Cover von Haftbefehls "Das schwarze Album".

Haftbefehl – Das schwarze Album

Das Feuilleton zu Füßen liegend veröffentlicht Haftbefehl „Das schwarze Album“. Das bedient die Erwartungen, die der Titel hervorruft, bietet erstmalig aber auch soetwas wie hoffnungsvolle Perspektiven.

Eins vorweg: „Das schwarze Album“ ist auch trotz seiner Autotune-Experimente härter und dreckiger als sein Vorgänger. Und es ist weniger kunstvoll. Die häufig knackig-produzierten Beats sind durchkühlt wie Schwermetall, gehen gleich zu Beginn voll nach vorn, fließen dann aber schlussendlich mit ausgedehnten Instrumentalpassagen aus. Zeit, in denen der Verstand ruhen kann. Die Besinnungspausen kommen … Weiterlesen

Review: Das vierte Cro-Album "trip" ist von vielen Ambivalenzen durchzogen – nicht nur im Sound. Das überzeugt Autor Jonas nur teilweise.

Cro – trip

Cros „trip“ (kurz für „Trapped In Paradies“) ist ein in Ambivalenzen ausgedrücktes Stück Musik. Auf der einen Seite: Die 11 Disco-Funk-Versatzstücke von „Solo“. Auf der anderen: Der psychedelische Band-Sound der namensgebenden zweiten Albumhälfte. Hier: Die sauber und mit viel Tiefgang ausgeführten Produktionen. Da: Die flachen Textfragmente, die scheinbar nur ein Thema kennen. Und sowohl: Der Wille sich als fortschrittlich zu präsentierten. Als auch: Die rückschrittlichen Posen.

Musik

Das vierte Cro-Album ist gleich eines mit zwei Teilen: Die ersten elf Stücke … Weiterlesen

Review: Haiyti ist mit 18 neuen Songs zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Knüpft die Rapperin an ihr letztjähriges Album-Doppel an?

Haiyti – Mieses Leben

Überfall: Haiyti ist zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Nach dem letztjährigen Album-Doppelpack legt die „skinny Legend“ aka Robbery nun überraschend mit 18 neuen Songs nach. „Mieses Leben“ heißt das fünfte Album der Rapperin.

Schauplatz: „Intro“. Sphärisch-körnige Analog-Synthesizer. 808s, die mit Schwung in die Magengegend treten. Autotune-Adlips. Übersteuerung. Dazu: Seichte Keys. Dann: „Robbery Is Back“. Der Bass: Tiefer als der Pazifik. Die Referenzen: Wie kann man sich nur so hart gönnen? Indem man Haiyti ist. Kopf und Nacken: … Weiterlesen

Liste: Was sind die besten deepen Deutschrap-Tracks? Die Redaktion hat die Köpfe zusammengesteckt und zehn zusammengesucht.

Die Liste: 10 Deutschrap-Songs mit Tiefe

Die einen lieben die klassischen Representer-Battle-Tracks unserer Deutsch-Rapper*innen, die anderen weniger. Gemessen an der Gesamtheit der Szene sind ebendiese Songs jedoch in der großen Überzahl und die, die tiefergehende Thematiken aufgreifen, stehen meist in zweiter Reihe. Wir haben mal einen Blick auf genau diese Songs mit etwas mehr Tiefe gewagt und für eine neue “Die Liste” zusammen geschmissen – viel Spaß mit unserer Auswahl!… Weiterlesen

Review: Juicy Gay und mrbx laden in ihre "Rainbow Trap", eine – zumindest meist – kunterbunte Utopie des Optimismus.

Juicy Gay & mrbx – Rainbow Trap

„Rainbow Trap“ ist eines dieser Alben, die die Stärken der beteiligten Künstler*innen auf den Punkt bringen. Rap-Sonnenschein Juicy Gay und Produzent mrbx geben darauf ein Abbild ihrer ganz eigenen Kunstutopie: Der Rainbow Trap.

