Cover von Haftbefehls "Das schwarze Album".

Haftbefehl – Das schwarze Album

Das Feuilleton zu Füßen liegend veröffentlicht Haftbefehl „Das schwarze Album“. Das bedient die Erwartungen, die der Titel hervorruft, bietet erstmalig aber auch soetwas wie hoffnungsvolle Perspektiven.

Eins vorweg: „Das schwarze Album“ ist auch trotz seiner Autotune-Experimente härter und dreckiger als sein Vorgänger. Und es ist weniger kunstvoll. Die häufig knackig-produzierten Beats sind durchkühlt wie Schwermetall, gehen gleich zu Beginn voll nach vorn, fließen dann aber schlussendlich mit ausgedehnten Instrumentalpassagen aus. Zeit, in denen der Verstand ruhen kann. Die Besinnungspausen kommen … Weiterlesen

Review: Das vierte Cro-Album "trip" ist von vielen Ambivalenzen durchzogen – nicht nur im Sound. Das überzeugt Autor Jonas nur teilweise.

Cro – trip

Cros „trip“ (kurz für „Trapped In Paradies“) ist ein in Ambivalenzen ausgedrücktes Stück Musik. Auf der einen Seite: Die 11 Disco-Funk-Versatzstücke von „Solo“. Auf der anderen: Der psychedelische Band-Sound der namensgebenden zweiten Albumhälfte. Hier: Die sauber und mit viel Tiefgang ausgeführten Produktionen. Da: Die flachen Textfragmente, die scheinbar nur ein Thema kennen. Und sowohl: Der Wille sich als fortschrittlich zu präsentierten. Als auch: Die rückschrittlichen Posen.

Musik

Das vierte Cro-Album ist gleich eines mit zwei Teilen: Die ersten elf Stücke … Weiterlesen

Streaming-Konzert: Weezer spielen ihr orchestrales "OK Human" in der opulenten Walt Disney Concert Hall in Los Angeles.

Weezer – “OK Human”-Live, Walt Disney Concert Hall Los Angeles, 17.04.2021

Die Walt Disney Concert Hall ist in einem opulenten Bau mitten im Stadtteil Bunker Hill untergebracht. Metallene, von scharfen Kanten unterbrochene Spiegelflächen schmücken ihre Fassade. Normalerweise finden hier mitten in Los Angeles knapp 2200 Zuschauer*innen Platz. Doch normal ist im Jahr 2021 bekannterweise nur Weniges. Mitte März sind die Ränge des holzvertäfelten Konzertsaals deshalb wie leergefegt als Weezer samt zweier Orchester ein für drei Termine im April angesetztes Livestream-Konzert aufzeichnen. In dessen Mittelpunkt steht „OK Human“, das 14. Studioalbum der … Weiterlesen

Review: Haiyti ist mit 18 neuen Songs zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Knüpft die Rapperin an ihr letztjähriges Album-Doppel an?

Haiyti – Mieses Leben

Überfall: Haiyti ist zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Nach dem letztjährigen Album-Doppelpack legt die „skinny Legend“ aka Robbery nun überraschend mit 18 neuen Songs nach. „Mieses Leben“ heißt das fünfte Album der Rapperin.

Schauplatz: „Intro“. Sphärisch-körnige Analog-Synthesizer. 808s, die mit Schwung in die Magengegend treten. Autotune-Adlips. Übersteuerung. Dazu: Seichte Keys. Dann: „Robbery Is Back“. Der Bass: Tiefer als der Pazifik. Die Referenzen: Wie kann man sich nur so hart gönnen? Indem man Haiyti ist. Kopf und Nacken: … Weiterlesen

Liste: Die Redaktion präsentiert zehn verstörende Musikvideos. Unter anderem mit dabei: Casper, Nirvana, Nine Inch Nails und Korn.

Die Liste: 10 verstörende Musikvideos

In den vergangenen Wochen hat kein anderes Musikvideo für mehr Aufsehen gesorgt als „MONTERO (Call Me By Your Name)“ von Lil Nas X. In dem Clip des US-amerikanischen Rappers greift er verschiedene Thematiken der Bibel auf, lässt sich dabei im Garten Eden von der Schlange verführen und rutscht an einer Pole Dance Stange in die Hölle hinab, wo er dem Teufel einen Lapdance gibt. Das Video sei unmoralisch und würde den Kindern schaden, die es zu sehen bekommen, heißt … Weiterlesen

Review: Die Briten Out Of Love erhalten mit ihrer zweiten EP "Funny Feeling" den Punk-Rock am Leben.

