Der Wahnsinn – Aus Liebe zum System

Der Wahnsinn - Aus Liebe zum System

Im heutigen sehr regen Musikbetrieb, der durch Streamingdienste täglich eine riesige Auswahl an neuer Musik ausspuckt, ist es unverzichtbar, aufzufallen – und eben nicht in den Massen unterzugehen. Und Auffallen, das scheinen Der Wahnsinn zu schaffen. Alleine der Bandname verleitet zu recht dämlichen Wortwitzen, wir lassen uns aber auch mal zu einem hinreißen – das Debütalbum ist wirklich der Wahnsinn!

Ein erster Blick in das Booklet zeigt schon eine Besonderheit: jeder Titel besteht aus einem Wort. Genau so auf den Punkt wurden auch die extrem vielfältigen Themen gewählt. In „Ich“ geht es um überhöhten Egozentrismus, „Fleisch“ beschäftigt sich mit den abwertenden Vorstellungen bezüglich Prostituierten, „Geld“ natürlich mit Kapitalismus. Besonders auffällig ist dabei auch die Perspektive. Während viele Bands häufig mit dem Zeigefinger auf bestimmte Gruppen zeigen, wird hier häufig aus der Sicht eben solcher Gruppierungen gesungen. In Verbindung mit dem starken Sarkasmus wird somit auch auf die Idiotie einiger Thesen hingewiesen – nur eben mit einem Augenzwinkern. Schon die Vorab-Single „Paguda“ funktionierte da hervorragend – der Titel steht für „Potentielle Ausländer gegen den Untergang des Abendlandes“. Auch die gerne verwendeten Thesen „Ich bin kein, aber…“ dürfen natürlich nicht fehlen: „Ich bin kein Faschist, aber Führen macht Spaß. Ich bin kein Sexist aber TItten sind geil. Ich bin kein Prolet aber Pöbeln macht Spaß.“ Da bleibt wohl nicht mehr viel hinzuzufügen. Eine enorme Vielfalt an gesellschaftlichen Themen werden hier nicht mit sonderlich poetischem Vokabular, aber eben doch sehr deutlich vermittelt.

Und was ist jetzt mit der Musik? Ja, auch die überzeugt auf voller Länge. Nicht erst seit Royal Blood und The Kills sind musikalische Duos wieder voll im Rock angekommen. Auch Der Wahnsinn machen ihr Ding zu zweit. Man glaubt es kaum, aber auf dem gesamten Album ist keine E-Gitarre zu hören, einzig Drums, Bass und Gesang erzeugen diese unterhaltsame Mischung zwischen Punk und Rock. Melodien und Riffs haben die beiden jetzt schon drauf – und wie bei ähnlich energetischen Duos stellt sich die Frage, wie gut das dann live überzeugen kann. Vom Debüt sind wir jedenfalls sehr angetan, so einzigartig sind nur wenige Newcomer.

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Coverrechte liegen bei Wahnsinns Records.

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