Enter Shikari – The Spark

Enter Shikari - The Spark

Dass Core-Bands sich ruhigerer und poppigerer Musik zuwenden, hat man in der Vergangenheit schon öfters erlebt. Vor allem Bring Me The Horizon hatten mit ihrem letzten Album „That’s The Spirit“ viele Fans verloren, aber auch dazugewonnen, weil sie ihren Metalcore mit einer guten Portion Melodie und Pop versehen hatten. Auch die britischen Trancecorevorreiter von Enter Shikari wendeten sich im Laufe ihrer Karriere immer melodiöseren Songs zu. Schon das letzte Album „The Mindsweep“ und die auf keinem Album zu findende Single „Redshift“ hatten angedeutet, was die Band auf ihren Social-Media-Kanälen des öfteren angesprochen hatte – man möchte größer werden, mehr Leute erreichen und sich deshalb in eine poppigere Richtung bewegen. Auf „The Spark“ wagt man diesen Schritt nun endgültig. Müssen die Fans jetzt Angst haben?

Wenn man es einer Band zutrauen würde, den Spagat zwischen tollen Melodien und ihren Wurzeln perfekt zu schlagen, dann Enter Shikari. Schon immer dominierten eingängige Refrains die Songs des Quartettes um Sänger Roughton „Rou“ Reynolds – wirklich stumpfen Core hat man eigentlich noch nie gespielt. So sollte es niemanden wundern, dass auf „The Spark“ mal wieder das einzigartige Melodiegespür eines Mr. Reynolds auf elektronische Klänge und Rock-Gitarren trifft. Im Vergleich zu den Vorgängerwerken liegt der Fokus diesmal jedoch auf ruhigeren Tönen, die teils von ihren einnehmenden, durch die vielen Syntheziser geschaffenen Atmosphärwelten leben, teils von der cleveren Instrumentation profitieren. Flottere und rockigere Songs gibt es auf „The Spark“ natürlich auch. Das punkige „Take My Country Back“, das rockige „The Revolt Of The Atoms“ oder das elektronische mit Sprechgesang versehene „Rabble Rouser“ laden beispielsweise wunderbar zum Tanzen ein. Die Höhepunkte des Albums bleiben jedoch oft die ruhigen Momente, wie die emotionale Klavierballade „Airfield“, die gegen Ende musikalisch in einem Sturm aufgehen darf.

Auch lyrisch probieren sich Enter Shikari diesmal an einigen neuen Dinge. In der Vergangenheit dominierten vor allem politische und gesellschaftliche Themen die Texte des Quartettes. Selbstverständlich hat man diesen auch diesmal einiges an Platz eingeräumt. Neben diesen bringt Rou Reynolds jedoch auch mehr persönliche Thematiken, wie zum Beispiel Angstzustände, die er am eigenen Leib erleben musste, ein. So singt Reynolds in „Undercover Agents“:  „I’m so done with the pressure, yeah we try to control everyone’s perception.“

Enter Shikari werden auf „The Spark“ ruhiger und verzichten fast komplett auf Screams und Geschrei. Wer sich damit anfreunden kann und offen für Neues ist, wird in dem Album ein extrem ehrliches Stück Musik finden, das nur so mit Emotionen gefüttert worden ist und mitreißender und einheitlicher ist als alles, was die Band bisher produziert hat. Fans, die ein neues „Take To The Skies“ erwarten, müssen sich jedoch wohl zurück an die Jubiläumstour im Mai erinnern und bei dem Album bleiben. Wir hören dann aber weiter dieses tolle neue Album.

„The Spark“ erscheint am 22.09 über Play It Again Sam (PIAS). Wir haben auch ein Interview mit der Band über das Album geführt. Das gibt es hier.

Und so hört sich das an:

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Enter Shikari live 2017:

03.12. – KölnPalladium
05.12. – Hamburg, Mehr Theater
07.12. – Berlin, Huxley’s Neue Welt
11.12. – Wien, Arena (A)
12.12. – München, Tonhalle

Die Rechte für das Cover liegen bei PIAS.

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