Review: Das neue A Day To Remember Album "You're Welcome" ist für Autorin Lucie eine Achterbahnfahrt mit Höhen und vor allem mit Tiefen.

A Day To Remember – You’re Welcome

A Day To Remember sind seit über 10 Jahren eine der größten „Szene-Bands“. Dank des eingängigen Clean-Gesangs im Mix mit Gitarren-Riffs und Breakdowns findet die Band Zuspruch von Pop-Punk- bis hin zu Metal-Fans. Über die Jahre hin entwickelte sich die Band qualitativ stets weiter, blieb diesem Stil aber treu. Nach dem Longplayer „Bad Vibrations“ (2016) wurde es erstmal ruhig um die fünf Amerikaner. 2019 erschien dann die Single „Rescue Me“ zusammen mit DJ Marshmello, die deutlich poppiger und elektronischer … Weiterlesen

Review: Autorin Lucie sieht in der Soundentwicklung des neuen Architects-Albums einen ganz klaren Trend rein in die Arenen.

Architects – For Those That Wish To Exist

Neben „wann finden endlich wieder Konzerte statt?“ ist eine der größten Fragen in der Szene, wie es mit der Metalcore-Band Architects weitergeht. Denn die vervollständigte vor etwa 2 Jahren die Album Triologie „Lost Forever//Lost Together“ (2014), „All Our Gods Have Abandoned Us“ (2016) und „Holy Hell“. Die ersten zwei Platten drehen sich um das Leben des Gitarristen und Songwriters Tom Searle nach einer Krebs-Diagnose. 2016 verstarb der gerade mal 28 Jahre alte Hauptcharakter der britischen Gruppe. Für „Holy Hell“ verwendeten … Weiterlesen

Turnstile live im Kölner Gebäude 9 im März 2020

Turnstile, Gebäude 9 Köln, 03.03.2020

Eine Subkultur funktioniert in erster Linie immer über Abgrenzung zum Obersystem und zu anderen Subkulturen. Nach einer gewissen Zeit verschwimmen diese Grenzen, sodass die Abspaltung von anderen Untersystemen nur noch schwerlich zu erkennen ist. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahrzehnte ziehen. Der Hardcore hat seine Ursprünge im flotten US-Punk der späten 1970er-Jahre. Bereits seit Ende der 80er entwickeln sich aus dem harten Punk-Ableger weitere Subgenres. So öffneten Bands wie Hüsker Dü und Fugazi die simple Hardcore-Formel in den kommenden … Weiterlesen

Normandie - Dark & Beautiful Secrets

Normandie – Dark & Beautiful Secrets

Es ist nicht leicht sich seinen Ängsten und Geheimnisse zu stellen: „It’s buried deep, a state of mind But I won’t coward out of this fight“, singt Normandie Sänger Philip Strand im Song „Jericho“, der genau diese Schwierigkeit fokusiert. Das ganze Album „Dark & Beautiful Secrets“ des schwedischen Trios behandelt diese Thematik. Die Band, die sich in keine Schublade stecken lässt, wagt mit dem dritten Album einen Schritt ins Unbekannte. Strand erforscht therapeutisch sein Inneres und stößt auf dunkle Geheimnisse. … Weiterlesen

Annisokay - Aurora

Annisokay – AURORA

Was passiert, wenn sich eine Band von einem Mitglied trennt? Es muss Ersatz her. Bei den Instrumenten ist bei bestehenden Songs kein großer Unterschied zu erkennen. Das ist also in der Regel gar nicht so problematisch. Doch geschieht die Trennung vom Sänger oder der Sängerin und das auch noch vor anstehenden Shows, ist das schwer. Jedenfalls meistens. Bei der 2007 gegründeten Metalcore-Band Annisokay verlief die Trennung von Shouter Dave Grunewald nach dem Festival-Sommer 2019 ziemlich glatt. Die drei übrigen Jungs … Weiterlesen

Review: Portrayal Of Guilt treiben ihren nihilistischen Brachial-Hardcore auf "We Are Always Alone" in die Extreme.

