Cover von Into It. Over It.s "Figures".

Into It. Over It. – Figure

Der Übergang vom Kalenderjahr 2016 zum Jahr 2017 war kein leichter für Evan Thomas Weiss. Sein Projekt Into It. Over It. war gerade erst wieder zu einer One-Man-Show geschrumpft, die vorerst letzten Tourneen zum Drittling „Standards“ gespielt. Dann ging auch noch seine Beziehung in die Brüche. Mit einem Berg an Schulden auf den Schultern machte sich der damals 32-Jährige trotz all der Last wenig später bereits an die Arbeiten zum Nachfolgealbum. Das Ergebnis des anschließend langwierigen, doch befreienden Schreib- … Weiterlesen

Cover von Code Orange Streaming-Album "Under The Skin".

Code Orange – Under The Skin

Was machst du als Band, wenn pünktlich zu der Veröffentlichung deiner neuen Platte eine Pandemie ausbricht? Wenn Promo-Reisen, Konzerte, schon der einfache Besuch eines Plattenladens – all das essentielle Teil-Elemente einer jeden klassischen Release-Kampagne – zumindest vorläufig Geschichte sind. Die amerikanische Hardcore-Band Code Orange sah sich exakt dem ausgesetzt, als Mitte März – genau in der Hochphase der Corona-Unsicherheit – das ambitionierte „Underneath“ erschien. Sowas reißt selbst die routinierteste Band aus der Fassung. Die Phase der Entrüstung war für die … Weiterlesen

Be Well - The Weight And The Cost

Be Well – The Weight And The Cost

Brian McTernan war nie der Typ für das große Experiment. Schon nicht, als seine einst einflussreiche Band Battery in der Straight-Edge-Hardcore-Szene der 1990er florierte. Und ebenfalls nicht im Anschluss, als er als Produzent progressiven Hardcore-Bands wie Thrice und Turnstile genau die Alben lieferte, auf die der große Aufbruch folgen sollte. Jene Alben, die diesen Ausbruch aus altbekannten Mustern erst möglich machten. Auch „The Weight And The Cost“, das Debüt McTernans neuer Band Be Well, verändert die Punk-Genres nicht grundlegend. Als … Weiterlesen

Cover von Kid Dads Debütalbum "In A Box".

Kid Dad – In A Box

Man hat es (nicht) leicht als junge Band im Zeitalter des Streaming. Stell vor: Du kannst schon mit wenigen Veröffentlichungen dank etablierter Booking-Agentur im Rücken vor namenhaften Acts spielen und dir so bereits eine Zielgruppe aufbauen. Die perfekte Marketingfläche! Und weiter: Du kannst dir dank der Gagen immer mal wieder Studiozeit leisten und so tröpfchenweise Single für Single in die gierigen Fänge der Streaming-Dienste entlassen. Bestenfalls landen die jeweils in einer der Handvoll erfolgreich kuratierter Rock-Playlisten und generieren so ebenfalls … Weiterlesen

Cover von Biffy Clyro Album #8 "A Celebration of Endings"

Biffy Clyro – A Celebration Of Endings

Let’s take the road back to weird city! Nach dem zahmen „Ellipsis“ treten Biffy Clyro ein paar Schritte zurück, rutschen auf dem saftigen Fladen aus, den die Pop-Industrie zuvor gesetzt hat, und landen mit dem Po nahezu elegant auf der bereits beigelegten Picknickdecke: Punktlandung. Komische Metapher? Passt ja ganz hervorragend zu Album Nummer acht der Rock-Olymp Schotten!

Denn, dass das Trio um den Sympathie-Bolzen Simon Neil nahezu alles richtig macht, liegt vorrangig an einem: Man erlaubt sich als Band wieder, … Weiterlesen

Cover von Crack Ignaz "Sturm & Drang".

