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Bergen – Zeiten für Kerle

Hier kommt die neue EP von bergen! Zeiten für Kerle heisst das gute Stück, welches  im März 2016 bei K&F Records erschien. Dresdens bergen klingt ein Bisschen nach Element of Crime, aber eigentlich auch nicht. Das, was sie teilen, sind Trompeten und Deutscher Sprechgesang. Dazu gibts ein paar süße Melodien. Um ein Urgestein zu werden, fehlt bergen aber etwas.

Sie selbst hätten angeblich nichts dagegen, in die Kategorie "Schlager" einsortiert zu werden. Ganz so anspruchslos sind bergen aber dann doch nicht. Ihr Auftakt ist ein kurzer Prolog mit dem Thema Alles entgleist, wofür auf der EP scheinbar ein paar Beispiele vertont wurden. Klötze thematisiert offenbar das weitere Ende einer Beziehung der Generation XYZ - trotz Zukunftsplänen. bergen singen bittersüß: "Wir hatten schön gebaut, mit dicken Säulen für den Halt und das Vertrauen, mit bunten Streben, hoch zu Eigentum und Kind."

Die laufenden Toten ist hingegen ein überraschend politischer Song, den man auf Anhieb jetzt nicht erwartet hätte. Er befasst sich mit der leider allzu präsenten Pegida-Bewegung in Dresden. Das Ganze hört sich aber weniger nach steineschmeißendem Protest an, als nach entwaffnender Ehrlichkeit und Melancholie."Irgendwann dann trägt man ein inneres Beige und dein Vertreterfuß findet von selbst einen Weg." Vielleicht der beste Song auf Zeiten für Kerle.

Für mich haben bergen ein riesiges textliches Potential, das derzeit wenige Bands haben. Aber um ein Urgestein des deutschen Musikgebirges zu werden, fehlt für mich die musikalische Variation trotz Background-Gesang und der Kooperation mit dem Dresdener Gnadenchor. Die 7-köpfige Band tourt mit allerhand Instrumentenkoffern. Wahrscheinlich ist eine EP einfach zu klein für sie. Um das beurteilen zu können, muss man sie wahrscheinlich einfach live genießen...

Kaufen kannst du Zeiten für Kerle auf Bandcamp!

Und so klingt das Ganze:

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OK KID können alles!

Die Kölner Indie-Rap-Band OK KID meldet sich drei Jahre nach ihrem Debütalbum mit einem neuen Werk wieder. “Zwei” heißt die neue Platte und fällt um einiges positiver als sein Vorgänger aus.

Die Wahlkölner wollen sich nichts mehr vorschreiben lassen. Deshalb thront auch ein gereckter Mittelfinger auf dem Cover ihrer neuen Platte. Diesen richten sie vor allem gegen sich selbst. Gegen ihre Selbstzweifel, die sie noch zu der Zeit ihres selbstbetitelten Erstlings plagten. Nachdem schon die EP “Grundlos” eine positivere Richtung eingeschlagen hatte, scheffeln OK KID sich

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WhoMadeWho – Get Physical

Gut gemachte, verkopfte, elektronische Musik gibts nicht nur aus dem Hause Monkeytown Records. Grund genug sich auch mit Bands wie WhoMadeWho zu beschäftigen. Zuletzt gearbeitet hat die Band an der durch das Berliner Label Get Physical bekannt gewordenen Compilation "Body Language". Die von WhoMadeWho zusammengestellte Songauswahl lässt sich im Arbeitsalltag genauso gut hören, wie in vollkommener Entspannung mit einem Glas Wein auf der Couch am Abend. Da WhoMadeWho bei ihrer eigenen Musik sowie der hier vorherrschenden Songauswahl einen spannenden Vibe versprühen lassen, macht sich dies nicht nur bei der eigenen neuen Single "Hi & Low" bemerkbar, sondern auch bei den Stücken, die von Künstlern wie The Acid, Ghost Culture oder DJ Tennis auf der CD zu finden sind.

