SCALA & Kolacny Brothers, Muffathalle München, 19.04.2026

SCALA & Kolacny Brothers in der Muffathalle München

Aller guten Dinge sind… 2? 30? Oder gar beides? Vermutlich letzteres, denn wie schon Ende 2024 bei der Show im Münchner Backstage angekündigt, ging es nun im Jahr 2026 auf große Jubiläumstour. 30 Jahre SCALA! Wenn das kein Grund zum Feiern ist. So kam es dann auch, dass in der Muffathalle am Sonntag, dem 19.04.2026, nicht nur eine Show stattfand, sondern gleich zwei: eine am Nachmittag um 15:30 Uhr und eine am Abend um 20:00 Uhr. Wir entschieden uns, der ersteren beizuwohnen. So ungewöhnlich es sich zunächst anfühlte, außerhalb eines Festivals eine Show um 15:30 Uhr zu besuchen, so vertraut war es dann beim Eintritt in die Muffathalle – auch zu früher Stunde.

Es lag eine vorfreudig-gespannte Atmosphäre in der Luft, im Publikum tauschte man sich noch darüber aus, wie man eigentlich SCALA kennengelernt habe und als dann um 15:30 Uhr alle ihre Plätze im – heute bestuhlten – Saal eingenommen hatten, konnte es auch losgehen. Nach und nach kamen die 16 Sängerinnen auf die Bühne und performten als Opener den Bon-Jovi-Klassiker „You give love a bad name“. Nicht nur gesanglich brillierend, sondern auch beeindruckend in der Choreografie, die hier zwischen Zweier- und Vierer-Formationen wechselte. Begleitet übrigens vom Schlagzeug, das gerade in den druckvolleren Stücken des Abends immer mal wieder zum Einsatz kam. Wenig später war das Ensemble dann auch komplett, als Steven Kolacny an den Tasten und Stijn Kolacny als Dirigent auf die Bühne kamen – mit einer humorvollen Begrüßung, in der Stijn fragte, ob Steven es nicht auch schön fände, heute in München zu spielen, dieser aber verneinte und sagte, dass er gerne nach Hause möchte.

Ins „ernste Fach“ zurückgekehrt kündigten sie dann „Creep“ an, das sich auch auf dem Soundtrack zu „The Social Network“ befand und für den Chor viel bedeutete. Was auch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt des Sets zeigte, war das große Abwechslungsreichtum in der Song-Auswahl – und wie gut der Mädchenchor alle diese Facetten beherrschte. Teilweise sogar titel-übergreifend, wie die gekonnte Kreuzung aus Markus‘ „Ich will Spaß“ mit Falcos „Rock Me Amadeus“ eindrucksvoll belegte. Bei der man zugleich bemerkte, was auch Stijn noch einmal aufgriff: Es ist echt stark, wie gut die Belgierinnen mit der deutschen Sprache umgehen, was gerade eine Nummer wie „Emanuela“ dann auch zeigte. Wobei das natürlich nicht die Leistungen auf Englisch schmälerte, wie vor der Pause noch die – auch choreografisch hochwertige – SCALA-Version von Britney Spears‘ Toxic zeigte und auch die Eigenkomposition „Sights and Sounds“.

SCALA & Kolacny Brothers in der Muffathalle München

Auch nach der Pause zeigten sich die Musikerinnen und Musiker in Top-Form. Es würde natürlich den Rahmen sprengen, hier auf jeden einzelnen Titel einzugehen, aber auch im zweiten Teil gab es wieder viel zu hören und zu sehen und auch wieder viele humorige Momente. Beispielsweise, wenn es um das 3M Medley ging. Die drei Ms an dieser Stelle: Mama („Mama hat gesagt“ – im Original von SDP, Esther Graf und Sido), Männer (nach Herbert Grönemeyers Klassiker) und Mädchen („Weil ich ein Mädchen bin“ – Lucilectric). Aber auch sonst bot der zweite Teil wieder eine große Bandbreite und Highlights von „The Best“ über „Pocahontas“ bis hin zu „Viva la vida“, bei dem sich die Bühne nach und nach leerte. Zumindest vorerst.

Denn klar: Es war noch Zeit für Zugaben. Und so kamen SCALA und die Kolacny Brothers noch einmal für fünf weitere Stücke zurück, stiegen mit großen Leuchtstäben und starker Choreographie bei „Survivor“ wieder ein. Auch hier waren wieder viele Highlights auszumachen, wie beispielsweise die Interpretation von „Schrei nach Liebe“ oder der Moment, als Steven und Stijn bei „Cordula Grün“ das Publikum zum Mitmachen animierte. Ganz eindeutig: Der große Applaus und die Standing Ovations waren mehr als verdient. Nachdem „With or without you“ die Show beendete, war für alle Beteiligten klar: Auch nach 30 Jahren darf die Reise noch lange weitergehen.

Setlist:

01. You give love a bad name
02. Dancing on my own
03. Creep
04. Total eclipse of the heart
05. Hungriges Herz
06. Budapest
07. Nur ein Wort
08. Ich will Spaß / Rock Me Amadeus
09. Emanuela
10. Yellow
11. Toxic
12. Ich will nur
13. Sights and Sounds

Pause

14. The Best
15. Bittersweet Symphony
16. Nina Chuba Medley
17. 3M Medley
18. Wie schön du bist
19. Pocahontas
20. Fat-bottomed Girls
21. Battez-Vous
22. Hot to go
23. Viva La Vida

24. Survivor (Z)
25. Schrei nach Liebe (Z)
26. I Fail (Z)
27. Cordula Grün (Z)
28. With or without you (Z)

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Und so hört sich das an:

Die Rechte an den Bildern liegen bei Marius Meyer.

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