beginner advanced chemistry

Beginner – Advanced Chemistry

Die Füchse sind los! Nach dreizehn Jahren gibt es endlich ein neues Beginner-Album. Niemand hatte wohl noch dran geglaubt, dass dies überhaupt jemals passieren wird, aber spätestens mit dem Single-Release von "Ahnma" wusste man, die Beginner sind nicht nur, wie so manch andere Band zurück, um Geld zu verdienen. Die Beginner haben Bock!

Nun steht das Album "Advanced Chemistry" in den Regalen und damit dreizehn neue Songs, die es in sich haben. Fest steht: Das Beginner-Comeback hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn neben "Ahnma" gibt es eine Fülle an Songs, die direkt zu einem Ohrwurm werden - allein die Parts von Jan Delay und Denyo sprühen voller Wortwitze und lustiger Anekdoten. Hinzu kommen noch zahlreiche hörenswerte Features, darunter sowohl Durchstarter der letzten Jahre wie Haftbefehl oder Gzuz von der 187 Strassenbande, als auch HipHop Allstars wie Dendemann oder Samy Deluxe. Einer der herausragendsten Songs der neuen Platte ist "Kater", denn hier passt vom Feeling her alles zusammen. Nicht nur die Texte und Stimmlage der Beginner, sondern auch der Beat, der irgendwo zwischen absoluter Erschöpfung und Entspannung hin und herdriftet. Es gibt viele Songs zum Thema Saufen und Katern, aber keinen, der das Gefühl des Elends am Tag danach so gut beschreibt. "Advanced Chemistry" lebt von klassischen HipHop-Beats gemischt mit verschiedensten Einflüssen, so werden des Öfteren auch Reggaetöne angespielt. Dies komplettiert das stimmige Bild. Ein tolles Comeback der Beginner, die kommenden Liveshows dürfen mit Freude erwartet werden! So hört sich das an:

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cattle & cane home

Cattle & Cane – Home

Es erscheint einem fast so als würde man selber mit Cattle & Cane an einem lauwarmen Abend auf der Veranda sitzen und ihrer Musik lauschen, wenn man sich ihr neues Album “Home” anhört. Wo andere Musiker im Tonstudio mit unglaublich vielen Effekten und Autotune arbeiten, fabrizieren die fünf Musiker aus England eine Platte, die vollkommen unverfälscht und authentisch daher kommt. Mit einer Mischung aus Pop, Folk, Country und auch einigen Rockeinlagen decken sie auf eine ganz eigene Art und Weise die verschiedensten Musikgenres ab, bleiben zudem bei jedem Track sich selbst

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muso amarena

Muso – Amarena

“Beat number one/three and four and” sagt das Vocalsample und der erste Beat drückt sich in des Hörers Ohren. So beginnt die zweite Platte des Rappers Muso, die auf den Namen “Amarena” hört. Der Opener “Acid Trips auf Esspapier” war bereits als erste Vorabsingle erschienen und versprach Musos Anhängern nicht zu viel – die elf folgenden Songs halten das dort vorgegebene, hohe musikalische Niveau. Sie bilden eine Einheit, ein rundes Gesamtwerk. Themenvielfalt wird kaum geboten; es geht wie im bereits 2013 über das Erfolgslabel Chimperator veröffentlichten

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Dinosaur Pile-Up - Eleven Eleven

Dinosaur Pile-Up – Eleven Eleven

Ende letzten Jahres schon in der UK erschienen, kommt das dritte Album „Eleven Eleven“ der britischen Alternative-Rock Band Dinosaur Pile-Up jetzt auch in Deutschland heraus. Dieses Album ist besonders eins: sehr rifflastig!

Tom Dalgety hat das gute Stück, bestehend aus zwölf – Ja, nicht elf! – Songs, produziert. Dieser hat auch schon an dem gefeierte Debüt von Royal Blood oder auch bei einigen Turbowolf-Alben mitgearbeitet. Im Sound fallen einem die Einflüsse Dalgetys  schon auf – nicht nur die Riffs klingen extrem dreckig, grungig und heftig, wie es bei Royal Blood

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Banks & Steelz Anything But Words