So hört sich das an:

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MINE Rezension

Mine – Das Ziel ist im Weg

Da ist es endlich das Mine-Debütalbum auf das viele Fans schon lange gewartet haben. Nicht nur Popfans und Lyrikfanatiker aus der Poetryslammerszene spitzen bei Mine die Ohren, auch die HipHop-Welt feierte in der Vergangenheit zahlreiche Tracks mit Mine, Fatoni und Edgar Wasser. Großartiges Songwriting sowohl aus musikalischer als auch lyrischer Sicht gibt es auf dem Erstling zu hören und immer und immer wieder fällt der Zuhörer den raffinierten Zeilen des Kreativgeists und den tollen, musikalischen Variationen zum Opfer. Mine sprudelt nur so vor Ideen und ist eine Bereicherung für die deutsche Musiklandschaft, da sie eben nicht so "klingt wie". Definitiv einer der interessantesten Acts dieses Landes.

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Rideau – Rideau

Das Intro von Rideaus erster Platte entführt einen schon beinahe in der Manier einer esoterisch angehauchten Traumreise im Unterricht für bildende Kunst, wie man ihn eventuell aus der Schulzeit kennt. Und dann schreit Gabriel Öberg plötzlich los. So beginnt das selbstbetitelte Debütalbum der schwedischen Punk-Rocker Rideau. Wieder einmal ein dreiköpfiges Punk-Monster, welches kräftig austeilen kann. Gekonnt vermischen sie Sounds aus Rock 'n' Roll, Punkrock und Hardcore zu einem tödlichen Cocktail. Das Album geht straight nach vorne, und reißt alles mit, was sich nicht festhalten kann. Ausnahmen gibt es kaum. Zu nennen wären dafür das verstörende Dvala oder das deutlich getragenere December, welches sich über mehr als 10 Minuten erstreckt. Besonders hier zeigt sich der schmale Grat, der zwischen Genie und Wahnsinn verläuft, binden Rideau doch tatsächlich ein Jazz-Saxophon ein, welches das Album zu seinem guten Ende begleiten darf. Diese Scheibe ist eine echte Achterbahnfahrt!

Hier kannst du das Album kaufen!

Und so klingt das Ganze:

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Okta Logue – Diamonds and Despair

Nach Ballads of a Burden und Tales of Transit City erscheint jetzt endlich Platte Nummer drei der hessischen Psychedelic-Rocker Okta Logue. Für Diamonds and Despair (VÖ: 15.4.) haben sich die vier Jungs noch einmal ganz besonders ins Zeug gelegt, sich Zeit fürs Song-Schreiben und die Band genommen anstatt die ganze Zeit von Konzert zu Konzert zu düsen. Und das hat sich ausgezahlt! Mit einem Sound, den wir von den beiden ersten Alben lieben, hauen Sie wieder ein wunderbares, vielleicht sogar ihr bisher bestes Album raus, aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache. Das wird auch übrigens das vorerst letzte Album in der Gründungskonstellation sein: Keyboarder Nicolai Hildebrandt hatte schon vor der US-Tour angekündigt, dass er die Band nach dem Diamonds and Despair verlassen werde. Das mag schade sein, aber der Qualität der Musik tut es keinen Abbruch, haben Okta Logue doch mit Max Schneider einen fähigen Ersatz finden können. Jetzt ernsthaft, wer auch nur ein klein wenig mit ausgiebigem Psychedelic-Rock anfangen kann, der wird dieses Album lieben. Reinhör-Tipp: Waves!

Hier kannst du das Album kaufen!

Und so klingt und sieht das Ganze aus:

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Phil Collins – Dance Into The Light & Hello, I Must Be Going

Die Re-Releases der beliebten Alben von Phil Collins gehen in die zweite Runde! Dieses Mal stehen die beiden Werke "Dance Into The Light" und "Hello, I Must Be Going" im Vordergrund, die ganz besonders deutlich machen, warum Collins im Laufe seiner Karriere Millionen Menschen weltweit beeindrucken und begeistern konnte. Sein ganzes Schaffen basiert auf seiner Liebe zur Musik, die man dem Ausnahmetalent jederzeit anmerkt. So sind auch die beiden neu aufgelegten Alben definitiv ein wertvolles Stück Musikgeschichte, was sich gut im CD-Regal macht. Die beiden Alben erscheinen in ihrer Neuauflage als Teil der "Take A Look At Me Now"-Reihe, in der Phil Collins selbst auf seine erfolgreiche Karriere zurückblickt.

