Apologies, I Have None - Pharmacie

Apologies, I Have None – Pharmacie

Wer gute Laune hat und diese auch beibehalten möchte, sollte das Album, welches nun vorgestellt wird, meiden. „Pharmacie“ ist das zweite Apologies, I Have None Album – der Nachfolger des 2012 erschienenen „London“ – und dreht sich besonders um traurige Themen: Depression, Selbstmord, Anti-Depressiva.

„Pharmacie“ ist jedoch kein langweiliges „mimimi“-Album, sondern ein hochemotionales Stück Kunst, welches in Zukunft dafür sorgen wird, dass Apologies, I Have None genügend Menschen vor die Bühnen locken, damit sie im Chor – zu einer Masse vereint – diese

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die höchste eisenbahn wer bringt mich jetzt zu den anderen

Die Höchste Eisenbahn – Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Noch dreimal schlafen. Knapp drei Jahre ist das Erstlingswerk der Höchsten Eisenbahn inzwischen alt, und da das Indie-Super-Band-Projekt eben irgendwie eigentlich nur ein Projekt war, wurde es dem einen oder anderen Hörer/Fan der zusammengewürfelten Konstellation vielleicht ein wenig Bange, dass es bei diesem ersten Album auch bleiben sollte. Aber dafür funktionierte das alles viel zu gut, bestimmt mehr als 150 Auftritte (keine Gewähr, nur Gefühl) haben Francesco Wilking, Moritz Krämer, Felix Weigt und Max Schröder in den vergangenen 3 Jahren zusammen absolviert und kaum einem Besucher dürfte entgangen sein, wie gut sie harmonierten. Also Erleichterung, als es im letzten Jahr hieß, sie seien beschäftigt mit den Arbeiten am zweiten Album.

Nun ist es also da, der Nachfolger und die Erwartungen waren sicherlich hoch, aber: Wir wurden nicht enttäuscht. Das Ende Juni veröffentlichte, mit Liebe zum Detail gespickte, Teaser-Video zum Album deutete diese Tatsache bereits an. Über Bands, die lange existieren, sagt man gern “Sie sind erwachsen geworden”. Jedoch war auch das erste Album der Jungs schon so erwachsen, dass diese Formulierung hier meiner Meinung nach den Nagel nicht auf den Kopf trifft. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein gereifter Whisky nach einer Flasche Berliner Luft. Ein bisschen, als sei die Band jetzt endgültig bei sich angekommen.

“Wer bringt mich jetzt zu den Anderen” bleibt auf dem gleichen emotional klugen Niveau wie EP und Album 1. Die Lieder erzählen Geschichten, die zum Teil banal sind, aber doch erneut so wahr das Leben abbilden. Sie schaffen es auch jetzt noch ihre Generation treffend abzubilden, die um die 30, aber dafür irgendwie noch nicht bereit ist. Sie singen von Liebe, Freundschaft und Orientierung und sind so nah am Hörer, dass man sich an die Texte anlehnen möchte, wie an eine Schulter, wenn das Leben einen mal wieder herausfordert. Du stellst eine Frage, die Eisenbahn beantwortet sie dir.

Highlight-Zeilen: “Hör nicht auf, alles was du tust, das wird wunderschön, überflüssig, aber gut.” und “Frag mich, ob wir uns wieder verlieren, und sag nicht, auf jeden Fall.” und “Wo kommen die hin, die sich verlieren.” und “Ein Liter Bier sind vier Scheiben Brot.” Die beiden vorab veröffentlichten Songs “Lisbeth” und “Blume” sind perfekt ausgewählte Titel, um einen Eindruck für Neu-Zuhörer zu schaffen, versprühen sie doch beide so viel positive Energie und regen zum Mitschreien an. “Vier für die Liebe, verdient und geschenkt.”

Kaum etwas trifft mein Verhältnis zu dieser Band besser. Einsteigen, Abfahrt, und auf ins Grüne.

So hört sich das an:

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eau rouge nocturnal rapture

Eau Rouge – Nocturnal Rapture

Mich haben Holi-Festivals noch nie interessiert, geschweige denn begeistert. Aber eines haben sie uns doch noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt: Wie viel Farbe unser Leben eigentlich bestimmt. Nicht nur um Gefühle und Emotionen auszudrücken nutzen wir farbvolle Metaphern, sprechen von der hellen und dunklen Seite des Lebens, der rosaroten Brille, lügen das Blaue in den Himmel, werden gelb vor Neid und sind - egal, wie studiert oder gelehrt wir sind - in vielen Dingen bis zu unserem Lebensende grün hinter den Ohren. Nein, auch im Finanziellen versuchen wir schwarze Zahlen zu schreiben und vermeiden die roten, suchen stattdessen den gleichfarbigen Faden. Farben sind alltäglich, sie bestimmen und gestalten unser Leben mit und sind uns doch so egal, das wir nicht einmal mehr merken, was Farben eigentlich alles ausmachen. Ein Blinder weiß Farben wohl eher zu schätzen, als wir.