Banks & Steelz – Anything But Words

Vorneweg: Ich bin nicht gerade der größte Interpol-Fan und auch beim Wu-Tang Clan ist für mich persönlich der Funke nie so richtig übergesprungen. Als ich jedoch erfahren habe, dass der Rapper RZA (tritt hier unter dem Synonym Steelz auf), der einer der Gründungsköpfe des berühmten Clans ist, und Paul Banks, Frontmann von Interpol, zusammen ein Album veröffentlichen, klang das auch in meinen Ohren interessant. Indierock und Rap gemischt auf einer Platte? Das könnte durchaus ein spannendes Projekt werden. Was kann ich nun also über "Anything But Words" nach mehrmaligem Anhören sagen? Erst einmal ist festzustellen, dass es sich wirklich gelohnt hat, sich mit diesem Album auseinander zu setzen, denn der Zuhörer kriegt auf insgesamt zwölf Songs nicht nur tolle, musikalische Werke geboten, sondern nebenbei mit Kool Keith, Ghostface Killah und Method Man spannende Feature-Gäste präsentiert. Hinzu kommt noch Florence Welch von Florence + the Machine, welche auf dem Song "Wild Season" große Teile der Gesangparts beigesteuert hat. "Anything But Words" ist ein hörenswertes Album mit einigen Highlight-Songs, aber auch zwei bis drei Stücken, die man sich hätte sparen können. Schade ist, dass der Song "Giant", welcher mit Abstand der größte Ohrwurm der CD ist, direkt als erstes Stück auf die Platte gepackt wurde. Ich empfehle es, den Opener einfach zu überspringen und ihn als allerletztes, als Abschluss des Albums, anzuhören, denn so wirkt "Anything But Words" von Banks & Steelz wie ein tolles, stimmiges Album, welches den Ansprüchen des Zuhörers gerecht wird.

So hört sich das an:

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Black Peaks - Statues

Black Peaks – Statues

In England hat sich in den letzten Jahren eine neue Szene von Bands herausgebildet, die Alternative-Rock mit Post-Hardcore und progressiven mathcorigen Elementen mischen. Zu dieser Szene gehören unter anderem Marmozets und Arcane Roots, aber auch Black Peaks, die ihr Debütalbum „Statues“ nun auch in Deutschland veröffentlichen.

„Statues“ ist mehr als eine Aneinanderreihung von Songs – vielmehr ist es ein Gesamtwerk, welches von vorne bis hinten extrem stimmig ist. Gekonnt wechselt man innerhalb von Sekunden von epischen hymnenartigen Chorussen über verzwickte Riffs mit Taktsprüngen

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Apologies, I Have None - Pharmacie

Apologies, I Have None – Pharmacie

Wer gute Laune hat und diese auch beibehalten möchte, sollte das Album, welches nun vorgestellt wird, meiden. „Pharmacie“ ist das zweite Apologies, I Have None Album – der Nachfolger des 2012 erschienenen „London“ – und dreht sich besonders um traurige Themen: Depression, Selbstmord, Anti-Depressiva.

„Pharmacie“ ist jedoch kein langweiliges „mimimi“-Album, sondern ein hochemotionales Stück Kunst, welches in Zukunft dafür sorgen wird, dass Apologies, I Have None genügend Menschen vor die Bühnen locken, damit sie im Chor – zu einer Masse vereint – diese

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die höchste eisenbahn wer bringt mich jetzt zu den anderen

Die Höchste Eisenbahn – Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Noch dreimal schlafen. Knapp drei Jahre ist das Erstlingswerk der Höchsten Eisenbahn inzwischen alt, und da das Indie-Super-Band-Projekt eben irgendwie eigentlich nur ein Projekt war, wurde es dem einen oder anderen Hörer/Fan der zusammengewürfelten Konstellation vielleicht ein wenig Bange, dass es bei diesem ersten Album auch bleiben sollte. Aber dafür funktionierte das alles viel zu gut, bestimmt mehr als 150 Auftritte (keine Gewähr, nur Gefühl) haben Francesco Wilking, Moritz Krämer, Felix Weigt und Max Schröder in den vergangenen 3 Jahren zusammen absolviert und kaum einem Besucher dürfte entgangen sein, wie gut sie harmonierten. Also Erleichterung, als es im letzten Jahr hieß, sie seien beschäftigt mit den Arbeiten am zweiten Album.

Nun ist es also da, der Nachfolger und die Erwartungen waren sicherlich hoch, aber: Wir wurden nicht enttäuscht. Das Ende Juni veröffentlichte, mit Liebe zum Detail gespickte, Teaser-Video zum Album deutete diese Tatsache bereits an. Über Bands, die lange existieren, sagt man gern “Sie sind erwachsen geworden”. Jedoch war auch das erste Album der Jungs schon so erwachsen, dass diese Formulierung hier meiner Meinung nach den Nagel nicht auf den Kopf trifft. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein gereifter Whisky nach einer Flasche Berliner Luft. Ein bisschen, als sei die Band jetzt endgültig bei sich angekommen.

“Wer bringt mich jetzt zu den Anderen” bleibt auf dem gleichen emotional klugen Niveau wie EP und Album 1. Die Lieder erzählen Geschichten, die zum Teil banal sind, aber doch erneut so wahr das Leben abbilden. Sie schaffen es auch jetzt noch ihre Generation treffend abzubilden, die um die 30, aber dafür irgendwie noch nicht bereit ist. Sie singen von Liebe, Freundschaft und Orientierung und sind so nah am Hörer, dass man sich an die Texte anlehnen möchte, wie an eine Schulter, wenn das Leben einen mal wieder herausfordert. Du stellst eine Frage, die Eisenbahn beantwortet sie dir.

