Laurel_EP_artwork

Laurel – Limbo Cherry

Schmierig aber wahr: “Limbo Cherry” ist die Kirsche für den Indie-Sommer. Und da der ja im normalen Festival-Zyklus eigentlich gerade schon voll im Gange wäre, kommt die frische EP der wunderbaren Laurel genau zur richtigen Zeit.  Besonders wegen der neuen Sound-Architektur, die schon die Vorgänger-EP “Petrol Bloom” andeutete, gehört ein Exemplar dieser Platte neben jede Eis-Truhe. Vom klassischen Singer-Songwriter-Handwerk, das noch die Grundlage für das Debüt “Dogviolet” 2018 bildete, ist mittlerweile nur noch wenig hörbar. Nur das eindeutige Geschick für … Weiterlesen

Review: Das dritte Lucy Dacus Album ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Lucy Dacus – Home Video

„Home Video“ von Lucy Dacus ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Im Gegensatz zu so vielen verbitterten Rückblicken wagt die US-Amerikanerin mit ihrem dritten Studioalbum eine unaufgeregt verträumte Rekapitulation von Vergangenem. Ihre Musik transportiert das ebenfalls. „Partner In Crime“ etwa arbeitet zwar mit Autotune und fuzziger Soli-Gitarre, ist ansonsten jedoch unbeschwerter Indie in Reinform. Und selbst wenn in „Thumbs“ über flächige Keys nur Dacus kraftvolle Stimme ertönt und mit Zeilen wie „I would kill him if you let me“ … Weiterlesen

Review: The Murlocs aus Melbourne überzeugen auf ihrem fünften Album "Bittersweet Demons" mit sonnigem Psych-Pop.

The Murlocs – Bittersweet Demons

Schnappt euch ein eiskaltes Victoria Bitter und genießt mit dem fünften Album der Band aus Melbourne sonnendurchfluteten Psych-Pop, der wie für die Party am australischen Surferstrand gemacht ist. Prägende Stilmittel von The Murlocs bleiben das schwindelerregende Mundharmonikaspiel und der temperamentvolle Gesang von Sänger/Gitarrist Ambrose Kenny-Smith. Im Gegensatz zu den Garage-lastigeren Veröffentlichungen bisher ist „Bittersweet Demons“ weniger ungezügelt und auch die Fuzz-Pedale bleiben diesmal größtenteils im Gitarrenkoffer. Dafür bauen die Australier ihre Songs auf sanfte Piano-Melodien und verschmelzen diese mit … Weiterlesen

Cover der Razz Ep "Might Delete Later".

Razz – Might Delete Later EP

Länger war es nun still um Razz – eine Band, die in den vergangenen fünf Jahren oft als Vorzeigebeispiel des deutschen Indie-Rock galten. Kein Wunder: Nach ihrem ersten Album 2015 ging die Karriere der vier Jungs steil bergauf. Chartplatzierungen, Nachwuchspreise, Support-Shows für Bloc Party, Kraftklub und Mando Diao, eigene Touren, Festivalauftritte bei Rock am Ring oder dem Hurricane, neue Singles, ein zweites Album – für ein paar Jahre war es nie wirklich still um die noch junge Band. 2019 nahmen … Weiterlesen

Northern Light – Into The Dark

Auf den Zug aufspringen, der aktuell einen Durchbruch verhofft, oder doch bei dem Stil bleiben, für den das Herz schlägt? Diese Frage stellt sich, wenn eine Band Zeit und vor allem Geld in die erste EP steckt. Die Jungs von Northern Light gehen mit „Into The Dark“ zweiteren Weg. Mit überzeugenden Live-Auftritten beschreiten sie diesen sicherlich auch bald erfolgreich.

