Review des ersten Brutus live-Albums "Live In Ghent".

Brutus – Live In Ghent

Mit „Live In Ghent“ steuern Brutus aus Belgien ihren zugegebenermaßen sehr späten Teil zum Sommer der Live-Alben bei. Das erste Live-Dokument des Trios ist dabei die wohl letzte relevante Veröffentlichung der Art im laufenden Jahr – und gibt einen gutes Abbild vom Charakter der Band.

Im Mai 2019 spielten Brutus vor etwa 750 Fans im bereits lange im Voraus ausverkauften Genter Handelsbeurs. Dieses knapp einstündige Set findet sich nun auf ihrem Live-Album-Debüt. „Live In Ghent“ unterscheidet sich in einem … Weiterlesen

Cover: The Screenshots - 2 Millionen Umsatz Mit Einer Einfachen Idee

The Screenshots – 2 Millionen Umsatz Mit Einer Einfachen Idee

Hätten The Screenshots ein Bandmotto so laute es: Fun, fun, fun. „2 Millionen Umsatz Mit Einer Einfachen Idee“ ist das erste große Album des Kölner Dreigespanns, das Indie-Rock und Post-Punk so luftig miteinander verschmelzen lässt, man wünscht sich glatt die Hoch-Zeiten des 00er-Indie zurück. Die elf nun erscheinenden Songs tragen diesen Spirit ebenfalls in sich. Dass man The Screenshots an den Lippen hängt wie Gläubige sonst nur dem Priester in der Kirche, liegt währenddessen vor allem an einem: Dem spür- … Weiterlesen

Cover von Matt Berningers Solo-Debüt "Serpentine Prison".

Matt Berninger – Serpentine Prison

„Serpentine Prison“ ist ein Statement. Ja, es ist mutig mit einem Album, das reduzierter ist als alles, was bislang unter deinem Namen das Licht des Tages erblickt hat, herauszutreten und dem Ganzen selbstbewusst den Stempel „Solo-Debüt“ aufzudrücken. Für Matt Berninger jedoch ist das ein Leichtes. Wer Matt Berninger ist, muss man eigentlich nicht mehr anführen: Eine Hälfte der Supergroup EL VY, neuerdings Solo-Künstler und – das wichtigste zuletzt – Frontmann der Indie-Rock-Heroen The National. „Serpentine Prison“ nun, sein … Weiterlesen

Interview mit The Screenshots über "2 Millionen Umsatz Mit Einer Einfachen Idee".

Interview mit The Screenshots über „2 Millionen Umsatz Mit Einer Einfachen Idee“

Ironischerweise findet mein erstes physisches Interview seit Beginn der Corona-Pandemie mit der wohl digitalsten Rock-Band Deutschlands statt. The Screenshots, die mittlerweile offiziell in Köln beheimatet sind, lernten sich Mitte der 2010er-Jahre über die Social-Media Plattform Twitter kennen. Schon da spielte Dax Werner Gitarre, Kurt Prödel Schlagzeug und Susi Bumms Bass. Mitte der 1990er hätte man noch gesagt: Die perfekten Voraussetzungen für eine Rock-Band! 25 Jahre später ist die Welt eine andere, Technologien sind vorangeschritten, neue Trends aufgekommen. Die Screenshots begannen … Weiterlesen

Cover von "Touché Amoré - Lament"

Touché Amoré – Lament

Stets in Bewegung: Auch mit ihrem fünften Album entfernen sich Touché Amoré ferner von dem Ort, an dem sie ihre Reise einst vor dreizehn Jahren starteten. Dass die Band nun nicht im entferntesten vor hat, von diesen Weg abzukommen, offenbart bereits der symbolische Blick auf die Spielzeit: „Lament“ ist das vierte Album in Folge, das länger andauert als der Vorgänger. Unverkennbar Hardcore ist die Musik des Quintettes trotzdem noch immer. Dessen Spielart klingt zwar lange nicht mehr so düster wie … Weiterlesen

