Cover von Kmpfsprts Hardcore Seven-Inch.

Kmpfsprt – Kmpfsprt

Dass das gelebte Rebellentum des Punks oft mehr Konventionen folgt als es Freiheiten verspricht, entwickelte sich spätestens seit Anbeginn des 21. Jahrhunderts zum Faktum. Die Punkpolizei ist und bleibt streng. Warum nicht also das Reglement zusätzlich verschärfen und den Spielraum dadurch bewusst noch enger fassen? Ein möglicher Fahrplan für dieses Vorhaben: Die Musik muss getreu der Devise „in kürzester Zeit – binnen 90 Sekunden – alles geben“ ballern. Die Gesamtspielzeit soll entsprechend höchstens knapp zweistellig sein: Seven-Inch-Länge. Man kennt’s von … Weiterlesen

Bury Tomorrow – Cannibal

Auch auf ihrem sechsten Album „Cannibal“ kommen Bury Tomorrow wie gewohnt hart um die Ecke. Der erste Song „Choke“ ist analog zu „No Less Violent“ vom Vorgänger „Black Flame“ oder auch „The Eternal“ von „Earthbound“ ein heftiger Einstieg in die neueste Veröffentlichung. Erneut platziert die britischen Band harte, spannende Gitarren-Riffs neben schnellen Soli. Die neuen Lieder versprechen aber natürlich auch Breakdowns und tolle Melodien mit Gänsehaut-Momenten. Bury Tomorrow bleiben musikalisch in ihrer Komfortzone, dem klassischen Metalcore und bewegen sich dabei … Weiterlesen

The Ghost Inside – The Ghost Inside

„What do you stand for?“. The Ghost Inside stellten diese Frage bereits 2010 im Song „Between The Lines“. Die kalifornische Hardcore-Band selbst jedenfalls steht für ihre Fans für Stärke und Hoffnung. Besonders Zeilen wie „Life’s swinging hard, but I’m swinging harder“ aus dem Song „Mercy“ des letzten Albums „Dear Youth” (2014) wurden zu einer Art Vermächtnis. Nach dem tragischen Unfall, den The Ghost Inside 2015 hatte, stellten sich die fünf Bandmitglieder selber die Eingangsfrage. Können Sie ihrem Vermächtnis gerecht werden? … Weiterlesen

Das bärtige Noise-Rock-Duo aus dem hohen Norden meldet sich zwei Jahre nach dem Release von „Old Money/New Lows“ mit ihrem vierten Album „Lizard Lounge“ zurück. Die Songtitel sind nicht mehr ganz so provokant wie auf „Nique Everything“ von 2015 oder „The Sun’s Not Yellow, It’s Chicken, trotzdem haben sie sich eine gewisse makabre Note beibehalten. Musikalisch haben sie einen Schritt mehr in Richtung Hardcore Punk gewagt, wobei sie ihre brachiale Grundformel trotzdem beibehalten. Unverändert beeindrucken sie mit einem nahezu monströsen Klangbild und lassen erneut die Frage aufkommen, wie ein Duo rotziger, hemmungsloser und schlichtweg kolossaler klingen können, als manch sechsköpfige Band. Zwischen Nostalgie und Ekstase Auf „Lizard Lounge“ spielen Barren Womb sich durch ein Dickicht aus noisigen Gitarren-Klängen, Post-Hardcore-Anleihen der späten 90er bis frühen 2000er Jahre und sludgigen Interluden. Oft erinnern die Songs an Refused, kommen trotz energischer Momente jedoch nicht so aggressiv daher. Bei ihnen steht die Spielfreude im Vordergrund.Gelegentlich unternimmt die ohnehin experimentierfreudige Gruppe überraschende Ausflüge: „Crop Circle Jerk“ startet mit einer befremdlichen Mischung aus schleppenden Schlagzeug-Klängen und einer gegen den Beat spielenden Gitarre, bevor das Stück seine Fühler in die Richtung des frühen Metalcores ausstreckt. In „Hydroponic Youth“ und „Molten Pig“ schlagen Barren Womb einen beeindruckenden Spagat zwischen geballter Hardcore-Energie der letzten zwei Dekaden und einer 90s-Alternative-Atmosphäre. Titel wie „Cemetery Slopestyle“, „Karma As A Tour Manager“, „You Do The Meth” und vor allem „Be Kind, Have Fun And Try Not To Die“ zeugen von ihrem unverändert makabren Humor. Wo sie lyrisch so gleichgeblieben sind, hat sich an den Instrumenten das ein oder andere getan: die auf den Vorgänger-Alben zu hörenden Indie-, Emo- und Country-Elemente sind komplett aus ihrem Sound verschwunden. Nach wie vor lässt sich das Duo in keine Schublade stecken. „Lizard Lounge“ ist unkonventionell und zeigt Barren Womb von einer ungewohnt energischen Seite. Was Bokassa und Blood Command vergebens versucht haben, meistern Barren Womb auf ihrem jüngsten Album.