Auch in der Musik wird Farbe bzw. Klangfarbe oft benutzt, um den musikalischen Stil einer Band zu beschreiben. Bei den Indierockern Eau Rouge passt der Begriff "Klangfarbe" wie die Faust aufs Auge, das war nicht nur dem Promoter im Pressetext bewusst. Denn auch ich spiele in dieser Rezension mit dem Farbenbild, denn Eau Rouge vereinen eine schier unendliche Anzahl an Einflüssen, die zusammen ein stimmungsvolles Bild darstellt. Das kann man sich so ähnlich vorstellen, wie ein Gemälde, welches aus lauter kunterbunten, knalligen Farben besteht und insgesamt doch ziemlich perfekt aussieht. Nicht zu kitschig, nicht zu überdreht, sondern schlichtweg schön. Diese Vielfalt beginnt mit den ersten Songs des neuen Albums "Nocturnal Rapture" und schließt mit dem letzten. Das Gesamtbild passt zusammen und dennoch entfaltet sich keine Langeweile. Gemischt werden von Eau Rouge hierbei musikalische Einflüsse, die von Indierock mit elektronischen Facetten, wie man ihn von M83 gewohnt ist, inspiriert sind mit Vertretern der härteren Gangart, wie den Deftones. "Nocturnal Rapture" ist alles in allem ein hörenswertes Album, welches mit Sicherheit noch die eine oder andere Rotation bekommen wird.

So hört sich das an:

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Maxim_Das Bisschen was wir sind

Maxim – Das Bisschen was wir sind

Deutscher Pop - Immer noch so ein Thema, wo man gerne direkt aus Prinzip mit dem Kopf schütteln möchte. Sollte man dann aber doch nicht, denn wer sich wirklich damit beschäftigt, weiß, dass es neben den typischen, marketingtechnisch durchgeplanten Superstars auch noch ehrliche Musik gibt. Nun erblickt ein weiteres, tolles Deutschpop-Album das Licht der Welt. Maxim veröffentlicht sein Album "Das Bisschen was wir sind" und kann mich damit, wie schon bei seinem Vorgängerwerk begeistern. Songtexte, die beim ersten Hören schon spannend klingen, gleichzeitig aber noch so vieles offen lassen, welches sich erst nach mehrmaligem Anhören entfaltet. Intelligent getextet und doch sehr nah und emotional geschrieben. Ebenso mannigfaltig gestaltet sich die Beat- und Soundauswahl auf dem neuen Album. Wie bereits beim Vorgängeralbum "Staub" war Jochen Naaf maßgeblich an der Produktion von "Das Bisschen was wir sind" beteiligt und präsentiert eine ganze Palette an aufregenden Klängen und Melodien. Ein Bild davon machen, kann man sich besonders durch die Single-Auskopplung "Willkommen im Club", welche im übrigen auch mit einem äußerst sehenswerten Video versehen wurde:

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To The Rats And Wolves_Dethroned_Albumcover

To The Rats And Wolves – Dethroned

Die Breakdowntalente To The Rats And Wolves aus Essen sind mit Album Numero zwei zurück, das da heißt: Dethroned (VÖ: 2.9.). Auf knapp 39 Minuten zeigt das Sextett, warum es in der Core-Szene um Bring Me The Horizon, Enter Shikari oder We Butter The Bread With Butter um nichts nachsteht. Dabei wird auch an effektbeladenen Keyboard-Sounds nicht gespart. Die Refrains hooken den Zuhörer direkt, sodass sie tatsächlich als wahre Singalongs wunderbar funktionieren. Diese bunte Mischung ist es auch, die die Band so empfehlenswert macht. Besonders, wer sich im Core-Bereich gern austobt und im Refrain mitsingen möchte, ohne sich die Stimmbänder auszukugeln kaputt zu schreien, könnte mit To The Rats And Wolves seine neue Lieblingsband gefunden haben.

Und so hört sich das an und sieht es aus (krankes Video!):

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felix jaehn bonfire

Feuer, Action, Explosionen im neuen Felix Jaehn Video “Bonfire”

Ich war nie ein großer Fan von Felix Jaehn, aber spätestens mit "Bonfire" hat der DJ und Musikproduzent aus Hamburg hat er auch mein Herz erobert. Feinste Deep House - Beats, die perfekt zu den Sommermonaten passen, garniert mit der tollen Stimme der finnischen Sängerin Alma, welche selbst erst kürzlich mit ihrer Single "Karma", die Aufmerksamkeit der hiesigen Musikpresse auf sich zog. Bereits seit Release befindet sich der Song "Bonfire" in den Charts, nun wurde auch das dazu passende Musikvideo veröffentlicht. In den ersten Tagen konnte das Video bereits fast 80.000 Aufrufe generieren. Feuer, Action, Explosionen - all das gibt es im neuen Video zu sehen. Aber bevor ich hier weitere Worte verliere, empfehle ich es euch einfach selbst reinzuschauen:

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Anna Reusch–Lifesaver EP-bouq.037

Anna Reusch – Lifesaver EP – bouq.

