Dead Sara

Dead Sara – Ain’t It Tragic

Die Sehnsucht nach der Rückkehr zu einem regulären Kulturbetrieb ist bei Musikfans wohl ungebrochen. Wer eine Platte wie “Ain’t It Tragic” auflegt, wird vor dem geistigen Auge unweigerlich die größten Festivalbühen wachsen sehen. Auf denen werden Dead Sara wohl auch mit ihrem dritten Album kaum landen, aber jede Faser dieser 11 Songs vibriert nur so vor Intensität. Dafür holt das Trio aus L.A. die ganz großen Rock-Gesten heraus und setzt einer bisher ohnehin bemerkenswerten Diskographie die vorläufige Krone auf.

Groß,

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Laura Jane Grace – At War With The Silverfish

2020 war für viele ein Jahr der Introspektive, des Auseinandersetzens mit dem eigenen Seelenleben. Nach dem gefühlt 40. Lockdown hat man sich aber dann auch an seinem Innersten satt gesehen und wäre dann wieder bereit für etwas mehr Zerstreuung. Laura Jane Grace’ – ihres Zeichens Sängerin und Gitarristin der Punk-Legenden Against Me! – Solo-Debüt “Stay Alive” fiel genau in den Zeitrahmen der persönlichen Einkehr. Der dementsprechend gedrosselte, aber dafür umso intimere Sound war mutig, trostspendend und eine besondere Abwechslung vom … Weiterlesen

Varley

Varley – Smalltalk & DMCs

Endlich kann man wieder aus voller Inbrunst sagen: Indie lebt! Und zwar nicht nur in der Art, wie er Pop und Hip-Hop beeinflusst, sondern auch noch im klassischen Sinne mit analogen Instrumenten. An der Speerspitze stehen bei dieser neuen Welle aber keine weißen College-Dudes, sodern vor allem viele FLINTA. In der deutschen Musikszene gibt es bislang jedoch noch wenige Gallionsfiguren, da schaut man noch neidisch auf Größen wie Phoebe Bridgers oder Holly Humberstone herüber. Aber keine Sorge – die neuen … Weiterlesen

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Slothrust – Parallel Timeline

Eigentlich entstehen Regenbögen ja da, wo Sonne und Regen aufeinandertreffen. In der Popkultur hat sich das Naturphänomen derweil längst als Symbol für die LGBTQ*-Community etabliert. Wenn Slothrust nun für ihr fünftes (!) Studioalbum eine quietschend grelle Welt inklusive dem gestreifen Luftspektakel und Luftblasen erschaffen, wirkt das wie ein deutliches Statement. Aber auch wie eins, das doch einige Fragezeichen hinterlässt – bunte, grelle Farben für die Band, die auf “The Pact” zuletzt mit ziemlich abgeklärter Pose gen Empowerment gestiefelt … Weiterlesen

Amyl and the Sniffers

Amyl and the Sniffers – Comfort to Me

Auch Straßenköter haben Gefühle! Genau davon scheinen Amy Taylor und ihre Kumpanen die wachsende Fanbase auf dem Zweitwerk “Comfort To Me” überzeugen zu wollen. All jene, die den rauen Sound des Debütalbums “Amyl and the Sniffers” zu schätzen gelernt hatten, brauchen jetzt aber nicht vor der Schoßhundisierung des Straßenlandes Angst zu haben. Amyl and the Sniffers sind immer noch laut, scheppernd und unangepasst. Nur eben in Punkto Songwriting einen ordentlichen Satz weiter nach vorne gekommen.

Das Herz der

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Dana Dentata

Dana Dentata – pantychrist

Genug von der häuchlerischen Harmonie. Wer kann diese auch länger ertragen, in einer Welt, in der Rassismus, Klassismus, Sexismus und Queerphobie diverse Keile zwischen die Menschen treiben? Bei Dana Dentata, dem ersten rein weiblichen Signing bei Roadrunner Records, öffnet dieser Ethos den Raum für die Dissonanz. Dabei soll das Debütalbum “pantychrist” vor allem die empowernde Retourkutsche nach einem sexuellen Übergriff darstellen.  Die zwölf Stücke der Platte spielen deswegen ganz offensiv mit sexuellen Reizen, ohne dabei jemals selbst die Zügel abzugeben. … Weiterlesen

Jared Hart

Interview mit Jared Hart zur Tour 2021

In der Riege der Singer-Songwriter:innen vereint Jared Hart drei der wichtigsten Merkmale: eine unverwechselbare Stimmfarbe, hochemotionales Songwriting und nicht zuletzt einen schier unstillbaren Durst nach dem Tourleben. Wie sehr der Musiker aus New Jersey diesen Spirit lebt, haben wir selbst schon bei einem grandiosen Live-Auftritt erleben dürfen. Warum ihr euch seine kommende Tour auch nicht entgehen lassen solltet und was Livemusik überhaupt für ihn bedeutet, hat er uns nun in einem Interview verraten.

minutenmusik: Wie sind die letzten Monate … Weiterlesen

Chvrches Screen Violence

Chvrches – Screen Violence

In der Welt der klassischen Horrorfilme haben Frauen nur selten etwas zu sagen. Das Narrativ ist so repititiv, dass es sich irgendwann zu einem stumpfen Formular entwickelt hat: eine heteronormative Familie wird von gruseligen Entitäten (die nicht selten queere, disabled oder BIPoC-Personen darstellen sollten) heimgesucht – die Frau schreit, der Mann rettet schließlich alle. So bekannt der Plot, so groß die Ähnlichkeit zu gesellschaftlichen Diskursen. Spannendes Terrain für ein Album, keine Frage. Aber gerade mit dem sonst so schillernden Synth-Pop-Sound … Weiterlesen

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Orla Gartland – Woman on the Internet

“Ich befinde mich immer im work-in-progress-Status,” erzählt Orla Gartland im Rummel um ihr Debütalbum “Woman on the Internet”. Und schon dieser Satz ist eine Abkehr von all dem Streben nach Perfektion und dem vermeintlich endgültig besten Werk der Musikbranche. Konsequent inkonsequent macht auch der erste Langspieler der Dubliner Songwriterin einfach, worauf er so Bock hat. Politische Statements? Klar, aber bitte auch viel Seelenschau. Pop? Na klar, aber natürlich auch abgedrehte Indie-Arrangements. Für die Hörer*innen wird “Woman on the Internet” so … Weiterlesen

Calva Louise - Euphoric

Calva Louise – Euphoric

In einem bildgewaltigen, bizarren Paralleluniversum durchbricht eine güldene Kreatur ein kaum fassbares, schwebendes Objekt. Wtf? Falls es euch schon beim Cover zu “Euphoric” schwer fällt, einen klaren Gedanken zu erfassen, dann wartet mal, bis ihr die Platte aufgelegt habt. Das Londoner Trio Calva Louise hat sich für das Debüt-Album direkt mal die Aufgabe eines Konzeptalbums vorgenommen und ließ Gitarristin und Sängerin Jess Allanic deswegen neben dem beeindruckenden Cover auch direkt einen animierten Film und eine Graphic Novel passend zu dem … Weiterlesen