt, entdeckt man noch mehr Syntheziser und Keyboards für sich – an den immer krachenden Riffs von Bassist Jesse F. Keeler und den melodiösen ausufernden Refrains eines Sebastien Grainger (Gesang, Schlagzeug) hat sich jedoch nicht viel getan. Noch immer fliegen einem stark verzerrte und teils oktavierte Bassmelodien von ersterem nur so um die Ohren und laden die Zeilen von zweitem zum Mitsingen ein.

Auf „Outrage! Is Now“ sind diese beiden Hauptelemente des Duos jedoch noch einmal verfeinert worden und streben ihren Extremen entgegen. Man möchte Großes – auf den gigantischsten Bühnen der Welt und vor den größten Crowds spielen. Man habe bei diesem Album viele der Songs auf dem Keyboard geschrieben heißt es im Pressetext zum Album. Dem Songwriting der Songs scheint es geholfen haben – tatsächlich findet man auf dem dritten Album der Band das bisher versierteste Songwriting aller ihrer Veröffentlichungen. Schon die erste Vorabsingle „Freeze Me“ deutete dies an. Dominierte im Intro eine sehr eingängige erst von Klavier, dann von Keelers knatternden Bass gespielte Melodielinie, bewahrten sich die Beiden den unbändigen Teil des Songs für die Bridge auf. Hier bricht dann ein wahrliches Bass-Gewitter auf den Hörer ein.

Auch „Caught Up“ ist mit seinem verspielten Ping-Pong-Riff, der punkigen Bridge und dem in den Strophen so eleganten, in den Refrains zum Mitgröhlen einladenden Gesang neben „Holy Books“, der das Album mit seinem knapp einminütigem epischen, fast bluesigen, Klavierpart beenden darf, ein Paradebeispiel dafür, wie perfektionistisch und abwechslungsreich das Songwriting von Death From Above mittlerweile geworden ist. Kein Wunder, dass „Outrage! Is Now“ das wohl beste Album der beiden kanadischen Schnurrbartträger geworden ist. So vielschichtig, groß und auf gleicher Weise massentauglich und unkommerziell klangen Grainger und Keeler nie zuvor. Diesmal machen Death From Above einfach das, was sie am besten können, nämlich verdammt gute Rocksongs schreiben. Manchmal ist es am sinnvollsten sich eben auf das zu konzentrieren, was man am besten beherrscht.

Und so hört sich das an:

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