Westlife – 25 – The Ultimate Collection

Kaum eine Phase prägte die Boyband-Ära so sehr wie die 2000er-Wende. Während die Backstreet Boys, NSYNC oder O-Town die internationalen Charts dominierten, verschwanden ältere Größen wie Take That oder Boyzone langsam aus dem Rampenlicht und machten Platz für die nächste Generation von Popgruppen. Und in Europa? Da dominierten vor allem die britische Boyband Blue, Busted und die irische Band Westlife.

Gegründet unter Mitwirkung des Musikmanagers Louis Walsh, schafften Nicky Byrne, Shane Filan, Kian Egan, Mark Feehily und Brian McFadden als Westlife bereits mit ihrer ersten Single „Swear It Again“ einen kometenhaften Aufstieg. Mit „25 – The Ultimate Collection“ hat die Band nun ein Best-Of ihrer bisherigen Karriere veröffentlicht und entführt ihre Fans darauf in einen Strudel aus Nostalgie, großen Balladen und ganz viel Gefühl.

Vorab stellt sich allerdings die Frage: Warum genau sprechen Westlife hier eigentlich von einem 25. Jubiläum? Die Band wurde bereits 1998 gegründet, die erste Single erschien 1999 und das Debütalbum „Westlife“ wurde ebenfalls 1999 veröffentlicht. Selbst wenn man die Pause zwischen 2012 und 2018 rausrechnet, kommt man eher auf 20 als auf 25 Jahre. Nicht umsonst ging die Band 2019 bereits auf „20 Years Of Westlife“-Tour. Es bleibt daher schlichtweg ein Rätsel, was es mit diesem marketinggetriebenen Jubiläum auf sich hat. Das soll das Best-Of allerdings nicht schmälern, „25 – The Ultimate Collection“ funktioniert schlicht besser als „28 – The Ultimate Collection“.

Passend dazu haben es 25 Songs auf die Kompilation geschafft, vier davon sind Neuveröffentlichungen. Darunter der von Ed Sheeran geschriebene Song „Chariot“, der durch seine irischen Einflüsse noch einmal die Wurzeln der Band aufgreift. „Your Love Amazes Me“ sticht besonders als klassische Westlife-Ballade hervor und vereint all das, was die Band ausmacht: starke Harmonien, große Emotionen und altbekannte Melodien. Auch „First Time Feeling“ kombiniert all das, wirkt aber noch einmal deutlich hymnenartiger. Abgerundet werden die neuen Songs durch das ruhige „Beautiful Life“, bei dem die Band stimmlich noch einmal all ihre Qualitäten ausspielen kann. Besonders schön: Obwohl Mark Feehily aus gesundheitlichen Gründen aktuell nicht mit der Band auftritt, hat er seine Parts für die Songs trotzdem eingesungen. Gerade die Stimmen-Kombination aus Mark und Shane ist immer wieder grandios.

Abseits der neuen Songs funktioniert „The Ultimate Collection“ vor allem als Reise durch die Westlife-Historie. Westlife waren nie eine Boyband, die durch Skandale oder Eskapaden auffiel. Genau das machte aber auch ihren Reiz aus. Sie blieben ihrem Stil immer treu, und genau das beweisen die anderen 21 Songs auf dem Best-Of.

Besonders die frühen 2000er nehmen auf dem Best-Of viel Raum ein. In dieser Zeit entstanden schließlich die größten Hits der Band. Angefangen mit ihrem ersten Release „Swear It Again“ über Klassiker wie „World Of Our Own“ oder „Uptown Girl“ vereinen sich auf dem Album die absoluten Westlife-Klassiker, die eben genau jenes melodramatische Gefühl transportieren, das zu dieser Zeit so gut funktioniert hat. Und wenn wir mal ehrlich sind, funktioniert es heute mindestens noch genauso gut.

Vor allem vom Debüt „Westlife“ und vom 2001 erschienenen „World Of Our Own“ haben es alle relevanten Singles auf die Veröffentlichung geschafft. Darunter auch „Flying Without Wings“ und „Bop Bop Baby“. In Deutschland war damals besonders das Album „World Of Our Own“ beliebt und erreichte sogar Goldstatus. Auch vom 2000 veröffentlichten „Coast To Coast“ haben es die meisten Singles auf die Tracklist geschafft, darunter „Against All Odds“, das gemeinsame Duett mit Mariah Carey.

Mit dem Ausstieg von Brian McFadden schlugen Westlife 2004 schließlich ein neues Kapitel auf und veröffentlichten 2005 mit „Face To Face“ ihr sechstes Studioalbum. Daraus stammt mit „You Raise Me Up“ vermutlich einer ihrer bekanntesten Songs, der natürlich auch auf dieser Kompilation nicht fehlen darf.

Interessant ist auch ein Blick auf die Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben. Vom Rat-Pack-Album „Allow Us To Be Frank“ sowie vom späteren “The Love Album” ist kein einziger Track vertreten. Auch „Gravity“ und „Wild Dreams“ spielen auf „The Ultimate Collection” praktisch keine Rolle. Dafür finden mit „Hello My Love“ und „Starlight“ zumindest die größten Charterfolge der neueren Westlife-Phase ihren Platz auf dem Album

Aber fehlt damit wirklich etwas? Eigentlich nicht. Westlife versprechen mit „The Ultimate Collection“ quasi das Beste vom Besten, und genau das liefert die Kompilation auch. Fans könnten vielleicht beanstanden, dass Songs wie „I Lay My Love On You“, „Better Man“ oder „The Rose“ fehlen. Wirklich ins Gewicht fällt das allerdings nicht.

Und genau darin liegt letztendlich auch die größte Stärke des Albums: Westlife haben im Laufe ihrer Karriere 37 Singles veröffentlicht, 21 haben es auf dieses Album geschafft. Die Fans dürfen rund 90 Minuten in gefühlvolle Balladen, nostalgische Momente und große Gefühle eintauchen. Wirklich vermissen tut man da nichts. Obwohl die Band so viele Songs gecovert hat, haben sie diese über die Jahre zu ihren eigenen gemacht, unverwechselbar und unverkennbar. „The Ultimate Collection“ hält damit genau das, was der Titel verspricht, plus vier brandneue Songs für all jene, die auch nach 25 (oder 28) Jahren noch immer nicht genug von Westlife bekommen können.

Und so hört sich das an:

Website / Facebook / Instagram / Twitter

Die Rechte des Covers liegen bei Sony Music.

Westlife auf Tour: 

17. November: Barclays Arena, Hamburg

23. November: Ziggo Dome, Amsterdam (NLD)

24. November: Lotto Arena, Antwerpen (BEL)

25. November: Lanxess Arena, Köln

26. November: Hallenstadion, Zürich (CHE)

* Affiliate-Link: Du unterstützt minutenmusik über deinen Einkauf. Der Artikel wird für dich dadurch nicht teurer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert