In dieser Woche war es wieder einmal so weit: Counterparts waren im Rahmen ihrer „Heaven Let Them Die“-Tour in Köln zu Gast. Damit führt die kanadische Melodic-Hardcore-Band ihren 3-Jahres-Rhythmus fort, der die Band zunächst 2020 ins Gebäude 9 und drei Jahre später in die Kantine führte. Alle Shows waren gut besucht, auch wenn am Donnerstag in der Live Music Hall bemerkbar war, dass schon noch die eine oder andere Karte hätte verkauft werden müssen, damit es wirklich voll ist. Die Fans, die vor Ort waren, freut es aber sicher, dass es ein sehr angenehmes Konzert war, wo Platz für jede und jeden vorhanden war: Egal, ob der Wunsch nach intensivem Side to Side und Bewegung im Moshpit vorhanden war oder für die, die die Musik eher nach innen reflektieren lassen und eher ruhig zuhören.
Warum Counterparts so oft in Europa spielen
Dass Counterparts so oft in Europa sind, zeigt, dass die Band rund um den ikonischen Frontmann Brendan Murphy es geschafft hat: Counterparts sind inzwischen im Hardcore ein so erfolgreicher Name, dass sie Europa-Tourneen erfolgreich verkaufen können, regelmäßig. In einem der aktuellen Reels auf dem Instagram-Account der Band berichtet der Frontmann genau darüber, über Menschen aus dem Umfeld der Band, die in der Vergangenheit immer wieder betonten: „Ihr müsst immer wieder nach Europa kommen, eine Millionen Mal.“ Geglaubt hat Murphy das lange nicht: „Wenn sie uns jetzt nicht mögen, werden sie es nie.“ Er sieht es im Reel selbst ein, da lag er wohl ziemlich falsch. Stattdessen haben sich Counterparts einen Status erarbeitet, der wohl weitere Tourneen in den nächsten Jahren unausweichlich macht.
Die Fans kommen aus zwei Gründen immer wieder zu Counterparts-Shows: Erstens ist die Performance der Band auf einem Level, das lange nicht jede Band abrufen kann. Brendan Murphy ist live sehr stark und präsent, die Vocals klingen beeindruckend, ein Unterschied zum Album auf Platte ist kaum wahrnehmbar. Allein dieser Punkt hebt Counterparts schon von etlichen Genre-Kolleg*innen ab. Zweitens hat die Band neben den talentierten Gitarristen Alex Re und Tyler Williams, die Counterparts live und auf Platte mit ihren emotionalen Melodien die Einzigartigkeit verpassen, mit Kyle Brownlee einen Drummer im Line Up, der definitiv zu den besten des gesamten Genres gehört. Was sein Drumset während eines Counterparts-Sets so über sich ergehen lassen muss, kann sich sehen lassen. Wenn, wie in Köln, dann gleich beim ersten Song der erste Drumstick mittig durchbricht, muss sogar Kyle selbst verwundert gucken und lachen.
Counterparts Setlist 2026
Nachdem mit Sunami, One Step Closer und God Complex drei Vorbands die Fans schon enstprechend warm gespielt hatten, legten Counterparts mit „A Martyr Left Alive“ los, dem Opener ihrer aktuellen EP. Während vor drei und sechs Jahren jeweils die Longplayer „Nothing Left to Love“ und „A Eulogy for Those Still Here“ im Vordergrund standen, war es nun die EP „Heaven Let Them Die“ aus 2024. Eine kurze, schnelle EP, 16 Minuten, die ohne große Ankündigung einfach veröffentlicht wurde. Schnörkellos ist darauf der typische Counterparts-Sound zu hören, der sich nur dadurch von den letzten Longplayern unterscheidet, dass der Sound noch etwas härter ausfällt.
Ein Motiv für eine EP nach vielen Alben-Releases in den letzten Jahren war der Wunsch alle neuen Songs live im Set unterzubringen, was auf dieser Tour und auch an diesem Kölner Abend gelingt. Alle sechs Songs werden gespielt und das Publikum ist auch bei den neuen Songs schon textsicher dabei. Neben „Heaven Let Them Die“ und „With Loving Arms Disfigured“ von der neuen EP gehören Songs wie „Your Own Knife“, „Bound to the Burn“ und „Monument“ zu den Highlights. Bei der Fans der ersten Stunde lösen besonders die Songs der älteren Alben Begeisterung aus, sei es „Witness“, „Stranger“ oder „Thieves“ vom unter Fans immer noch am meisten hervorgehobenen Album „You’re Not You Anymore“ aus 2017. Die Counterparts Setlist 2026 hat alles, was das Fanherz begehrt.
Counterparts haben Bock, sie zocken ihr Set runter ohne große Pausen, ohne viel Gelaber. Einfach nur mit einem klaren Fokus auf die Musik, die sie und ihre Fans so lieben. Am Ende wird es zur Zugabe mit „Love Me“ und „Whispers of Your Death“ nochmal richtig intensiv vor der Bühne. Nach circa 70 Minuten und 18 Songs ist das Set dann auch vorbei. Ein kurzweiliger Abend oder, um es mit den Worten von Brendan Murphy abzurunden: „We’re here. We are gonna have fun. No matter what.“ Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!
Und so hört sich das an:
Hier kannst Du Counterparts auf der „Heaven Let Them Die“-Tour noch live sehen:
10.02.2026 Karlsruhe, Substage
11.02.2026 Antwerpen, Trix
12.02.2026 Paris, Le Machine Du Moulin Rogue
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Beitragsbild von Lucie Kreß.
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