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Desolated – The End

So richtig was auf die Mütze gibts mit dem neuen Desolated Album! Schnelle, griffige Gitarrenriffs und wütende Shouts von Frontmann Paul Williams machen das Album zu einem der kurzweiligsten Werke, welche ich in letzter Zeit gehört habe. Echte Hardcorefreunde machen mit dem Kauf dieser Platte sicher nichts falsch, denn hinter dem grandiosen Albumcover verbirgt sich eine geballte Ladung Power! "The End" ist das mittlerweile dritte Studioalbum von Desolated, wer einen Einblick in die Musik bekommen möchte, kann hier reinhören:

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Die facettenreiche Sofia Brunetta!

Karfreitag ist das Debütalbum "Former" von Sofia Brunetta beim italienischen Label Piccola Bottega Popolare/ Audioglobe erschienen. Alle Lieder wurden von ihr selbst geschrieben und mit dem DJ/ Produzenten Giovanni Ottini (aka Sonda) ausgestaltet. Als Leadsängerin und Gitarristin der Punkrock Band "Lola And The Lovers" hat sie schon viele Shows in den wichtigsten italienischen Live Clubs sowie in Londons berühmten "12 Bar Club" in der Denmark Street abgeliefert, wo einige kultige Rockbands wie die Sexpistols oder Oasis ihre ersten Gigs hatten. Ihr Soloalbum ist eine Mischung aus mondänem Pop und vielen verschiedenen Einflüssen, wie Soul, Indie oder Rock. Von zum-Nachdenken-anregend-melancholisch bis gute-Laune-groovy ist alles dabei. Man bekommt beim Hören teilweise sofort Lust zu tanzen und mitzusingen (z.B. bei "Arthur and I" oder "Man"), das Album eignet sich ebenfalls hervorragend zum Entspannen und gemütlichen Ausklingen lassen des Abends. In einigen Songs beschreibt sie wichtige persönliche Entscheidungen und Erfahrungen, welche wahrscheinlich dazu beigetragen haben, dass ihre zehn Songs so facettenreich geworden sind. Das führt auch dazu, dass ich einige davon super finde und andere so gar nicht mein Fall sind. Auch wenn der persönliche Gusto zwischen den einzelnen Songs variieren kann, ist das Album auf jeden Fall empfehlenswert. Im April ist sie in einigen Städten der Bundesrepublik zu Gast, also hört rein und schaut vorbei!

So hört sich das an:

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a-ha – Time And Again: the Ultimate

Mögt ihr eigentlich Best-Ofs oder Compilations? Gibt ja ganz schön viele Menschen, die sich regelmäßig über die Geldmacherei aufregen, die ältere Bands, die schon seit Jahren keine neuen Songs mehr schreiben, aber im Geschäft bleiben wollen, damit betreiben. Geldmacherei hin oder her, Compilations, Best-Ofs, Re-Releases haben auch Vorteile. Viel zu schnell vergisst man bei der Geschwindigkeit, in der heute neue Künstler und Hypes auftauchen und wieder untergehen, dass es auch noch Bands gibt, die schon vor Jahren und Jahrzenten grandiose Hits geschrieben haben. Meist bleibt immer nur ein One-Hit-Wonder allgegenwärtig, auch wenn die Band schon vor zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren erfolgreiche Alben veröffentlichte. Das wird einem schließlich mit einer Ultimate Hits wieder ins Gedächtnis gerufen. Aus diesem Grund habe ich gar kein Problem mit Re-Releases oder Compilations, im Gegenteil, ich find die sogar super!

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