Billie Eilish – Happier Than Ever [Doppel-Review]

Kaum ein Album wurde dieses Jahr so sehr erwartet, wie der Zweitling von Billie Eilish. Grund genug dem Ganzen aus zwei Perspektiven zu begegnen. Christopher und Jonas sind sich tatsächlich in einigen Punkten uneinig:

Christopher sagt:

Billie Eilish ist glücklicher als je zuvor! Zumindest behauptet sie das in ihrem Titel zu ihrem zweiten Album Happier Than Ever. Auf dem Foto hingegen laufen ihr dicke Tränen übers Gesicht, ihr Blick ist gen nirgendwo gerichtet und trägt unglaublich viel Enttäuschung inne. … Weiterlesen

Review: Das Debüt des Peter Muffin Trios um Die Nerven Bassist Julian Knoth ist mehr als ein großer Spaß.

Peter Muffin Trio – Stuttgart 21

Im Januar noch veröffentlichte Julian Knoth aka Peter Muffin eine humorvolle Quatsch-Platte im Alleingang, nun steht er mit seinem Bruder Philipp Knoth und der Videokünstlerin Caroline d’Orville als das Peter Muffin Trio vor dem Mikrofon. „Stuttgart 21“ heißt das Debütalbum der drei Musiker*innen. Das wäre laut der Band ohne Produzent Nicolas Epe eine schrullige Punk-Platte geworden. Eigentlich.

Zu seiner eigen Glück ist das Debüt des Peter Muffin Trios nun doch weit mehr als stumpfer Punk. Mehr als deutlich macht das … Weiterlesen

Review: Das dritte Lucy Dacus Album ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Lucy Dacus – Home Video

„Home Video“ von Lucy Dacus ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Im Gegensatz zu so vielen verbitterten Rückblicken wagt die US-Amerikanerin mit ihrem dritten Studioalbum eine unaufgeregt verträumte Rekapitulation von Vergangenem. Ihre Musik transportiert das ebenfalls. „Partner In Crime“ etwa arbeitet zwar mit Autotune und fuzziger Soli-Gitarre, ist ansonsten jedoch unbeschwerter Indie in Reinform. Und selbst wenn in „Thumbs“ über flächige Keys nur Dacus kraftvolle Stimme ertönt und mit Zeilen wie „I would kill him if you let me“ … Weiterlesen

Ohne große Vorab-Promo veröffentlichen King Gizzard ihr neues Album "Butterfly 3000". Das ist gut, aber nicht grandios.

King Gizzard & The Lizard Wizard – Butterfly 3000

Es ist ein King Gizzard-typischer Move: Ihr 18. Album kündigt die australische Band nur mit Titel und Veröffentlichungsdatum an. Den Rest – die Tracklist, die Musik, das Cover – erfahren Fans erst am Tag der Veröffentlichung selber. „Butterfly 3000“, wie das Studioalbum heißt, ist auch sonst wieder typisch untypisch, gerade in den Momenten aber am schwächsten, in dem es zu sehr an alte Muster erinnert.

Nach den fast schon wohlbekannten mikrotonalen Ausflügen auf dem Geschwister-Doppel „K.G.“ / „L.W.“ ist „Butterfly … Weiterlesen

Review: "Nowhere Generation" ist das stärkste Rise Against Album der letzten 10 Jahre und trotzdem durchwachsen.

Rise Against – Nowhere Generation

Es ist eine verbreitete Bitte unter Hardcore-Punk-Nostalgiker*innen: Rise Against mögen wieder in die rauen Gewässer zurückkehren, in denen sie einst vor über zwei Dekaden in Richtung Festival-Headlinertum ablegten. Mit dem neunten Album der Chicagoer erfüllt sich dieser Wunsch zwar nicht, alte Muster werden aber dennoch bedient.

Runterskalieren

Als Radio-Punks galten Rise Against spätestens seit dem dreckig-gelben Anti-Krieg-Manifesto „Appeal To Reason“. Drei Jahre später trieb „Endgame“ diesen Versuch den leicht hardcore-lastigen Punk-Rock mit Pop-Sensibilität und großen Gesten zu untergraben noch weiter. … Weiterlesen

Review: Nach der großen Ankündigung erscheint nun endlich das sechste K.I.Z-Album „Rap über Hass“. Wir besprechen das Album gleich zweifach.