Portrayal Of Guilt – We Are Always Alone

Das zweite Portrayal Of Guilt Album „We Are Always Alone“ treibt den brachialen Hardcore der Band weiter in seine Extreme: Von Nihilismus, düsteren Stimmungslagen und unkonventioneller Eingängigkeit.

Es ist ein harsches Statement einem Album in Pandemie-Zeiten einen Titel wie „We Are Always Alone“ zu geben. Portrayal Of Guilt Sänger Matt King jedoch nimmt solch nihilistische Posen nicht erst seit dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand ein, durch den aktuell so viele Länder weltweit gehen: Seit jeher durchzog seine Textfragmente ein gewisser Hang zum … Weiterlesen

Sperling

Sperling – Zweifel

In großen roten Lettern prangt das Wort “Zweifel” auf dem Cover des Debüts von Sperling. Gerade für eine erste Platte ein bedeutsamer Titel, hausiert er doch weniger mit einer gewissen Arroganz denn mit einem Bewusstsein für die eigenen Unzulänglichkeiten. Dabei hätten Sperling durchaus das Recht, auch mal mit Stolz geschwellter Brust herumzustolzieren, wie der Langspieler eindrucksvoll beweist. Aber das junge Quintett ist vielleicht auch zu reflektiert für oberflächliche Selbstlobhudelei. Das übernehmen dann lieber die gängigen Online- und Printmedien, die Sperling … Weiterlesen

Special: Wie jedes Jahr wagen wir den Blick in die Glaskugel und listen euch die spannendsten Newcomer*innen für 2021 auf.

Unsere Newcomer*innen für das Jahr 2021

Die Stroboskop-Lichter zucken lange nicht mehr, der letzte Schweißtropfen ist verdunstet, die Zapfanlagen längst vertrocknet. Wenn wir davon reden, dass die Welt 2020 stillstand, dann gilt das für wenige Sektoren so vehement wie für den kulturellen. Allen Musikfans blutet das Herz und nicht wenige nutzten die Zeit, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern und alte Lieblingsalben aus dem eingestaubten Plattenregal zu kramen. Aber auch in diesen Zeiten gibt es einige tolle neue Künstler*innen zu entdecken, mit denen … Weiterlesen

Dance Gavin Dance

Dance Gavin Dance – Tree City Sessions 2

Dance Gavin Dance sind Virtuosen der besten Art. Das spürt man auch den mittlerweile neun Alben in jeder Faser an, zeigt aber insbesondere das Live-Spiel noch einmal beeindruckend auf. Hier haben sich einfach Musiker zusammengefunden, die ihre Instrumente so selbstverständlich auf höchstem Niveau spielen wie die Gen Z ihre TikToks hochlädt. Mit diesem grundlegenden Maß an Selbstanforderung wollen die US-Amerikaner ihren Fans auch in Zeiten des Social Distancings das Bestmögliche bieten. Dafür zaubern sie sich also die “Tree City Session … Weiterlesen

Refused - The Malignant Fire

Refused – The Malignant Fire

Mit “War Music” haben Refused 2019 wieder zu ihrem metallischen Hardcore-Sound, wie er zuletzt auf dem 1996 erschienenen Album “Songs To Fan The Flames Of Discontent” zu hören war, gefunden. Diesen rohen Sound haben die schwedischen (Post-)Hardcore-Legenden mit Elementen ihrer anderen Werke versetzt. Beispielsweise lassen sich vertrackte Rythmen, wie sie auf dem 1998 veröffentlichen, unerreichten Meilenstein “The Shape Of Punk To Come” oder dem Comeback-Werk “Freedom” von 2014 zu hören sind, finden. Ebenfalls lassen sich Indie-Momente ausfindig machen, die stark … Weiterlesen