Das Cover der EP "DEUFRALA" von Albi X, Christ D.Q und Melo.

Albi X, Christ D.Q & Melo – DEUFRALA

Als ich vor rund acht Jahren das erste Mal einen Song des mittlerweile zum Feuilleton-Liebling aufgestiegenen Offenbacher Gangsta-Rappers Haftbefehl hörte, war es sofort um mich geschehen. Naja, ganz so einfach war es dann doch nicht. Zugegebener Maßen war Verwirrung das vorreitende Gefühl, verstand ich doch nur wenig von dem brachial kratzigen Vortrag des Azzlack-Oberhauptes. Nur wenige als deutsch identifizierbare Wörter konnte ich im Sprach-Wirrwarr seiner Songs ausfindig machen. Wie selbstverständlich mischte der Deutschtürke unterschiedliche Sprachen, darunter Arabisch, Türkisch, Spanisch und … Weiterlesen

Das Cover von badmómzjays Debüt-EP "18"

badmómzjay – 18

Was habe ich schon mit 18 Jahren gemacht? Ziellos zog ich damals durch die Kneipen und Bars meiner Heimatstadt und ignorierte die sich anbahnenden Jahre voller Verantwortung und möglicher Karriereziele, die bei mir nicht ausgereifter waren als: „Och, vielleicht mach ich ja irgendwas mit Medien!“ Nicht so Deutschrap-Newcomerin badmómzjay, die mit „18“ nach millionenfach geklickten Single-Releases endlich ihre Debüt-EP veröffentlicht und ihren Weg ins 18te Lebensjahr zelebriert. Keine verkopfte Sinnsuche nötig, nein, die junge Rapperin weiß genau, was sie will.… Weiterlesen

Cover von Machine Gun Kellys erstem Punk-Album "Tickets To My Downfall"

Machine Gun Kelly – Tickets To My Downfall

Rapper*innen werden Popstars – eine Entwicklung, die im letzten Jahrzehnt unaufhaltsam voranschritt. Die junge Szene scheint dabei beinahe geschlossen aktuellen Trends hinterherzulaufen. Aber eben nur beinahe. Während einst dem Hip-Hop verschworene Szenegrößen ihr Tanzbein zu dumpfen Dancehall-Drums über die Bühnen der weltgrößten Arenen schwingen oder von Bling-Bling behangen hochgradig meme-fähige Trap-Pop-Hooks trällern, wagt sich der Texaner Rapper Machine Gun Kelly mit seinem neuen Album in augenscheinlich ausgediente Genre-Tiefen.

Pop-Punk it is

Dass MGK im Jahr 2020 den MTV Video-Music-Award für … Weiterlesen

Interview mit Weekend Lightwolf Foto von Saeed

Interview mit Weekend über „Lightwolf”

Am 11.09.2020 meldet sich der Rapper Weekend nach dreijähriger Szene-Abstinenz mit seinem neuen Album „Lightwolf“ zurück. Am Telefon konnten wir mit dem gut gelaunten Stuttgarter über die Arbeit am Album, persönliche Entwicklungen, seinen Blick auf die deutsche Rap-Szene und die Netflix-Serie Bojack Horseman sprechen.

minutenmusik: Hallo Weekend, wir freuen uns sehr, dass es geklappt hat. Am 11.09 erscheint dein neues Album „Lightwolf“. Bisher wurden fünf Singles veröffentlicht. Wie nimmst du die bisherige Resonanz wahr?

Weekend: Die Resonanz ist tatsächlich sehr

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Cover von Weekends Album "Lightwolf".

Weekend – Lightwolf

Während halb Deutschrap sich als Alphatier, Rudelanführer oder blutrünstiges Raubtier inszeniert, in dubiosen Motivationsreden nichts außer maximaler Leistung akzeptiert und dafür sorgt, dass toxisches Männlichkeitsgehabe zum guten Ton der Szene wird, zeigt Weekend, der selbsternannte „deutsche Ghostface Killah in nett“, mit ausgestrecktem Zeigefinger auf eigene und fremde Schwachstellen. Aus überzeichneter Stärke wird eingestandene Schwäche. Aus testosterongeladener Selbstüberschätzung wird ein Streben nach Selbstreflexion. Aus fanatischer Zielstrebigkeit wird ein Ringen mit dem eigenen Selbst. Aus Leitwolf wird Lightwolf.

