wargirl

Wargirl – Dancing Gold

Inmitten der mit Ellbogen umkämpften Musikindustrie bieten Wargirl ein kleines, unbekümmertes Fleckchen Utopie. Das Sextett arbeitet vollkommen hierarchiefrei, spielt worauf es eben Lust hat, vereint Musiker*innen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Genres miteinander. Ihr Hauptantrieb klingt dabei so hippieesk wie die dazugehörige Musik: “Wir sind keine Fans von machthungrigen Regierungen. Wir bevorzugen Liebe, Freundlichkeit und füreinander da zu sein. Wir hoffen, dass wir etwas erschaffen, das empowernd auf andere wirkt.” Auch wenn diese doch recht genügsame Mentalität bei Wargirl weit … Weiterlesen

Jehnny Beth

Jehnny Beth – To Love Is To Live

Der in westlichen Kulturen verankerten Vorstellung von Liebe steht das kühle, selbstbewusste Cover von “To Love Is To Live” nahezu diametral entgegen. Im literarischen und kulturellen westlichen Kanon wird Liebe als sinnliches, verletzliches Gefühl zwischen mindestens zwei Personen verstanden, symbolische Entsprechungen durch die Farbe rot, Herzen und Rosen verdeutlicht. Am besten gleich durch alle drei auf einmal – und bloß scharf von anrüchiger Sexualität und Körperlichkeit getrennt. Und dann steht da Jehnny Beth unbekleidet, mit einer zielstrebigen Körpersprache, das Farbschema … Weiterlesen

Jeremias – alma EP

Auf Deutsch über Liebe zu singen ist eine Sache, die man momentan wohl am ehesten bei Max Giesinger, Mark Forster, Lea und Co. verorten würde. Dass das Ganze aber auch deutlich innovativer und komplett ohne Kitsch geht, zeigen Jeremias: Eine junge Band aus Hannover, die zwar erst seit zwei Jahren in dieser Form existiert, im letzten Jahr in der deutschen Indie-Szene aber absolut durchgestartet ist. Nun erscheint mit “alma” ihre zweite EP, für die sie erneut mit der Produzentenlegende Tim … Weiterlesen

Interview mit Jeremias über ihre EP “alma”

Vor ungefähr neun Monaten haben wir sie noch bei unseren vielversprechendsten Indie-Newcomern gefeatured, und auch bei unseren Newcomern des Jahres 2020 waren sie vertreten – nun haben wir sie endlich auch interviewt: Jeremias. Eine junge Band aus Hannover, die irgendwas zwischen Pop, Disco, Indie und Funk mit deutschen Texten macht. Klingt crazy? Ist es auch – aber dabei auch ziemlich gut. Im Moment sind die vier auf dem Land, ungefähr eine Stunde von Berlin entfernt, und machen dort Musik. Das Weiterlesen

Hinds

Hinds – The Prettiest Curse

Was ist denn da passiert? Wo die ersten beiden Alben der spanischen Slack-Queens Hinds noch optisch und Sound technisch mürrisch “Lo-Fi” in den Pullikragen nuschelten, erstrahlt “The Prettiest Curse” in satten Farben und einer schicken Produktion. Anstelle von austauschbarem Hochglanz-Einerlei legt das Quartett aber einen lupenreinen Spagat zwischen unpolierter Eigenwilligkeit und einem Plus an Eingängigkeit hin. Vielleicht könnte ein Anruf bei Produzentin Jenn Decilveo (u.a. Beth Ditto, Bat For Lashes) eine Erklärung liefern, wie die Hinds gleichzeitig so verdammt gelassen … Weiterlesen

Blanche – Empire

Welche Musikrichtung verbindet man mit dem Eurovision Song Contest? Große, kitschige, dramatische Balladen? Stampfende Pop-Songs mit Balkanbeat? Auf die Mehrheit der Beiträge mag das wohl zutreffen. Ab und zu tauchen aber doch Titel auf, die man keinesfalls erwarten würde. Einer davon war die Nummer aus Belgien im Jahre 2017 in Kiew. Die noch nicht mal volljährige Ellie Noa Blanche Delvaux stand auf der Bühne und belegte zum wiederholten Male einen sehr guten 4. Platz für ihr Land, aber ebenso … Weiterlesen

Cove von The 1975's "Notes On A Conditional Form".

The 1975 – Notes On A Conditional Form

Mit „Notes On A Conditional Form“ beenden The 1975 die „Music For Cars“-Era. Was ursprünglich als das dritte Album der britischen Band gedacht war, mutierte binnen weniger Jahre zu einem unkontrollierbaren Konglomerat aus zwei vollwertigen Studio-Werken und durchgetakteten Live-Konzerten im traditionellen Show-Sinne. „Notes On A Conditional Form“ ist nun das zweite der angedachten Alben und vereint 22 Versatzstücke zu einem bunten Haufen Pop-Musik.

An aller Anfang steht der Punk

Ganz zu Beginn der Reise steht ein politisches Punk-Statement. Nach dem … Weiterlesen

Cover von Von Wegen Lisbeths ersten Live-Album "Live In Der Columbiahalle"

Von Wegen Lisbeth – Live In Der Columbiahalle

Dass Von Wegen Lisbeth eine fantastische Live-Band sind, steht außer Frage. Da sprechen mehrere Dutzend ausverkaufte Konzerte vor immer wachsendem Publikum, überlaufene Festivalbühnen und begeisterte Rezensent*innen eine klare Sprache. Gleich vier mal verschlug es das Quintett der Wahl der „kleineren“ Location und großen Nachfrage wegen im vergangenen Jahr mit dem Album „sweetlilly93@hotmail.com” in die Berliner Columbiahalle. Mit „Live In Der Columbiahalle“ schmeißt die Band ihren Fans nun einen gekürzten Mitschnitt der vier Heimat-Konzerte als Album vor die Füße. Darauf beweist … Weiterlesen

Austra – HiRUDiN

Zugegeben: Beim Titel dieses Albums, habe ich mich auch erst mal gefragt, was das bedeuten soll. Ein paar Minuten und etwas Online-Recherche später war ich dann aber schlauer: “Hirudin ist ein Gemisch chemisch sehr ähnlicher Polypeptide aus dem Speichel des medizinischen Blutegels mit blutgerinnungshemmenden Eigenschaften. Sie gehören zu der pharmakologischen Gruppe der peptidischen Thrombin-Inhibitoren.” steht dort als Definition in einem der einschlägigen Online-Nachschlagewerke. Kurz gesagt bezeichnet der Name von Austras viertem Album also das Gift des Blutegels, was an und … Weiterlesen

Cover von Drens EP "Pet Peeves".

Drens – Pet Peeves EP

Nach einer Vielzahl von Single-Veröffentlichungen servieren Drens ihr erstes zusammen-hängendes Release seit Neustart: Die „Pet Peeves“-EP. Die trifft zielsicher den Kern des Schaffens der Dortmunder und legt den Fokus auf Stimmung.

Eigentlich existiert das Quartett schon nahezu eine Dekade. Damals noch als Duo schmissen Drens der Indie-Welt bereits in den Jahren 2011 und 2014 EP und Album vor den Latz. Vor einigen Jahren folgte dann der Neustart in anderer Besetzung: Von da an standen nach und nach einzelne Singles an, … Weiterlesen