K.I.Z – Rap Über Hass [Doppel-Review]

Nach der großen Ankündigung Ende 2020 erscheint nun endlich das sechste K.I.Z-Album „Rap über Hass“. Grund genug dem ganzen gleich aus zwei Perspektiven zu begegnen.

Anna macht den Anfang:

Wer hätte gedacht, dass in Zeiten von Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Konzertverboten eine der großartigsten musikalischen Meldungen das Land zum fanatischen Jubeln bringen könne? (Bitte was?!) Ja, ganz recht gehört: K.I.Z sind zurück – fallt auf die Knie und huldigt euren Göttern! 

Stolze sechs Jahre lang haben die Berliner Masters of Rap … Weiterlesen

Review: "Scaled And Icy" von Twenty One Pilots steht unter dem Zeichen der Dema-Übernahme. Das sind nicht nur methaporisch schlechte News.

Twenty One Pilots – Scaled And Icy

Tyler Joseph und Josh Dun befinden sich in Gefangenschaft, denn die beiden Twenty One Pilots-Köpfe sind in die Fänge von Dema geraten. Die Stadt übernimmt daher fortan die Kontrolle über das Auftreten und Schaffen der Band. Das sind nicht nur metaphorisch schlechte Neuigkeiten, sondern ist auch in Realität durchwachsen.

In den Fängen von Dema

Doch erstmal von vorne. Das Vorgängeralbum „Trench“ zeichnete eine düstere Befreiungsgeschichte nach. Die Stadt Dema und die neun Bischöfe, die sie beherrschen, repräsentieren mentale Negativzustände wie … Weiterlesen

Review: Der Berliner Rapper Symba hat seine erste EP am Start. Die bekräftigt den Hype.

Symba – Teamboys undso EP

Es braucht keine Alben mehr. Zumindest, wenn es nach Deutschrap-Standards geht. Den Film fährt auch das Berliner Künstler-Kollektiv Playboysmafia. Der Erfolg gibt ihnen recht. Nur durch eine Handvoll Single-Releases konnten Pashanim und Symba – zwei Rapper der Gruppe – im vergangenen Jahr binnen kürzester Zeit von Soundcloud-Newcomern zu den hoch gehandeltsten Namen der Szene aufsteigen. Nachdem Pashanim Ende letzten Jahres eine erste kurze EP vorgelegt hatte, steht nun das Debüt von Symba an. Das nennt sich „Teamboys undso“ und … Weiterlesen

Review: Unsere Autoren Maximilian und Jonas sind sich eigentlich ziemlich einig: Das zweite Fiddlehead Album ist sehr gut.

Fiddlehead – Between The Richness [Doppel-Review]

Drei Jahre nach dem Debüt sind die Supergroup-Punks um Fiddlehead mit einem neuen Album zurück. Grund genug, die Platte aus zwei Perspektiven zu betrachten.

Maximilian sieht das so:

Fiddlehead aus Boston, Massachusetts melden sich mit einem neuen Album zurück, das erste seit drei Jahren. Eigentlich ist die Veröffentlichung ihrer letzten Platte gar nicht mal so lange her. Dass neue Musik von Fiddlehead gefehlt hat, fällt auch erst beim Hören auf.

„Between The Richness“ ist die zweite Platte der Gruppe und … Weiterlesen

Review: Die neue Mannequin Pussy EP "Perfect" treibt auf der Welle weiter, die die Band hin zum Indie-Punk-Hype verfrachtet hatte.

Mannequin Pussy – Perfect EP

Der Nachfolger des gefeierten „Patience“ treibt auf der gleichen Welle weiter, die Mannequin Pussy hin zum Indie-Punk-Hype verfrachtet hatte, misst zu seinem Leid jedoch ein großen und wichtigen Pluspunkt des Vorgängerwerkes.

Lies sich „Romantic“ 2016 noch für elf Songs gerade 17 Minuten Zeit, so gelingt es der „Perfect“-EP fünf Stücke in 14 Minuten unterzukriegen. Das liegt vorrangig daran, dass die Philadelphier*innen noch mehr Wert auf Balance legen. Genauer gesagt: Die Balance ihrer zwei Kern-Stilistiken. Unbedarften Punk-Einminütern zum einen sowie melancholisch-verträumte … Weiterlesen