Review: Autor Maximilian ist sich sicher – "Vital" ist ein atmosphärisches Meisterwerk, welches Big | Brave in all ihren Facetten zeigt.

Big | Brave – Vital

Dass Trios vielschichtigen Lärm machen können, haben bereits legendäre Bands wie Primus, Dinosaur Jr. oder Motörhead im Laufe ihrer Karrieren unter Beweis gestellt. Auch in der jüngeren Vergangenheit haben Gruppen wie Brutus und Marriages gezeigt, dass drei Menschen vielseitigere Klangexperimente hervorbringen können, als es so manch einer sechsköpfigen Band gelingt. Big | Brave stellen da keine Ausnahme dar. Das Trio aus Montreal führt auf seinem jüngsten Album “Vital” Einflüsse verschiedenster Genres zusammen, um massive Klanggebilde zu errichten.

Zum Einstürzen gebaut

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While She Sleeps - Sleeps Society

While She Sleeps – Sleeps Society

„Welcome to the Sleeps Society“ – Der fünfte Langspieler der Metalcore-Band While She Sleeps heißt aus einem ganz bestimmten Grund „Sleeps Society“. Mit der Ankündigung des neuen Albums vor ziemlich genau einem halben Jahr stellten die fünf Briten nämlich ihre gleichnamige Community vor. Die Gruppe hofft damit ein nachhaltiges Modell für Musiker und Künstler in Form von gebührenpflichtigen Mitgliedschaften zu schaffen. Ziel dieses Konzepts ist es, unabhängig von der traditionellen Musikindustrie zu sein und eine bessere sowie fairere Basis zwischen … Weiterlesen

Review: Das neue LANDMVRKS Album "Lost In The Waves" bringt einen erfrischenden Stil-Mix.

LANDMVRKS – Lost In The Waves

In der Metal- und Hardcore-Szene steht dieses Jahr bei vielen Bands eine Neu-Definition mit reichlichen Veränderungen an. Das kommt bei den Fans allerdings mal mehr mal weniger gut an. Die französische Band LANDMVRKS macht jedenfalls auf „Lost In The Waves“ im gewohnten Stil ohne großen Wandel weiter. Doch geht die 2014 gegründete Gruppe dabei in den Wellen des Genres unter oder kann sie ihr Plätzchen weiter festigen?

Schon auf dem Vorgänger „Fantasy“ präsentieren die fünf Jungs einen Sound, der sich … Weiterlesen

Review: Das neue A Day To Remember Album "You're Welcome" ist für Autorin Lucie eine Achterbahnfahrt mit Höhen und vor allem mit Tiefen.

A Day To Remember – You’re Welcome

A Day To Remember sind seit über 10 Jahren eine der größten „Szene-Bands“. Dank des eingängigen Clean-Gesangs im Mix mit Gitarren-Riffs und Breakdowns findet die Band Zuspruch von Pop-Punk- bis hin zu Metal-Fans. Über die Jahre hin entwickelte sich die Band qualitativ stets weiter, blieb diesem Stil aber treu. Nach dem Longplayer „Bad Vibrations“ (2016) wurde es erstmal ruhig um die fünf Amerikaner. 2019 erschien dann die Single „Rescue Me“ zusammen mit DJ Marshmello, die deutlich poppiger und elektronischer … Weiterlesen

Review: Autorin Lucie sieht in der Soundentwicklung des neuen Architects-Albums einen ganz klaren Trend rein in die Arenen.

