Review: Die neue Mannequin Pussy EP "Perfect" treibt auf der Welle weiter, die die Band hin zum Indie-Punk-Hype verfrachtet hatte.

Mannequin Pussy – Perfect EP

Der Nachfolger des gefeierten „Patience“ treibt auf der gleichen Welle weiter, die Mannequin Pussy hin zum Indie-Punk-Hype verfrachtet hatte, misst zu seinem Leid jedoch ein großen und wichtigen Pluspunkt des Vorgängerwerkes.

Lies sich „Romantic“ 2016 noch für elf Songs gerade 17 Minuten Zeit, so gelingt es der „Perfect“-EP fünf Stücke in 14 Minuten unterzukriegen. Das liegt vorrangig daran, dass die Philadelphier*innen noch mehr Wert auf Balance legen. Genauer gesagt: Die Balance ihrer zwei Kern-Stilistiken. Unbedarften Punk-Einminütern zum einen sowie melancholisch-verträumte … Weiterlesen

In Pandemie-Zeiten bekommen konservierte Live-Momente ein ganz anderes Gewicht. Wir präsentieren euch unsere 10 liebsten Live-Videos.

Die Liste: 10 Live-Videos mit Gänsehaut-Garantie

Wenn es weiterhin unmöglich bleibt Konzerten hautnah beizuwohnen, dann müssen für „das Gefühl” eben konservierte Erinnerungen herhalten. So manchem Konzertmitschnitt gelingt es, Momente einzufangen, die Armhaare in die Höhe schnellen und Münder aufspringen lassen. Zehn unserer liebsten eingefangenen Live-Videos haben wir euch hier zusammengestellt – mit Gänsehaut-Garantie.… Weiterlesen

Cover des neuen Weezer Albums "Van Weezer".

Weezer – Van Weezer

Weezer Fans sind sie gewöhnt: Die qualitative Achterbahnfahrt, die jede Neuveröffentlichung der vier Amerikaner mit sich bringt. In den letzten fünf Jahren reichte der Hörgenuss von Weezer Neuveröffentlichungen dementsprechend von „grandios“ („OK Human“, „White Album“) über „kann man machen“ („Teal Album“) hin zu „das vergessen wir besser wieder“ („Pacific Daydream“, „Black Album“). Mit „Van Weezer“ setzt sich dieser holprige Ritt fort.

Stolperfallen

Der Plan ist schnell umschrieben: Auf „Van Weezer“ möchten die Südkalifornier den Ursprüngen … Weiterlesen

Cover des dritten Royal Blood Albums "Typhoons".

Royal Blood – Typhoons

Dem Death From Above 1979-Vergleich müssen sich Royal Blood stellen. Immerhin waren die Kanadier die ersten, die auf den Duo-Hype damals Anfang der 2000er als Schlagzeug-Bass-Kombination aufsprangen und den Viersaiter dabei ungewohnt nah an den Gitarrensound brachten. Mike Kerr und Ben Thatcher aka Royal Blood übertrugen dieses Konzept dann in den 2010er-Jahren in den Mainstream, kamen statt dem Hardcore und Punk aber aus dem Alternative und Rock. Doch die Parallelen zwischen den Zweimannbands reichen noch weiter: Beide bringen nach … Weiterlesen

Cover von Haftbefehls "Das schwarze Album".

Haftbefehl – Das schwarze Album

Das Feuilleton zu Füßen liegend veröffentlicht Haftbefehl „Das schwarze Album“. Das bedient die Erwartungen, die der Titel hervorruft, bietet erstmalig aber auch soetwas wie hoffnungsvolle Perspektiven.

Eins vorweg: „Das schwarze Album“ ist auch trotz seiner Autotune-Experimente härter und dreckiger als sein Vorgänger. Und es ist weniger kunstvoll. Die häufig knackig-produzierten Beats sind durchkühlt wie Schwermetall, gehen gleich zu Beginn voll nach vorn, fließen dann aber schlussendlich mit ausgedehnten Instrumentalpassagen aus. Zeit, in denen der Verstand ruhen kann. Die Besinnungspausen kommen … Weiterlesen

Review: Das vierte Cro-Album "trip" ist von vielen Ambivalenzen durchzogen – nicht nur im Sound. Das überzeugt Autor Jonas nur teilweise.

