Julien Baker – Turn Out The Lights

Julien Baker - Turn Out The Lights

Eine Tür wird geöffnet. Man hört Schritte. Dann erklingt ein Klavier. Streicher setzen ein. Beide Instrumente bauen gemeinsam Spannung auf. Die Streicher setzen aus. Plötzlich ersetzt eine Gitarre den Klavierpart. Der erste richtige Song beginnt. So einfach und doch so effektiv beginnt das zweite Album der amerikanischen Songwriterin Julien Baker. Dieses trägt den Titel „Turn Out The Lights“ und beweist mal wieder, warum die 22-Jährige in der Rock- und Emo-Szene so geschätzt wird.

Musikalisch probiert sich die Sängerin, deren Musik auf dem Debüt „Sprained Ankle“ sehr an E-Gitarre und Loop-Gerät gebunden war, diesmal vermehrt auch am Klavier und an Streichern, die den Sound der Amerikanerin noch atmosphärischer wirken lassen und anfetten. Ob das von Akustik-Gitarren getriebene „Even“ oder auch die Klavierballade „Tevelangelist“, Baker bewegt sich in einem im Rahmen ihrer Möglichkeiten recht breiten Soundspektrum. Die beiden Alben Bakers haben jedoch gemeinsam, dass man komplett auf Perkussionsinstrumente verzichtet. Das hindert die zierliche Frau jedoch nicht daran, immer wieder mit unglaublicher Power zu singen, so wie im letzten Chorus von „Turn Out The Lights“. Ansonsten schwebt ihre Stimme zwischen den verschiedenen Instrumenten und bildet gemeinsam mit diesen eine Einheit. Zeilen, wie „The Harder I swim, the faster I sink“ („Sour Breath“) machen deutlich, mit welch aussagekräftiger Metaphorik Julien Baker in der Lage ist, ihre Gefühlswelten zu beschreiben. Ähnlich wie die Texte ihres Debüts fährt man diesmal also auch emotionale Abgründe auf, die auf musikalischer Seite von engelsgleichen, melancholischen Melodien getragen werden.

Mit „Turn Out The Lights“ legt Julien Baker ein Album nach, was dem Vorgängerwerk nicht nur gerecht wird, sondern es sogar noch überbietet und wie geschaffen für das aktuell leider doch triste, graue Herbstwetter scheint. Klingen Songwriter oft doch ähnlich, schafft Baker es, ein Meisterwerk moderner und trauriger Songwritermusik zu schaffen, das den unverkennbaren Stil des Debüts beibehält und perfektioniert und vom kunstvollen Cover bis zur Produktion eine Einheit bildet. Wie sich die musikalische Entwicklung auf die Live-Shows Bakers, die eigentlich komplett alleine performt, auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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Und so hört sich das an:

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Julien Baker live 2017:

14.11. – Heimathafen Neukölln, Berlin
15.11. – Übel & Gefährlich, Hamburg
16.11. – Bachsaal (New Fall Festival), Düsseldorf

Die Coverrechte liegen bei Matador Records.

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