Architects – For Those That Wish To Exist

Neben „wann finden endlich wieder Konzerte statt?“ ist eine der größten Fragen in der Szene, wie es mit der Metalcore-Band Architects weitergeht. Denn die vervollständigte vor etwa 2 Jahren die Album Triologie „Lost Forever//Lost Together“ (2014), „All Our Gods Have Abandoned Us“ (2016) und „Holy Hell“. Die ersten zwei Platten drehen sich um das Leben des Gitarristen und Songwriters Tom Searle nach einer Krebs-Diagnose. 2016 verstarb der gerade mal 28 Jahre alte Hauptcharakter der britischen Gruppe. Für „Holy Hell“ verwendeten … Weiterlesen

Turnstile live im Kölner Gebäude 9 im März 2020

Turnstile, Gebäude 9 Köln, 03.03.2020

Eine Subkultur funktioniert in erster Linie immer über Abgrenzung zum Obersystem und zu anderen Subkulturen. Nach einer gewissen Zeit verschwimmen diese Grenzen, sodass die Abspaltung von anderen Untersystemen nur noch schwerlich zu erkennen ist. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahrzehnte ziehen. Der Hardcore hat seine Ursprünge im flotten US-Punk der späten 1970er-Jahre. Bereits seit Ende der 80er entwickeln sich aus dem harten Punk-Ableger weitere Subgenres. So öffneten Bands wie Hüsker Dü und Fugazi die simple Hardcore-Formel in den kommenden … Weiterlesen

Normandie - Dark & Beautiful Secrets

Normandie – Dark & Beautiful Secrets

Es ist nicht leicht sich seinen Ängsten und Geheimnisse zu stellen: „It’s buried deep, a state of mind But I won’t coward out of this fight“, singt Normandie Sänger Philip Strand im Song „Jericho“, der genau diese Schwierigkeit fokusiert. Das ganze Album „Dark & Beautiful Secrets“ des schwedischen Trios behandelt diese Thematik. Die Band, die sich in keine Schublade stecken lässt, wagt mit dem dritten Album einen Schritt ins Unbekannte. Strand erforscht therapeutisch sein Inneres und stößt auf dunkle Geheimnisse. … Weiterlesen

Annisokay - Aurora

Annisokay – AURORA

Was passiert, wenn sich eine Band von einem Mitglied trennt? Es muss Ersatz her. Bei den Instrumenten ist bei bestehenden Songs kein großer Unterschied zu erkennen. Das ist also in der Regel gar nicht so problematisch. Doch geschieht die Trennung vom Sänger oder der Sängerin und das auch noch vor anstehenden Shows, ist das schwer. Jedenfalls meistens. Bei der 2007 gegründeten Metalcore-Band Annisokay verlief die Trennung von Shouter Dave Grunewald nach dem Festival-Sommer 2019 ziemlich glatt. Die drei übrigen Jungs … Weiterlesen

Review: Portrayal Of Guilt treiben ihren nihilistischen Brachial-Hardcore auf "We Are Always Alone" in die Extreme.

Portrayal Of Guilt – We Are Always Alone

Das zweite Portrayal Of Guilt Album „We Are Always Alone“ treibt den brachialen Hardcore der Band weiter in seine Extreme: Von Nihilismus, düsteren Stimmungslagen und unkonventioneller Eingängigkeit.

Es ist ein harsches Statement einem Album in Pandemie-Zeiten einen Titel wie „We Are Always Alone“ zu geben. Portrayal Of Guilt Sänger Matt King jedoch nimmt solch nihilistische Posen nicht erst seit dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand ein, durch den aktuell so viele Länder weltweit gehen: Seit jeher durchzog seine Textfragmente ein gewisser Hang zum … Weiterlesen

Sperling

Sperling – Zweifel

In großen roten Lettern prangt das Wort “Zweifel” auf dem Cover des Debüts von Sperling. Gerade für eine erste Platte ein bedeutsamer Titel, hausiert er doch weniger mit einer gewissen Arroganz denn mit einem Bewusstsein für die eigenen Unzulänglichkeiten. Dabei hätten Sperling durchaus das Recht, auch mal mit Stolz geschwellter Brust herumzustolzieren, wie der Langspieler eindrucksvoll beweist. Aber das junge Quintett ist vielleicht auch zu reflektiert für oberflächliche Selbstlobhudelei. Das übernehmen dann lieber die gängigen Online- und Printmedien, die Sperling … Weiterlesen