Cro – trip

Cros „trip“ (kurz für „Trapped In Paradies“) ist ein in Ambivalenzen ausgedrücktes Stück Musik. Auf der einen Seite: Die 11 Disco-Funk-Versatzstücke von „Solo“. Auf der anderen: Der psychedelische Band-Sound der namensgebenden zweiten Albumhälfte. Hier: Die sauber und mit viel Tiefgang ausgeführten Produktionen. Da: Die flachen Textfragmente, die scheinbar nur ein Thema kennen. Und sowohl: Der Wille sich als fortschrittlich zu präsentierten. Als auch: Die rückschrittlichen Posen.

Musik

Das vierte Cro-Album ist gleich eines mit zwei Teilen: Die ersten elf Stücke … Weiterlesen

Streaming-Konzert: Weezer spielen ihr orchestrales "OK Human" in der opulenten Walt Disney Concert Hall in Los Angeles.

Weezer – “OK Human”-Live, Walt Disney Concert Hall Los Angeles, 17.04.2021

Die Walt Disney Concert Hall ist in einem opulenten Bau mitten im Stadtteil Bunker Hill untergebracht. Metallene, von scharfen Kanten unterbrochene Spiegelflächen schmücken ihre Fassade. Normalerweise finden hier mitten in Los Angeles knapp 2200 Zuschauer*innen Platz. Doch normal ist im Jahr 2021 bekannterweise nur Weniges. Mitte März sind die Ränge des holzvertäfelten Konzertsaals deshalb wie leergefegt als Weezer samt zweier Orchester ein für drei Termine im April angesetztes Livestream-Konzert aufzeichnen. In dessen Mittelpunkt steht „OK Human“, das 14. Studioalbum der … Weiterlesen

Review: Haiyti ist mit 18 neuen Songs zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Knüpft die Rapperin an ihr letztjähriges Album-Doppel an?

Haiyti – Mieses Leben

Überfall: Haiyti ist zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Nach dem letztjährigen Album-Doppelpack legt die „skinny Legend“ aka Robbery nun überraschend mit 18 neuen Songs nach. „Mieses Leben“ heißt das fünfte Album der Rapperin.

Schauplatz: „Intro“. Sphärisch-körnige Analog-Synthesizer. 808s, die mit Schwung in die Magengegend treten. Autotune-Adlips. Übersteuerung. Dazu: Seichte Keys. Dann: „Robbery Is Back“. Der Bass: Tiefer als der Pazifik. Die Referenzen: Wie kann man sich nur so hart gönnen? Indem man Haiyti ist. Kopf und Nacken: … Weiterlesen

Liste: Die Redaktion präsentiert zehn verstörende Musikvideos. Unter anderem mit dabei: Casper, Nirvana, Nine Inch Nails und Korn.

Die Liste: 10 verstörende Musikvideos

In den vergangenen Wochen hat kein anderes Musikvideo für mehr Aufsehen gesorgt als „MONTERO (Call Me By Your Name)“ von Lil Nas X. In dem Clip des US-amerikanischen Rappers greift er verschiedene Thematiken der Bibel auf, lässt sich dabei im Garten Eden von der Schlange verführen und rutscht an einer Pole Dance Stange in die Hölle hinab, wo er dem Teufel einen Lapdance gibt. Das Video sei unmoralisch und würde den Kindern schaden, die es zu sehen bekommen, heißt … Weiterlesen

Review: Die Briten Out Of Love erhalten mit ihrer zweiten EP "Funny Feeling" den Punk-Rock am Leben.

Out Of Love – Funny Feeling EP

Es ist keine gute Zeit für Punk-Rock. Dennoch machen sich fünf Briten auf, um inmitten von Virus-Chaos und Playlist-gepushtem Trap-Geballer noch einmal auf die guten Zeiten der vier-akkordigen Gitarrenmusik anzustoßen. Out Of Love nennen sich diese fünf jungen Männer, „Funny Feeling“ heißt ihre zweite EP.

Auf der eilt das Quintett in zwölf Minuten und fünf Songs durch das breite Repertoire modernen Punk-Rocks. Den passenden Einstieg liefert das wütend-hymnische „Play Pretend“, das Anfang der 2010er-Jahre sicherlich weite Kreise gezogen hätte. Dass … Weiterlesen