Nothing More – The Stories We Tell Ourselves

Manchmal schaffen es Bands trotz sehr hoher Qualität nicht, das gerechte Maß an Bekanntheit zu erreichen. Seit 2003 veröffentlichen die Amerikaner Nothing More nun schon gemeinsam Musik. Dabei entstanden bisher fünf Alben, die sich wirklich hören lassen. Einordnen kann man sie im Bereich zwischen Progressive und Alternative Rock. Mit dem sechsten Album unter dem Titel „The Stories We Tell Ourselves“ könnten die Musiker nun vielleicht endlich den verdienten Erfolg einheimsen.

18 Songs auf einem Album, das ist erstmal eine Kampfansage. Bei so vielen Liedern kann schnell Langeweile aufkommen, gleichzeitig besteht so aber auch die Möglichkeit, viele Facetten zeigen zu können. Doch gleich sechs Stücke sind reine Interludes und zeigen Soundaufnahmen zu verschiedenen Thematiken. Zwar sind diese recht interessant, 4 hätten jedoch auch schon gereicht.

Kommen wir nun aber zu den „richtigen“ Songs. Und die haben es ziemlich in sich! Gleich die ersten beiden, „Do You Really Want It“ und „Let ‚Em Burn“ (übrigens auch die erste Single-Auskopplung) zeigen sich als starke Up-Tempo-Nummern. Die recht hohe Stimme des Sängers Jonny Hawkins wirkt sehr kraftvoll, vor allem durch die druckvolle Unterstützung von Gitarre, Bass und Schlagzeug. Eins haben diese Lieder außerdem gemeinsam: die Strophen bauen sich stetig auf, um im Refrain richtig aufzudrehen. An diesen Stellen schwankt Hawkins gerne auch ins Schreien, am Ende der Songs verlieren sich die Instrumente auch mal ineinander. Besonders fällt bei dieser Struktur „Don’t Stop“ auf. Hier wird Hawkins‘ Stimme mit ordentlich Hall vor einem elektronischen Wabern aufgebaut, bevor der Refrain wieder in einem Riff geladenen Refrain endet. An einigen Stellen erinnert dieser Gesang zwischen Gesang und Fallen ins Schreien stark an Jason Butler von letlive.

Wer die Band schon ein Mal live erlebt hat, weiß, dass Frontmann Hawkins auf seinem „Scorpion“, einem selbst gebauten Metallkonstrukt, auch mal Drummer Ben Anderson unterstützt und fleißig mittrommelt. Diese doppelte Dynamik zeigt sich in allen Songs. die Rhythmik fällt vor allem bei „The Great Divorce“ auf, wo Anderson zeigt, was für ein grandioser Schlagzeuger er ist. Aber auch alle anderen Stücke werden sehr abwechslungsreich gestaltet, so dass man viel Lust verspürt, das Album immer wieder zu hören. Einzig „Still in Love“ kratzt doch etwas an der Grenze zum Kitsch, da fällt die Akkustik-Ballade „Just Say When“ doch schon positiver auf – hier herrscht Gänsehautgarantie dank wunderschöner Streicher. Zwischen ruhigen Nummern, Up-Tempo-Hits, verzerrten Gitarren, abwechlungsreichem Gesang und kleinen Spielereien weiß dieses Album total zu überzeugen. Zudem wirken die Lieder auch in sich schlüssig. Da bleibt nur zu hoffen, dass Nothing More endlich aus der Nische treten und die Songs so gefeiert werden, wie sie es verdient haben!

Und so hört sich das an:

Nothing More live 2017:

  • 26.11.2017 Musik&Frieden, Berlin
  • 13.12.2017 Köln, Luxor
  • 14.12.2017 Hamburg,  Headcrash

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