Out Of Love – Funny Feeling EP

Es ist keine gute Zeit für Punk-Rock. Dennoch machen sich fünf Briten auf, um inmitten von Virus-Chaos und Playlist-gepushtem Trap-Geballer noch einmal auf die guten Zeiten der vier-akkordigen Gitarrenmusik anzustoßen. Out Of Love nennen sich diese fünf jungen Männer, „Funny Feeling“ heißt ihre zweite EP.

Auf der eilt das Quintett in zwölf Minuten und fünf Songs durch das breite Repertoire modernen Punk-Rocks. Den passenden Einstieg liefert das wütend-hymnische „Play Pretend“, das Anfang der 2010er-Jahre sicherlich weite Kreise gezogen hätte. Dass … Weiterlesen

Liste: Was sind die besten deepen Deutschrap-Tracks? Die Redaktion hat die Köpfe zusammengesteckt und zehn zusammengesucht.

Die Liste: 10 Deutschrap-Songs mit Tiefe

Die einen lieben die klassischen Representer-Battle-Tracks unserer Deutsch-Rapper*innen, die anderen weniger. Gemessen an der Gesamtheit der Szene sind ebendiese Songs jedoch in der großen Überzahl und die, die tiefergehende Thematiken aufgreifen, stehen meist in zweiter Reihe. Wir haben mal einen Blick auf genau diese Songs mit etwas mehr Tiefe gewagt und für eine neue “Die Liste” zusammen geschmissen – viel Spaß mit unserer Auswahl!… Weiterlesen

Review: Das neue Death From Above 1979 Album "Is 4 Lovers" täuscht vor, eine sichere Nummer zu sein, macht dann aber in der 2. Hälfte alles anders.

Death From Above 1979 – Is 4 Lovers

Fast würde man meinen, Death From Above 1979 gingen nur bedächtige Schritte mit ihrem vierten Studioalbum „Is 4 Lovers“. Doch diese Rechnung wurde ohne die zweite Albumhälfte geschrieben.

Gerade mal eine Portion (Hüft-)Schwung. Viel mehr ist es nicht, was die erste Hälfte der zehn neuen Songs der Kanadier anders machen. Der Rest ist altbekannt. Ein kurzer Querschnitt: Die verzuckelten Bassläufe von „Modern Guy“ kuscheln zwar mit den Synthesizer-Melodien, die sie imitieren, abseits einiger Kuhglocken und gesteigerter Leichtigkeit fügt sich die … Weiterlesen

Review: Juicy Gay und mrbx laden in ihre "Rainbow Trap", eine – zumindest meist – kunterbunte Utopie des Optimismus.

Juicy Gay & mrbx – Rainbow Trap

„Rainbow Trap“ ist eines dieser Alben, die die Stärken der beteiligten Künstler*innen auf den Punkt bringen. Rap-Sonnenschein Juicy Gay und Produzent mrbx geben darauf ein Abbild ihrer ganz eigenen Kunstutopie: Der Rainbow Trap.

Juicy Gay beherrscht sie beide: Sommerliche, fast schon aufdringlich eingängige Gute Laune-Hymnen und energetisierend antreibende Trap-Banger. Für beides lässt Kollaborateur mrbx mit seinen luftigen, aber druckvollen Produktionen auf „Rainbow Trap“ Raum. „Cornflakes“ beispielsweise ist eine dieser verschmitzt-lockeren Juicy Gay-Hymnen, die nach langen Sonnenbrand-Tagen in vollen Parks rufen. … Weiterlesen

Review: Das vierte Citizen-Album "Life In Your Glass World" sucht nach neuen Wegen und stößt dabei auf einen Sound, der Grammys gewinnt.

Citizen – Life In Your Glass World

Der Einstieg in das vierte Citizen Album ist ein gewaltiger: Am Anfang der Reise steht eine dicht zusammengezimmerte Post-Hardcore-Soundwand. Doch der anfängliche Krach täuscht, denn „Life In Your Glass World“ ist alles andere als eine Rückkehr zu alten Grunge-Tagen. Wenige Momente nach dem eindrucksvollen Start macht das selbst das Eröffnungsstück „Death Dance Approximately“ deutlich, wenn Krach und Lärm sich fix in ein tanzbares Indie-Rock-Monstrum verwandeln. Und auch das anschließende „I Want To Kill You“ macht es ganz gegensätzlich zum harschen … Weiterlesen