Cover von Metz - Atlas Vending

Metz – Atlas Vending

Einnehmende Intensität. Diese zwei Worte schnüren die Eindrücke zusammen, die das vierte Metz Album „Atlas Vending“ hervorruft. Auf visueller Ebene steht dort eine grünstichige Schwarz-Weiß-Fotografie. Sie zeigt einen offensichtlich harter körperlicher Arbeit nachgehenden Menschen, der sich – ob voll Verzweiflung oder in Zwang – an einen Holzpfahl klammert. Zuhörer*innen wiederum stoßen beim Hördurchgang auf ein nihilistisches Noise-Gewitter, das gerade so viel Melodie zulässt wie nötig. Fesselnd und faszinierend jedenfalls ist beides – und ruft doch Unbehagen hervor.

Das abschließende „A … Weiterlesen

Cover von neànder - eremit

neànder – eremit

Vor dem Ausbruch des Vulkans steht die Ruhe. Die mutet das Prelude von „Purpur“, dem ersten Stück des zweiten neànder Albums „eremit“, an, selbst wenn die Schwere der androhenden Eruption sich schon in Rauschen und Spannung andeutet. So wirklich entladen darf sich die Energie, die die Band knapp zweieinhalb Minuten aufbauscht, jedoch erst im anschließenden Achtminüter, der vertracktes Riffing mit galoppierenden Blast-Beats in Einklang bringt. Anschließend nimmt dieses Album, das in seiner Wucht und Unmittelbarkeit dank seiner drei geschichteten Gitarren … Weiterlesen

Cover von Deftones neunten Album "Ohms"

Deftones – Ohms

„OHMS“, das vierte Studioalbum seit dem tragischen Unfall von Ex-Bassist Chi Cheng, zeigt die Deftones ungeahnt brutal und düster. Nachdem das Quintett seinen Sound für die vergangenen Alben stückweise öffnete und neben Trip-Hop auch immer mehr Post-Rock zuließ, liegt der Fokus nun für eine Dreiviertelstunde wieder allein auf Groove und Soundbild.

Die spitzen Synthesizer und sphärischen Gitarren am Start von Opener und Single „Genesis“ bleiben deshalb bis auf wenige Ausnahmen die einzigen Erholungsoasen auf Deftones Album #9. Dieser Idylle … Weiterlesen

Jamie Lenman - King Of Clubs

Jamie Lenman – King Of Clubs

Jamie Lenman hat viele Seiten. Ja, Jamie Lenman ist ein wahrhaftiges Rock-Chamäleon! Mit seiner Band Reuben spielte der Brite Anfang der 2000er recht klassischen Post-Hardcore. Als Solo-Künstler versuchte er sich im Anschluss an Akustik-Rock, ergriff die Widerhaken-gleiche Keule des Hardcore, gab sich großen Rock-Momenten hin und landete schlussendlich bei verkopften Cover-Versionen von Hörbüchern und Filmmusik. „King Of Clubs“, sein viertes Solo-Album, blickt nun zurück und bietet knapp 25 Minuten düsteres Hardcore-Abenteuer.

Dass Lenman ausufernde Riffs liebt, wird da nochmal besonders … Weiterlesen

Cover von Idles Drittling "Ultra Mono".

Idles – Ultra Mono

Wohin treibt das Rad der Entwicklung dich, wenn urplötzlich Tausende auf dein Schaffen hinabblicken? Welche künstlerischen Entscheidungen triffst du unter der Last eines solchen Erwartungsdrucks? Und was für Musik schreibst du, wenn schon im Vorhinein klar ist, dass die Außenwirkung des finalen Produktes ganz unabhängig seiner Form riesig ausfällt? Nachdem „Joy As An Act Of Resistance“, Idles Langspieler #2, 2018 mehr als leicht durch die Decke ging und die Briten per Schleudersitz binnen zwei Jahren vom schnuckeligen 300er Moth ClubWeiterlesen