Crack Ignaz – Sturm & Drang

Weg mit der Rationalität, lang lebe die Emotion! Ganz getreu Herders einflussreichem Mantra – „Die Stimme des Herzens ist ausschlaggebend für die vernünftige Entscheidung  – richtet Crack Ignaz sein viertes Solo-Album „Sturm & Drang“ nach den Signalen, die seine Intuition und seine Gefühle ihm vermitteln. Ein konzeptuelles Rap-Album über die Liebe: Darf das vor Kitsch triefen?

Die Antwort Ignaz’ lautet eindeutig: Ja! Getreu der Anti-Traditions-Haltung der literarischen Gattung des Sturm und Drang wendet sich der Österreicher deshalb gegen … Weiterlesen

Cover von Zugezogen Maskulins viertem Studioalbum "10 Jahre Abfuck". Cover von Daniel Richter.

Zugezogen Maskulin – 10 Jahre Abfuck

Mach’s doch wie vorher!“, fordert eine Männerstimme. Ein verwaschenes Instrumental setzt ein. Anschließend scharfe Drums. Moritz Wilken aka Grim104 berappt den legendären Auftritt seiner Gruppe zum dreißigjährigen Mauerfall-Jubiläum. Im Publikum: Angela Merkel. Auf der Bühne marschieren die zwei Rapper mit als Maschinenpistolen modellierten CO2-Kanonen umher. Buh-Rufe. Dann dreht Wilken die Zeit zurück: Was ist eigentlich in der schnelllebigen letzten Dekade – der Spanne seit der Bandgründung von Zugezogen Maskulin – in Gesellschaft und Politik passiert? Die Antwort … Weiterlesen

Cover von Frank Turners und NOFX Split-Album "West Coast Vs. Wessex"

NOFX & Frank Turner – West Coast Vs. Wessex

Aus Festival-Sommer werde Sommer der Live-Alben: Die warmen Monate des Jahres 2020 stehen für Musiker*innen und die hinter diesen stehende Industrie unter keinem guten Stern. Alle Festivals: Abgesagt. Viele Veröffentlichungen: Hinter den Kulissen verschoben. Das Resultat: Engpässe nicht nur bei den Musiker*innen selber, sondern auch bei deren (Live-)Crews, die den Tempel der Musik sonst wie eine stabile Säule tragen. Der Umgang der Künstler*innen selber mit dieser misslichen Lage fällt mindestens genauso vielfältig aus wie die vielen verschiedenen Jobs, die die … Weiterlesen

Entry - Detriment

Entry – Detriment

„Detriment“ nimmt sich keine Zeit für Spannungsaufbauten. Das macht „Intro“, das einleitende, rein instrumentale Stück des ersten Entry Langspielers, mit seinem brachialen Riffing und disharmonischen Störgeräuschen mehr als klar. Auch die anschließenden „Your Best Interest“, „Vulnerable“ sowie „Secondary“ nehmen ähnlich wenig Rücksicht auf Kopfschmerz und Stress: Gerade einmal drei Minuten braucht es, bis Zuhörer*innen am Ende der flotten Song-Trilogie angelangt sind. Auf dem Weg dahin gibt es knarzende Schrammel-Gitarren, Four-To-The-Floor-Snare-Geballer und wütendes Gebell. Ja, das Quartett aus der City Of … Weiterlesen

Cover von Kmpfsprts Hardcore Seven-Inch.

Kmpfsprt – Kmpfsprt

Dass das gelebte Rebellentum des Punks oft mehr Konventionen folgt als es Freiheiten verspricht, entwickelte sich spätestens seit Anbeginn des 21. Jahrhunderts zum Faktum. Die Punkpolizei ist und bleibt streng. Warum nicht also das Reglement zusätzlich verschärfen und den Spielraum dadurch bewusst noch enger fassen? Ein möglicher Fahrplan für dieses Vorhaben: Die Musik muss getreu der Devise „in kürzester Zeit – binnen 90 Sekunden – alles geben“ ballern. Die Gesamtspielzeit soll entsprechend höchstens knapp zweistellig sein: Seven-Inch-Länge. Man kennt’s von … Weiterlesen