Die Wiener Band SALÒ hat sich in den vergangenen Jahren einen festen Platz in der alternativen Szene erspielt und begeistert immer wieder mit ihrem punkigen Sound, Einflüssen der Neuen Deutschen Welle sowie pointierten und humorvollen Texten. Aktuell ist sie von April bis Herbst 2026 im deutschsprachigen Raum auf ihrer „Hardcore ist tot“-Tour. Das dazugehörige Album „Hardcore“ ist am 10. April erschienen. Ein Tourstopp wurde in der Kantine in Köln eingelegt.
Das Konzert begann mit dem Song „Rotten.com“, der auf dem neuen Album ist, aber schon im Vorhinein als Single ausgekoppelt wurde. In diesem wird die digitale Welt kritisiert, viele Millennials erinnern sich noch an jene Webseite, wo man unverhofft teils auf brutale Inhalte wie Fotos von offenen Brüchen stolpern konnte.
Das Publikum war bereits mit den neuen Songs vertraut und das hat man gemerkt, denn die Stimmung war von Anfang an sehr gut! Zunächst wurden einige Songs des neuen Albums „Hardcore“ und des davor erschienenen „Problemzone Mensch“ gespielt. Es wurde viel getanzt, mitgewippt, gemosht und vor allem mitgesungen – erst recht bei schon bekannteren Hits der Band: Bei „Rabatt“, „Geil auf Betong“ oder auch der ersten Zugabe des Konzerts „Apollonia sitzt bei Edeka an der Kassa“ war das Publikum besonders textsicher. Die Fans der ersten Stunde wurden mit „Ektoplasma“ abgeholt. Der Song kam während der Corona-Pandemie 2020 auf der EP „Tränen zu Wein“ raus. Zum Glück konnte dieser für viele Künstler*innen eher schwierige Zeitpunkt der Band nicht schaden. SALÒ haben seitdem mit starken Live-Shows und zahlreichen Veröffentlichungen überzeugt.
Doch auch die neuen Songs kamen gut an, sie passen nahtlos in die Diskographie und funktionieren live bestens. SALÒ bleiben ihren schon bekannten sozialkritischen Ansagen treu, wie mit dem neuen Track „Jello Biafra“ in dem Frontmann Andreas Binder singt: „Miete wird nicht teurer/ Miete wird teurer gemacht“, der den aktuellen Zeitgeist gekonnt trifft.
Ein weiteres immer wiederkehrendes Thema ist das Leiden im Zusammenhang mit der Liebe, welches ebenso auf dem neuen Album aufgegriffen wird, aber auch mit alten Songs repräsentiert wird. Daneben gibt es typisch witzige Texte zu hören, wovon viele tierische Bilder in den Mittelpunkt rücken. Dabei ganz neu: „Ich streichle Tauben“ sowie „Halb Mensch, halb Pferd“ oder einer ihrer bekanntesten Songs „Ich glaube nicht an Dinosaurier“. Zwischendrin wird noch kurz erwähnt, dass Hündin Ginger des Gitarristen Johnny, kürzlich Geburtstag hatte, woraufhin die Menge „Happy Birthday“ anstimmte.
Die Band insgesamt, aber vor allem Sänger Andreas Binder, gab viel Energie ans Publikum mit seinen typischen wilden Tanzmoves, die teilweise Luftboxen, Kicks und wilde Sprünge beinhaltet haben. Das Bühnenbild bestand aus vielen alten Röhrenfernsehern, die in verschiedenen Farben und in unterschiedlichen Taktungen leuchteten. Mal weiß, mal rot, mal blau. Eine passende Kulisse für die punkigen Sounds.
Die Atmosphäre in der Kantine war super, auch die Lautstärke top. Bei einem Punkkonzert erwartet man ja schon mal, dass einem die Ohren ein wenig wegfliegen, aber dem war definitiv nicht so. Das Publikum, welches aus vielen alternativen Musikfans Anfang/Mitte 30ern bestand, dankt! Ebenso war die Band darauf bedacht, dass sich alle wohlfühlen, und es wurde an alle Konzertbesuchenden appelliert, aufeinander aufzupassen. Durch extra angekündigte FLINTA*-Moshpits, konnten alle eine sichere und ausgelassene Punkkonzert Erfahrung an diesem Abend machen.
Nach Ende des Konzerts konnte man den Frontmann in lockerer Atmosphäre am Merchstand treffen.
Weitere Termine:
20.05. ppc, Graz
21.05. POSTHOF Großer Saal, Linz
22.05. WUK, Wien
23.05. WUK, Wien
27.05. Salzburg Rockhouse, Salzburg
28.05. Die Bäckerei – Kulturbackstube, Innsbruck
08.11. Groovestation, Dresden
09.11. Peter-Weiss-Haus, Rostock
11.11. Kühlhaus, Flensburg
12.11. Die Pumpe, Kiel
13.11. EuleXO, Braunschweig
14.11. Gleis 22, Münster
16.11. FZW, Dortmund
17.11. Kasablanca, Jena
18.11. Kulturkeller Fulda, Fulda
19.11. ROXY Ulm, Ulm
20.11. Kantine, Augsburg
Und so hört sich das an:
Beitragsbild von Jill Wolf.
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