Es ist mal wieder Zeit abzustampfen: Anna Reusch hat endlich wieder bei Bouq. released. und die Resonanz ist zurecht überaus positiv. Mit ihrer Lifesaver EP (bouq. 037) bringt sie ein Bundle aus zwei Tracks und einem Remix (von Ellroy) heraus. Während Lifesaver den Hörer schön fies mit einer tiefen Stimme willkommen heißt, ist Arabian Nights – wie der Titel es schon nahezu ankündigt – von arabischen Einflüssen geprägt. Ideal also um 1000 und eine Nacht lang abzutanzen oder so. Wem die beiden Tracks dann doch zu minimalistisch daherkommen, dem sei der Ellroy Remix von Arabian Nights ans Herz gelegt. Die Veränderung ist zwar nur klein, aber doch kommt gefühlt deutlich mehr beim Zuhörer und dazu-Tänzer an. Insgesamt ist die EP durchaus hör- und tanzbar. Wer mal wieder Bock auf neuen Tech House hat, der ist hier goldrichtig!

So hört sich das an:

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milliarden betrüger

Milliarden – Betrüger

Keine Milliarden auf dem Konto und sich trotzdem so nennen dürfen - das gilt für Sänger und Gitarristen Ben Hartmann und seinen Mitstreiter Johannes Aue. Bereits im vergangenen Jahr wühlten die Beiden mit ihrem Song "Freiheit is ne Hure" das Kinopublikum im Film "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk" auf. Der Titel des Kinofilms erklärt auch gleich, warum die Musik von Milliarden so gut als Soundtrack passte. Denn die Musiker machen deutschen Punk, der nicht assig-prollig oder humorvoll daherkommt, sondern stattdessen ziemlich echt, ziemlich wahr und dadurch auch tiefsinnig und traurig ist. Oder mit anderen Worten: Milliarden klingen wie die letzte ehrliche Band dieses Planeten. Egal, ob Sänger Ben Hartmann mir im Song "Im Bett verhungern" entgegen schreit, dass er mit mir im Bett verhungern möchte, egal ob er Katy Perry zitiert oder, ob er "Bitte geh noch nicht, bleib hier und ich belüg dich nicht mehr" singt, man glaubt ihm sofort, dass er es genau so meint. Denn die echte, eindrucksvolle Stimme mit der musikalischen Untermalung aus Gitarre und Schlagzeug klingt nach wahren, ehrlichen Gefühlen. Milliarden haben mit "Betrüger" ein Album geschaffen, was sich wirklich hören lassen kann und noch einmal eine andere Facette von deutschem Punk zeigt. Punk, den man zu selten gehört hat in den letzten Jahren. Solchen Punk, den du hören willst, wenn du innerlich zerbrochen bei der zehnten Pulle Wein auf dem Boden deines Zimmer sitzt und die Welt nicht mehr verstehst. Der Sound zum "Alles-geht-den-Bach-runter".

So hört sich das an:

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Brett Newsky - Land Air Sea Garage

Brett Newsky – Land Air Sea Garage

Der amerikanische Songwriter Brett Newsky ist vor allem dafür bekannt alleine oder mit anderen Songwritern zusammen nur mit seiner Akustik-Gitarre im Gepäck die ganze Welt zu betouren und dabei neue Freundschaften zu knüpfen und jeden Auftritt, der möglich ist, mitzunehmen. Mittlerweile hat er schon einige Alben veröffentlicht und bringt in Deutschland nun über „Make My Day Records“ sein neuestes Werk „Land Air Sea Garage“ heraus.

Den Hörer erwartet diesmal kein stink normales Songwriter-Album, auf dem die Musik auf Stimme und Akustik-Gitarre reduziert ist. Hingegen erhält man

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I Am Jerry - Habicht

I Am Jerry – Habicht

Bock auf einen Trip? Das Debütalbum „Habicht“ der Band I Am Jerry nimmt einen mit auf einen verschwommenen Trip aus Drogen, Party und Melancholie. Wer also mal Lust auf ein musikalisches Abenteuer hat, sollte nun die Ohren spitzen.

Auf „Habicht“ gäbe es zwei Arten von Songs, erklärt Julian, Sänger der Indie-Band – diejenigen, mit denen man Feiern gehe und Spaß habe und diejenigen, die man am besten alleine höre und sich einsam und alleine reflektiere. Das stimmt so schon, mindert trotzdem aber nicht den Hörgenuss, wenn man das Werk an einem Stück hört – Party machen

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