Highlight-Zeilen: “Hör nicht auf, alles was du tust, das wird wunderschön, überflüssig, aber gut.” und “Frag mich, ob wir uns wieder verlieren, und sag nicht, auf jeden Fall.” und “Wo kommen die hin, die sich verlieren.” und “Ein Liter Bier sind vier Scheiben Brot.” Die beiden vorab veröffentlichten Songs “Lisbeth” und “Blume” sind perfekt ausgewählte Titel, um einen Eindruck für Neu-Zuhörer zu schaffen, versprühen sie doch beide so viel positive Energie und regen zum Mitschreien an. “Vier für die Liebe, verdient und geschenkt.”

Kaum etwas trifft mein Verhältnis zu dieser Band besser. Einsteigen, Abfahrt, und auf ins Grüne.

So hört sich das an:

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eau rouge nocturnal rapture

Eau Rouge – Nocturnal Rapture

Mich haben Holi-Festivals noch nie interessiert, geschweige denn begeistert. Aber eines haben sie uns doch noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt: Wie viel Farbe unser Leben eigentlich bestimmt. Nicht nur um Gefühle und Emotionen auszudrücken nutzen wir farbvolle Metaphern, sprechen von der hellen und dunklen Seite des Lebens, der rosaroten Brille, lügen das Blaue in den Himmel, werden gelb vor Neid und sind - egal, wie studiert oder gelehrt wir sind - in vielen Dingen bis zu unserem Lebensende grün hinter den Ohren. Nein, auch im Finanziellen versuchen wir schwarze Zahlen zu schreiben und vermeiden die roten, suchen stattdessen den gleichfarbigen Faden. Farben sind alltäglich, sie bestimmen und gestalten unser Leben mit und sind uns doch so egal, das wir nicht einmal mehr merken, was Farben eigentlich alles ausmachen. Ein Blinder weiß Farben wohl eher zu schätzen, als wir.

Auch in der Musik wird Farbe bzw. Klangfarbe oft benutzt, um den musikalischen Stil einer Band zu beschreiben. Bei den Indierockern Eau Rouge passt der Begriff "Klangfarbe" wie die Faust aufs Auge, das war nicht nur dem Promoter im Pressetext bewusst. Denn auch ich spiele in dieser Rezension mit dem Farbenbild, denn Eau Rouge vereinen eine schier unendliche Anzahl an Einflüssen, die zusammen ein stimmungsvolles Bild darstellt. Das kann man sich so ähnlich vorstellen, wie ein Gemälde, welches aus lauter kunterbunten, knalligen Farben besteht und insgesamt doch ziemlich perfekt aussieht. Nicht zu kitschig, nicht zu überdreht, sondern schlichtweg schön. Diese Vielfalt beginnt mit den ersten Songs des neuen Albums "Nocturnal Rapture" und schließt mit dem letzten. Das Gesamtbild passt zusammen und dennoch entfaltet sich keine Langeweile. Gemischt werden von Eau Rouge hierbei musikalische Einflüsse, die von Indierock mit elektronischen Facetten, wie man ihn von M83 gewohnt ist, inspiriert sind mit Vertretern der härteren Gangart, wie den Deftones. "Nocturnal Rapture" ist alles in allem ein hörenswertes Album, welches mit Sicherheit noch die eine oder andere Rotation bekommen wird.

So hört sich das an:

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Maxim_Das Bisschen was wir sind

Maxim – Das Bisschen was wir sind

Deutscher Pop - Immer noch so ein Thema, wo man gerne direkt aus Prinzip mit dem Kopf schütteln möchte. Sollte man dann aber doch nicht, denn wer sich wirklich damit beschäftigt, weiß, dass es neben den typischen, marketingtechnisch durchgeplanten Superstars auch noch ehrliche Musik gibt. Nun erblickt ein weiteres, tolles Deutschpop-Album das Licht der Welt. Maxim veröffentlicht sein Album "Das Bisschen was wir sind" und kann mich damit, wie schon bei seinem Vorgängerwerk begeistern. Songtexte, die beim ersten Hören schon spannend klingen, gleichzeitig aber noch so vieles offen lassen, welches sich erst nach mehrmaligem Anhören entfaltet. Intelligent getextet und doch sehr nah und emotional geschrieben. Ebenso mannigfaltig gestaltet sich die Beat- und Soundauswahl auf dem neuen Album. Wie bereits beim Vorgängeralbum "Staub" war Jochen Naaf maßgeblich an der Produktion von "Das Bisschen was wir sind" beteiligt und präsentiert eine ganze Palette an aufregenden Klängen und Melodien. Ein Bild davon machen, kann man sich besonders durch die Single-Auskopplung "Willkommen im Club", welche im übrigen auch mit einem äußerst sehenswerten Video versehen wurde:

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