Juicy Gay beherrscht sie beide: Sommerliche, fast schon aufdringlich eingängige Gute Laune-Hymnen und energetisierend antreibende Trap-Banger. Für beides lässt Kollaborateur mrbx mit seinen luftigen, aber druckvollen Produktionen auf „Rainbow Trap“ Raum. „Cornflakes“ beispielsweise ist eine dieser verschmitzt-lockeren Juicy Gay-Hymnen, die nach langen Sonnenbrand-Tagen in vollen Parks rufen. … Weiterlesen

Speaking into existence Calvin Stone Michael Dreilich

Calvin Stone x Michael Dreilich – speaking into existence

Es ist eine der schönen Geschichten aus dem letzten Jahr. Während persönliche Treffen nicht möglich waren, haben Calvin Stone aus den USA und Michael Dreilich von Deutschland aus sich online verbunden und es trotzdem geschafft zusammen Musik zu machen. Über Sprachnachrichten und Videocalls haben sie gemeinsam eine EP produziert, ohne sich je persönlich getroffen zu haben.

Calvin Stone lebt in Columbus, Ohio und hat 2016 mit „Seven Seven“ sein erstes Album rausgebracht. Michael ist 2017 über YouTube darauf … Weiterlesen

Cover zu Disarstars "Deutscher Oktober"

Disarstar – Deutscher Oktober

Schon seit seinem 2015er Debütalbum „Kontraste“ gilt der Hamburger Rapper Disarstar als Geheimtipp. Irgendwo zwischen Straßenrap und Sozialwissenschaft, zwischen Klassenkampf und Kitsch taucht er seitdem immer wieder in einschlägigen Szene-Magazinen als Verkörperung des Ausspruchs „Der geht bald richtig steil“ auf. Und tatsächlich erweitert Disarstar mit einer Mischung aus Politanalyse und Zustandsbeschreibung schon seit Jahren deutschen Straßenrap um einen neuen, zuvor nicht dagewesenen Blickwinkel. Der große Wurf durch ein in sich völlig schlüssiges Album-Projekt blieb bisher jedoch aus. „Deutscher Oktober“ soll … Weiterlesen

Review: Das zweite Album von Search Yiu pflegt mit seinem besinnlichen Sound alte Wunden statt sie aufzureißen.

Search Yiu – SY (+ Gewinnspiel)

Leidvolle Kunst ist kein seltenes Gut: Von Munchs berühmtem „Der Schrei“ über einen Großteil des Emo-Segments der Musik hin zu Horror-Filmen gibt es eine Vielzahl prominenter Beispiele für äußerst populäre und doch erschreckend bedrückende Kunst. Doch warum zieht den Menschen das Leid an? Diese Frage treibt nicht nur Künstler*innen selber sowie verquere Feuilletonist*innen umher, sondern spielt auch in privaten Kontexten durchaus eine Rolle. Gibt uns das Erleben solcher Kunst vielleicht etwas mit, was wir alleine nicht aufbringen können? Das zweite … Weiterlesen

Review: Audio88 & Yassin setzen hinter 11 der 13 Punkte ihrer "Todesliste" einen Haken. Zwei Songs wollen aber nicht so wirklich überzeugen.

Audio88 & Yassin – Todesliste

Team Normal ist zurück und hat eine „Todesliste“ im Gepäck. Auf der: Namen von Mitläufern und innovationsarmen Newcomer*innen, von Dieter N*hr und Alice W**del. Doch geraten Audio88 & Yassin auf ihrem fünften Album in eine Wiederholungsschleife?

„WUP“ gibt als „Schellen“-Kopie eine eindeutige Antwort: Zu ähnlich sind die Perspektiven, zu vorhersehbar die ironischen Überzeichnungen, zu offensichtlich live-tauglich Beat und Mitgröhl-Hook. Dem Himmel sei Dank – es regnet Rapper-Pisse – setzen die 12 restlichen Songs zum Gegenbeweis an. Der gelingt bis auf … Weiterlesen