Hollywood Undead – Five

Mit Hollywood Undead ist das ja so eine Sache. Sie gehören definitiv zu den Bands, die hauptsächlich unterhalten wollen. Thematisch ging es in 90% der Texte um recht simple Themen: Saufen, Sex, Party und Kalifornien. Aber eben dieses Konzept funktionierte bisher hervorragend: Spaß gemacht haben die bisherigen vier Alben alle sehr.

Für das neueste Album mit dem unglaublich kreativen Titel „Five“ schickten Hollywood Undead mit „California Dreaming“, „Whatever It Takes“, „Renegade“ und „We Own The Night“ gleich vier Vorboten ins Rennen. Diese lassen die Platte mit großer Hoffnung erwarten – in gewohnter Hollywood Undead-Manier wird mit einer spaßigen Mischung aus Rock und Sprechgesang unterhalten. Dabei konnten alle Songs mit einem großen Ohrwurm- und Partyfaktor punkten. Außerdem konnte man sich dem Eindruck kaum verwehren, dass die Musiker nahezu gereift klingen, sowohl Instrumente als auch Rap- und Melodie-Parts scheinen durchdachter und präziser als je zuvor. Hört man das Album dann in ganzer Länge bleibt der Eindruck, dass diese Single-Auskopplungen nun wirklich nicht für den generellen Sound stehen. Viel mehr scheint man sich eben die Songs ausgesucht zu haben, die die Fan-Gemeinde am ehesten überzeugen werden.

Natürlich ist es generell immer sehr erstrebenswert, wenn Künstler*innen versuchen, sich zu entwickeln und Abwechslung anzubieten. Das haben auch Hollywood Undead versucht. „Five“ ist definitiv das poppigste und langsamste Album der Band geworden. Für die Fangemeinde wird das vermutlich ziemlich schwer, zumal die Songs sich an einer sehr merkwürdigen Art von Pop orientieren. Ob nun „Nobody’s Watching“ oder „Bad Moon“ – man kann einfach nicht anders als bei den Teilen des Sängers Daniel „Danny“ Murillo an die Backstreet Boys zu denken. Unterstützt wird dies noch durch den sehr an 90er-Jahre Pop erinnernden Beat. Dann gibt es aber eben auch andere Experimente – der Song „Black Cadillac“ beinhaltet ein Feature mit dem Rapper B-Real und zeigt sich als waschechter HipHop. Das funktioniert dann gleich viel besser und scheint der Band wiederum sehr gut zu stehen. Überhaupt gewinnt man den Eindruck, dass vor allem die Rap-Parts auf diesem Album gut gelungen sind, die Clear Vocals lassen einen häufig ziemlich kalt. Als Paradebeispiel kann „Pray (put em in the dirt)“ dienen. So lange George „Johnny 3 Tears“ Ragan mit seinem Rap den Song leitet macht er richtig Spaß – doch leider unterbrechen Dannys Refrains diesen Beat ziemlich.

Einen allumfassenden Eindruck zu diesem Album zu gewinnen ist ziemlich schwierig. Es scheint, als gäbe es hier einige der besten Songs der Band, aber leider auch einige der schlechtesten. Abwechslung ist definitiv geboten, ob man dann nicht lieber doch nur die stärksten Songs rauspicken möchte, bleibt dann allen Hörer*innen selbst überlassen. Live gehörten Hollywood Undead ohnehin immer zu den ganz großen Entertainern, daher sind wir schon sehr gespannt auf die große Tour 2018!

Hier kannst du dir das Album „Five“ von Hollywood Undead kaufen!

Und so hört sich das an:

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Hollywood Undead live 2018:

  • 03.02.2018 Schlachthof Wiesbaden
  • 04.02.2018 Palladium Köln
  • 10.02.2018 Tonhalle München
  • 14.02.2018 Posthof Linz
  • 19.02.2018 Huxley’s Neue Welt Berlin
  • 20.02.2018 Docks Hamburg

Coverrechte liegen bei BMG.

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