Prinz Pi – Nichts war umsonst

„Ist das noch Hip-Hop, oder ist das schon Pop?“. Diesen Satz hörte man, so oder so ähnlich, in den letzten Jahren immer häufiger, wenn es um neue Alben von Deutschrap-Urgesteinen ging. Vorwürfe von Massentauglichkeit, Kommerz, Ausverkauf und verlorener Realness lassen dann auch meist nicht lange auf sich warten und sind in einzelnen Fällen wohl auch durchaus berechtigt. Mit dem Release seines mittlerweile vierzehnten Albums „Nichts war umsonst“, das ebenfalls sehr poppige Elemente aufweist, steht dem Berliner Friedrich Kautz, besser bekannt als Prinz Pi, wahrscheinlich das Gleiche bevor. Und trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, ist diese neue Platte richtig gut geworden.

Schon bei einem Blick auf die Feature-Gäste des Albums wird klar, dass die Songs dieses Album wohl eher radiotauglich sein werden, denn hier finden sich neben Rapper Bausa unter anderem Pop-Sänger und Chartstürmer wie Bosse und sogar Mark Forster. Letzterer mag wohl vor allem Fans der ersten Stunde aus „Royal Bunker“-Zeiten abgeschreckt haben, der gemeinsame Song „Original“ stellt sich aber als gar nicht mal so schlecht heraus – auch wenn er natürlich vor allem im von Foster gesungenen Refrain extrem poppig klingt. Aber eben dieser poppige Klang zieht sich eigentlich fast durch das ganze Album, ist mal mehr und mal weniger präsent – schadet der Platte aber auf gar keinen Fall.

Da findet man plötzlich Streicher, Chöre, Melodien und Klavierbegleitungen, die gerade so nach Popmusik schreien, ab und zu vielleicht etwas kitschig klingen, und sich dennoch perfekt mit den wie immer eloquenten und ebenso tiefgründigen Texten von Prinz Pi ergänzen. Denn auch wenn der sich musikalisch mittlerweile eher an massentauglicheren Pop-Elementen bedient, heißt das noch lange nicht, dass auch seine Texte so inhaltslos und ausgeleiert sein müssen, wie die seines Feature-Partners Mark Forster.

Stattdessen setzt er auf sein altbewährtes Schema und erzählt Geschichten aus seinem Leben, schildert seine Blickwinkel und versteckt hier und da auch eine indirekte Gesellschaftskritik. All das verpackt er wie gewohnt in die schönsten Metaphern und Vergleiche, sodass man selbst beim x-ten Mal Hören noch neue Andeutungen und Anspielungen entdeckt, die man vorher überhört hat. Allgegenwärtige Universal-Themen wie Liebe, Freundschaft, Familie, Vaterrolle, Depressionen, Kindheit und Jugend sind wie immer präsent und machen aus dem Berliner den Mittelstands-Rapper schlechthin, dem die Geschichten wohl niemals ausgehen werden.

Also auch wenn es stimmt, dass „Nichts war umsonst“ wohl eine seiner pop-lastigsten Platten bisher ist, kann man ihm keinesfalls den Vorwurf machen er wäre nicht mehr „real“, denn eines muss man ihm lassen: So sehr sich seine Songs und sein Stil in den letzten Jahren auch verändert haben, es gibt wohl keinen deutschen Rapper, der Popmusik und Rap so gut vereinen kann und man kauft ihm immer noch jedes einzelne Wort ab. Also ja, auch wenn dieses Album vermutlich sein bereits viertes Nummer-1-Album in Folge werden wird und radiotauglicher denn je ist: Das ist ganz klar noch Hip-Hop.

Hier kannst du dir das Album „Nichts war umsonst“ von Prinz Pi kaufen!

Und so hört sich das an:

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Prinz Pi Live 2018:
26.01.2018 Stuttgart, Im Wizemann
27.01.2018 Leipzig, Haus Auensee
02.02.2018 Baunatal (bei Kassel), Stadthalle
03.02.2018 Münster, Skaters Palace
16.02.2018 Dresden, Schlachthof
17.02.2018 Wien (AT), Gasometer
18.02.2018 Erlangen, E- Werk
23.02.2018 Köln, E- Werk
24.02.2018 Hamburg, Docks
01.03.2018 Saarbrücken, Garage
02.03.2018 Zürich (CH), Kaufleuten
03.03.2018 Bern (CH), Bierhübeli
08.03.2018 Dortmund, FZW
09.03.2018 Hannover, Capitol
10.03.2018 Berlin, Columbiahalle
23.03.2018 Frankfurt, Batschkapp
24.03.2018 München, Muffathalle
12.04.2018 Herford, X
13.04.2018 Bremen, Aladin

Die Rechte für das Albumcover liegen bei Keine Liebe Records.

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