Mit neuem Produzenten und

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Cover von Elias Album "Came From Nothing".

Elias – Came From Nothing

In einer Zeit voller Plagiatsvorwürfe und ‚Deutschrap ist fresher denn je‘-Memes sind Hommagen und Referenzen in der hiesigen Hip-Hop-Szene ein gefährliches Vorhaben. Will man den eigenen Jugendidolen und viel verehrten Genre-Legenden Tribut zollen, ohne dabei den eigenen Stil aufzugeben oder sich Biting-Vorwürfen auszusetzen, ist das stets mit einem waghalsigen Balanceakt verbunden. Eine Herausforderung, der sich Elias mit seinem Debütalbum „Came from Nothing“ stellen möchte.

Vom Newcomer zum Szeneliebling

Kaum zu glauben, dass der Düsseldorfer Elias gerade erst mit seinem Album-Release

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Cover von "Adrenochorm", dem Überraschungsalbum der Antilopen Gang

Antilopen Gang – Adrenochrom

Frühjahr 2020: Nachdem das COVID-19-Virus die Welt flächendeckend in den Ausnahmezustand versetzt hat, reagiert in Deutschland ein Geflecht aus Verschwörungstheoretikern, rechtsradikalen Reichsbürgern und anderen Verwirrten mit Protesten gegen die verordneten Sicherheitsmaßnahmen. Ein neureicher, veganer Sternekoch ruft die neue Weltordnung aus. Einer der erfolgreichsten deutschen Sänger des Landes verbreitet in schlecht gefilmten Handy-Aufnahmen den Glauben an eine wirtschaftliche Elite, die sich durch das aus Kinderkörpern gewonnene Adrenochrom jung und schön hält. Genug wahnwitziger Stoff für die Rap-Crew Antilopen Gang, um in

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Cover von Chefkets Album "2112".

Chefket – 2112

Ein neues Chefket-Album steht in den Startlöchern. Das verspricht technisch versierten Rap mit Mut zu leisen Tönen, große Emotionen, wichtige Themen und sanfte Gesangspassagen über organischen Klängen. Der Wahlberliner mit türkischen Wurzeln schaffte es im Jahr 2018 mit seinem dritten Solo-Album „Alles Liebe (Nach dem Ende des Kampfes)“ textlich wie musikalisch eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, ohne dabei Haltung vermissen zu lassen. Auf der Platte klingen Balladen nicht nach Schnulze und Gesellschaftskritik nicht nach erhobenem Zeigefinger. Kaum jemand vermittelt das

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Cover von Crack Ignaz "Sturm & Drang".

Crack Ignaz – Sturm & Drang

Weg mit der Rationalität, lang lebe die Emotion! Ganz getreu Herders einflussreichem Mantra – „Die Stimme des Herzens ist ausschlaggebend für die vernünftige Entscheidung  – richtet Crack Ignaz sein viertes Solo-Album „Sturm & Drang“ nach den Signalen, die seine Intuition und seine Gefühle ihm vermitteln. Ein konzeptuelles Rap-Album über die Liebe: Darf das vor Kitsch triefen?

Die Antwort Ignaz’ lautet eindeutig: Ja! Getreu der Anti-Traditions-Haltung der literarischen Gattung des Sturm und Drang wendet sich der Österreicher deshalb gegen … Weiterlesen

Mo-Torres Lanxess Arena 02.08.2020

Mo-Torres, Lanxess-Arena Köln, 02.08.2020

Lange Zeit waren Konzerte und Kulturveranstaltungen undenkbar. Doch besondere Zeiten fordern besondere Maßnahmen – und vor allem Kreativität! Nach dem bahnbrechenden Erfolg von Autokonzerten und stundenlanger Live-Übertragungen aus den heimischen Wohnzimmern von Künstlern aus aller Herren Ländern, startete im Juni nun ein neues, europaweit-innovatives Eventkonzept in Köln: ARENA NOW! presented by LANXESS. Mithilfe eines ausgeklügelten Hygiene-, Raumnutzungs- und Einlasskonzepts sollen Kulturveranstaltungen vor Live-Publikum nun wieder möglich sein. Aber kann das funktionieren? Das haben wir uns am vergangenen Sonntag bei Mo-TorresWeiterlesen