Die Platte umfasst fünf Lieder, die sämtliche Einflüsse, Vorlieben und Interessen der Band aufzeigen. Der Opener „Northern Light“ bringt das direkt … Weiterlesen

No Angels -20

No Angels – 20 [Doppel-Review]

Knapp 20 Jahre ist es her, dass die No Angels mit ihrer Single “Daylight in Your Eyes” und dem Debütalbum “Elle’ments” den Meilenstein für eine steile Karriere legten. Vanessa, Sandy, Lucy, Nadja und Jessica wurden zu DER Girlband Deutschlands, bis im Jahr 2003 die Trennung folgte. Nun, ein Comeback sowie eine weitere Trennung später, haben sich die No Angels zu ihrem 20-jährigen Jubiläum wiedergefunden. Zwar ohne Vanessa, aber mit ebenso viel Energie wie damals. Ein Grund für unsere Autor:innen Christopher Weiterlesen

Review: Aus dem rosanen Nebel treten Garbage als radikale Allies hervor, die bei jedem heutigen Protestmarsch herzlich willkommen wären.

Garbage – No Gods No Masters

So klingt das also, wenn Dinos den Urknall überleben. Als Garbage 2018 auf Tour zu ihrer Jubiläumsausgabe des großartigen “Version 2.0” in Köln halt machten, wartete die Meute noch ausschließlich auf die alten Tracks der 90er. Eine klassische Erwartungshaltung an eine Band, die seit über zwei Jahrzehnten große Hallen auf dem Globus füllt. Und auch irgendwo nur nachvollziehbar, dass sich viele Acts diesem Druck beugen und ihre neuen Studioalben ziemlich stiefmütterlich behandeln. Nachvollziehbar, aber irgendwann auch ziemlich öde. Umso schöner … Weiterlesen

Ohne große Vorab-Promo veröffentlichen King Gizzard ihr neues Album "Butterfly 3000". Das ist gut, aber nicht grandios.

King Gizzard & The Lizard Wizard – Butterfly 3000

Es ist ein King Gizzard-typischer Move: Ihr 18. Album kündigt die australische Band nur mit Titel und Veröffentlichungsdatum an. Den Rest – die Tracklist, die Musik, das Cover – erfahren Fans erst am Tag der Veröffentlichung selber. „Butterfly 3000“, wie das Studioalbum heißt, ist auch sonst wieder typisch untypisch, gerade in den Momenten aber am schwächsten, in dem es zu sehr an alte Muster erinnert.

Nach den fast schon wohlbekannten mikrotonalen Ausflügen auf dem Geschwister-Doppel „K.G.“ / „L.W.“ ist „Butterfly … Weiterlesen

Review: Autorin Emilia findet, dass das Jeremias Debüt-Album "golden hour" von Leichtigkeit nur so durchzogen ist.

Jeremias – golden hour

Manchmal muss man einfach einen Nerv treffen. Die richtige Musik zur richtigen Zeit machen. Jeremias schaffen das offensichtlich – anders lässt sich der Erfolg der noch recht jungen Band in den vergangenen Monaten wohl kaum erklären. Bislang haben die vier Jungs ihren Indie-Pop allerdings “nur” in EPs verpackt , jetzt ist endlich auch das erste Album “golden hour” erschienen – eine Platte voller Sehnsucht, Liebe und Leichtigkeit.

Mit den insgesamt fünf Vorab-Singles aus den vergangenen Wochen konnte man dabei schon … Weiterlesen

K.Flay_InsideVoices_1500

K. Flay – Inside Voices

Eigentlich wünscht man seinen Lieblingskünstler*innen ja nur das Beste. Aber irgendwie scheint ja auch manchmal was am Mythos der leidenden Kunstschaffenden dran zu sein, entstehen doch gerade in den dunkelsten Episoden der Personen ihre größten Werke – und in den guten oft eher Belangloses. Zumindest kam mir der Gedanke beim bisher letzten Werk von K. Flay, das unter dem Namen “Solutions” anstatt dem bisherigen düsteren Sound plötzlich positive Zukunftsentwürfe ins Songwriting ließ. Spaß statt Zorn, Optimismus statt Trübsal, … Weiterlesen