The Last Dinner Party, Palladium Köln, 23.02.2026

The Last Dinner Party Konzert Köln

Dass The Last Dinner Party in den vergangenen zwei Jahren einen steilen Aufstieg hingelegt haben, ist wohl untertrieben.

Die fünf Powerfrauen aus London habe ich das erste Mal 2024 auf dem Hurricane Festival gesehen, gehört und direkt absolut gefeiert. Damals feierten sie ihren internationalen Durchbruch mit dem Debütalbum Prelude to Ecstasy. Kaum ein Jahr später lieferten sie mit From the Pyre einen beeindruckend starken Nachfolger.

Ich wusste also, es lohnt sich definitiv diese Band live zu sehen. Dennoch bin ich, weil ich ein Muffel bin, weil es regnete, weil die Bahn wieder mal Verspätung hatte und es einfach Montag war, recht unmotiviert im Palladium angekommen. Und was soll ich sagen? Ich wurde mal wieder – ohne große Überraschung – eines Besseren belehrt.

 

Wir fangen mit einem aufwendigen und extravaganten Bühnenbild an: drapierte Vorhänge, ein Glockenturm, eine fast opernhafte Atmosphäre. Dazu die dramatischen Barock-Kostüme der fünf Musikerinnen. Viel Symbolik, viel Drama, nichts Überraschendes, wenn man die Band etwas kennt.

Und dann 1 Stunde 45 Minuten voller Power.

Schlag auf Schlag, „Agnus Dei“, „Count The Ways“ und „The Feminine Urge“ –spätestens nach dem dritten Song spielt die Menge verrückt und ich vergesse die ganzen Strapazen meines Montags.

The Last Dinner Party hangelt sich von einem Highlight zum anderen mit Songs ihrer beiden Alben, die Stimmung ist auf Hochtouren und der Gesang, das Geschrei und der tosende Applaus der Menge wollen einfach nicht abflachen. Zwischendurch gab es kleine Verschnaufpausen mit Songs wie dem emotionalen „On Your Side“ und liebevolle Ansagen an das Publikum. Ehrlicherweise kann ich mich nicht entscheiden, welcher Song der Setlist am besten war: „I Hold Your Anger”, „Rifle” oder die letzten beiden Hits „Nothing Matters“ und „This is the Killer Speaking”, die den Abend grandios beendeten.

Was Abigail Morris und ihre Bandkolleginnen auf die Bühne bringen, ist einfach nur beeindruckend. Die Frontfrau ist ein absoluter Wirbelwind, doch auch Emily Roberts (Gitarre, Mandoline, Flöte), Lizzie Mayland (Gitarre, Gesang), Georgia Davies (Bass) und Aurora Nishevci (Piano, Gesang) stehen ihr in nichts nach. Sie füllen die Bühne komplett aus und performen mit einer Intensität, als gäbe es kein Morgen. Ihre Energie ist ansteckend und es ist unklar, wer mehr Spaß hat: die Künstlerinnen auf der Bühne oder wir im Publikum.

Mal düster, mal verspielt, dann wieder glamourös oder cute – sie wechseln mühelos zwischen Stimmungen und Rollen. Und als wäre das alles noch nicht genug, zeigen sie auch ihr gesellschaftliches Engagement, nämlich durch die Unterstützung lokaler Tafeln in den Städten, in denen sie touren.  Kein Wunder also, dass ganz viel Liebe im Raum zu spüren war. Die Musikerinnen wirkten stellenweise sichtlich emotional bei so viel Zuspruch aus der Menge und die Fans beschenkten sie mehrfach im Laufe des Sets. Gegen Ende zogen sich manche Interaktionen für meinen Geschmack etwas, aber das ist Meckern auf höchstem Niveau (ich bin und bleibe ein Muffel).

Kommen wir schließlich zur Musik. Baroque Pop, Indie-, Glam- oder Artrock, man kann den Sound von The Last Dinner Party definieren, wie man möchte, irgendwie beschreibt das nie ganz das musikalische und künstlerische Gesamtkonzept dieser Mädels. Mit mächtigen Gitarrenriffs, Piano- und Keyboardeinlagen oder harmonischem Chorgesang bieten sie einen sowohl opulenten als auch poetischen Sound. Und gesanglich? Live klang das alles noch intensiver, noch kraftvoller, noch berührender als auf den Platten.

 

Mein Fazit ist also sehr simpel: einfach nur Spaß. Von der ersten bis zur letzten Minute versprühte die Band eine mitreißende Energie, die selbst meinen grauen Montag rettete. Das Konzert könnte schon jetzt zu meinen absoluten Highlights 2026 zählen. Und wir haben erst Februar.

Denn wenn Abigail Morris singt „Here comes the apocalypse and I can’t get enough of it”, denke ich nur: same!

 

Und so hört sich das an:

 

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