Barren Womb – Lizard Lounge

Das bärtige Noise-Rock-Duo aus dem hohen Norden meldet sich zwei Jahre nach dem Release von „Old Money/New Lows“ mit ihrem vierten Album „Lizard Lounge“ zurück. Die Songtitel erinnern an das provokante „Nique Everything“ von 2015 oder das kuriose „The Sun’s Not Yellow, It’s Chicken”. Unverkennbar haben sie sich ihre markbare Note beibehalten. Musikalisch haben sie einen Schritt mehr in Richtung Hardcore Punk gewagt, wobei sie ihre brachiale Grundformel trotzdem beibehalten. Unverändert beeindrucken sie mit einem nahezu monströsen Klangbild. Erneut lassen … Weiterlesen

Cover von The Hirsch Effekts "Kollaps"

The Hirsch Effekt – Kollaps

Das nächste Album für die Sparte: The Hirsch Effekt aus Hannover nehmen sich auch auf ihrem fünften Studioalbum „Kollaps“ der Aufgabe an, Musik für die Nische zu produzieren. Wagte sich das Power-Trio in der Vergangenheit bereits an orchestrale und chorale Arrangements, brutale Mathcore-Versatzstücke und klassischen Pommes-Gabel-Metal, so geht es die Sache nun etwas elektronischer sowie epischer an. Der chaotische Twist der ersten vier Studiowerke bleibt dabei erhalten, auch wenn die Band sich mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung dem Zeitgeist und damit … Weiterlesen

Boston Manor

Boston Manor – Glue

Um all die Regler, die Boston Manor für ihr neuestes Werk betätigt haben, gleichzeitig zu drehen, müsste man schon mindestens ein Oktopus sein. Was auf “Glue” nämlich an Spielfreude und Querverweisen verarbeitet wird, hat im Kern nur sehr wenig mit den Vorgängern “Welcome to the Neighborhood” und “Be Nothing.” gemein. Laut Sänger Henry Cox führe die Reise vom Melodie getränkten Pop-Punk zum Genre-Wände einreißenden Ungetüm das Quintett aber endlich dahin, wo sie seit Jahren hinwollten. Für Fans womöglich eine kleine … Weiterlesen

Dance Gavin Dance

Dance Gavin Dance – Afterburner

Seit kurzer Zeit ist es offiziell: Die Festivalsaison wird dieses Jahr nicht stattfinden. Ein Umstand, für den sich Dance Gavin Dance beim Schreiben ihres neunten (!) Studioalbums bestens vorbereitet haben. Beim Hören von “Afterburner” streift das innere Auge durch die großen Festivals, marschiert ohne Pause von Bühne zu Bühne, von Act zu Act. Was das Quintett hier nämlich erneut an Querverweisen in ihren experimentierfreudigen Genre-Kessel reingeworfen hat,  sorgt erneut Song für Song für offene Münder – versprochen. Das schicke Artwork … Weiterlesen

Cover von The Useds sechstem Album "Heartwork"

The Used – Heartwork

The Used scheinen in einer niemals endenden Vergangenheitsschleife gefangen. Seit dem Erfolg der zwei Erstlingswerke „The Used“ und „In Love And Death“ gelang es den Musikern um den exzentrischen Frontmann Bert McCracken nie, den Fokus von ebendiesen beiden Meilensteinen wegzubewegen. Es folgten fünf weitere Studioalben und massig Tourneen, bei denen die US-Amerikaner als lauwarme Kost zumeist vorrangig Stücke der beiden Frühwerke auftischten. 2016 dann die logische Konsequenz: Eine Welttournee, auf der man zwei Abende hintereinander in Gänze jeweils Album Nummer … Weiterlesen

Cover von Enter Shikaris sechstem Album "Nothing Is True & Everything Is Possible"

Enter Shikari – Nothing Is True & Everything Is Possible

Ambitionen konnte man Enter Shikari noch nie absprechen. Weder ließen sich die einstigen Trance-Core-Pioniere von ihrem scheinbar engen Sound-Korsett in die Enge treiben, noch ruhten sich die Briten auf ihrem Live-Ruf aus und reproduzierten immer wieder eine einmalig konzipierte Show samt Licht-Installationen und Bühnendesign. Auch „Nothing Is True & Everything Is Possible“, das sechste Studioalbum des Quartettes, sucht fast schon begierig nach neuen Wegen. Die reichen von EDM-Einflüssen über orchestrale Elemente hin zu ekstatischen Dance-Parts. Diese fortschrittlichen Momente kontrastiert erstmalig … Weiterlesen

Shakers – I Need You To Know

Alle Jahre wieder erhebt sich eine Band aus dem Einheits-Gewusel der hiesigen DIY-Szene: Kepler, Fjørt sowie Birds In Row gelang das bereits. Shakers aus Wiesbaden und Mainz machen sich nun ebenfalls bereit, die unzähligen AZ- und AJZ-Bühnen des Landes zu kentern. Das Debütalbum des Quintettes hört auf den Namen „I Need You To Know“ und unterläuft den simplen Screamo-Sound mit einer Handvoll Post-Hardcore und-Rock Einflüssen. Das ist derart bedacht umgesetzt, dass sich die Hessener bald wohl auch fernab der … Weiterlesen