Sigrid, Muffathalle München, 04.03.2026

Sigrid in der Muffathalle München

Es war die typische Auflockerungsfrage, recht spät im Set gestellt: Wie geht es uns denn, so als Zuschauern? Dass aus weit hinten im Raum kurz die Rückfrage kam, wie es ihr denn gehe, überraschte sie sichtlich. Sie könne sich nicht erinnern, das schon einmal bei einem Konzert gefragt worden zu sein. Herzlich willkommen in der Weltstadt mit Herz! Dass es dem Publikum gut ging und es den Alltag erfolgreich vorm Muffatwerk lassen konnte, hatte man indes schon eine ganze Weile vorher gemerkt, denn die Stimmung war bestens. Aber eins nach dem anderen, denn vor dem Hauptact Sigrid stand noch der Support-Act Nell Mescal.

Die irische Songwriterin betrat die Bühne und eröffnete mit dem ruhigen Stück „Warm Body“, bevor sie sich ein wenig vorstellte. Mit akustischer Gitarre und Violine auf der Bühne war schnell klar, dass es eher ruhig zugehen würde. Das griff sie auch selbst auf und erzählte von der lebendigen und fröhlichen Musik Sigrids, um humorvoll zu ergänzen: All das gibt es bei ihr nicht. „Sympathie durch sad songs“, sozusagen. Und das Münchner Publikum nahm das sehr gut an – sodass trotz der Ruhe und der Tatsache, dass Nell Mescal „nur“ Support war, während der Stücke kaum gesprochen wurde. Sehr vorbildlich und sehr verdient!

Auch wenn die Songs traurig wirkten, zeigte die Sängerin immer wieder Humor. Vor „Kissing The Ground“ erwähnte sie etwa, dass sie das Stück erst zum zweiten Mal spiele. Es würde sie traurig machen, wenn es nicht gut funktioniere – und das Traurigsein würde dann dazu führen, neue Songs zu schreiben und so weiter. Nun wünschen wir natürlich niemandem Traurigkeit, aber der Entstehungszirkel neuer Stücke war hiermit gut skizziert. Das Stück kam übrigens gut an und nach dem abschließenden „See You Again“ hatte Nell Mescal sicherlich einige neue Zuhörer gewonnen.

Setlist Nell Mescal:

01. Warm Body
02. Carried Away
03. Lose You All Together
04. The Closest We’ll Get
05. Kissing The Ground
06. See You Again

 
Nachdem man sich anfangs noch ein wenig verloren gefühlt hatte, hatte sich die (zum Ende der Halle hin etwas abgehängte) Muffathalle zum Beginn von Sigrids Set gut gefüllt, obgleich das hier alles sehr „clubbig“ wirkte. Für Sigrid dürfte das eine Umstellung sein im Vergleich zu Shows in ihrer Heimat, wo sie große Arenen ausverkauft und mit ihrem Debüt Doppelplatin erreicht hat. Heute also mit dem neuen Album „There’s Always More That I Could Say“ in der Muffathalle. Und man könnte meinen, dass ihr auch dieser Rahmen wirklich Freude bereitet.

Natürlich ist die Künstlerin generell eine Frohnatur, aber aus ihrem Auftreten und dem Über-die-Bühne-Wirbeln sprachen eine Freude und eine Energie, die zu künsteln äußerst schwer sein dürfte. Schon beim eröffnenden Song „I’ll Always Be Your Girl“ vom aktuellen Album und dem folgenden „Burning Bridges“ war das deutlich zu spüren – und die Tanzbarkeit wurde vom Publikum sofort wahrgenommen und umgesetzt.

Schon zu diesem frühen Zeitpunkt spürte man: Die Stücke der drei Alben der Norwegerin harmonieren live super in Kombination. So war doch auch bereits an fünfter Stelle „Sucker Punch“ zu hören, einer der Hits des ersten Albums. Wenn dann darauf „Jellyfish“ von „There’s Always More That I Could Say“ erklang, merkte man nichts von unterschiedlichen Phasen oder Ähnlichem. Das harmonierte hier alles sehr gut und machte Laune, die gut auf das – an diesem Abend übrigens kaum klassifizierbare und somit angenehm bunt gemischte – Publikum übersprang und dankbar angenommen wurde.

Im Laufe des Sets spürte man auch, dass Sigrid nach und nach auftaute. Das war zum einen gut zu beobachten, als sie später im Set an das Piano wechselte und ein Akustikteil folgte, zum anderen daran, dass sie mehr erzählte. Das Stück „Dynamite“ beispielsweise kündigte sie mit einer kleinen Anekdote über ihren Besuch bei „Inas Nacht“ an – eine Sendung, in der sie sich sehr wohlgefühlt habe, deren Konzept sie aber wohl auch ein wenig irritierte.

Vor allem aber ist Sigrid natürlich weiterhin eine Musikerin des treibenden Pop-Sounds, sodass anschließend ein weiterer Block folgte, in dem ebendiesen Klängen genug Platz eingeräumt wurde. Erfreulich dabei: Auch der Band wird ihr Platz eingeräumt, wie zum Beispiel beim Gitarrensolo in „It Gets Dark“. Die gute Laune war weiterhin spürbar, die Energie auch – und eigentlich war klar, dass „Fort Knox“ nicht der Schluss sein würde.

Für „Don’t Kill My Vibe“ und „Strangers“ kamen Sigrid und ihre Band noch einmal auf die Bühne zurück und erfreuten sich anschließend eines großen Abschiedsapplauses. Der Besuch in der Muffathalle hat sich definitiv gelohnt. Und wer weiß: Vielleicht vergrößern sich auch hierzulande bald die Hallen? Zu wünschen wäre es der Künstlerin nach einem Abend wie diesem definitiv.

Setlist Sigrid:

01. I’ll Always Be Your Girl
02. Burning Bridges
03. Kiss the Sky
04. Borderline
05. Sucker Punch
06. Jellyfish
07. Head on Fire (Griff x Sigrid Song)
08. High Five
09. Mirror
10. Two Years
11. Hush Baby, Hurry Slowly
12. Don’t Feel Like Crying
13. Do It Again
14. Have You Heard This Song Before
15. There’s Always More That I Could Say (acoustic)
16. Home to You (acoustic)
17. Dynamite (acoustic)
18. The Hype
19. Eternal Sunshine
20. It Gets Dark
21. Fort Knox
22. Don’t Kill My Vibe (Z)
23. Strangers (Z)

 
Und so hört sich das an:

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Die Rechte an den Bildern liegen bei Marius Meyer.

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