Metalbands sind auch 2026 im Trend und gewinnen stetig an Beliebtheit – besonders die moderneren, experimentelleren. Je extremer, desto angesagter? Auch die Alternative-Metal-Band Deftones profitiert von dieser Entwicklung. Mit der Veröffentlichung ihres zehnten Albums Private Music und durch viral gegangene Sounds auf TikTok rückte die Band zuletzt verstärkt in den Fokus eines jüngeren Publikums.
Pop trifft Metal: Chaos und Welten-Clash am Einlass
Entsprechend breit gefächert zeigte sich das Publikum in der Dortmunder Westfalenhalle. Beim Einlass waren jedoch zunächst alle gleichermaßen verwirrt. Auf dem Gelände herrschte pures Chaos: Besucher*innen der Parallelveranstaltung in Halle 2 („BEAT IT! – Die Erfolgsshow über den King of Pop“), geprägt von Familien in bunter Kleidung, Glitzerjacken und Michael-Jackson-Hüten, landeten immer wieder in der Deftones-Schlange (Pun intended). Deren Fans zeichneten sich eher durch schwarze Kleidung im alternativen Stil zwischen Grunge und Gothic aus. In der richtigen Halle angekommen – in unserem Fall Halle 1, der großen, mit 15.380 Plätzen, die für Deftones schon lange ausverkauft war – war der Stress des Einlasses schnell vergessen.
Mesmerisierendes Bühnenbild
Das Bühnen-Setup versprach von Anfang an ein visuelles Highlight: mehrere Ebenen vor einer riesigen LED-Wand, höhenverstellbare Elemente, eingerahmt von horizontalen und vertikalen Lichtbändern. Während des knapp 90-minütigen Sets beeindruckte die Produktion immer wieder aufs Neue. Traumhaft schöne Visuals sowie thematisch abgestimmte Bilder mit Farben und Effekten perfekt an die Stimmung angepasst, ließen die Show beinahe manipulativ auf die Emotionen wirken. Sich in der Musik verlieren – Deftones trieben dieses Gefühl hier im positivsten Sinne auf die Spitze.
Musikalisch lieferte die Gruppe ihr Handwerk äußerst souverän ab – stellenweise fragte man sich unweigerlich, ob überhaupt etwas über Backingtracks kam. Zwar kamen teilweise die Vocals auf den seitlichen Rängen etwas breiig an und Frontmann Chino Moreno traf nicht jede Passage perfekt, doch die Performance verlor nichts von ihrer Wirkung. Deftones präsentierten sich sympathisch, energiegeladen und spürbar dankbar. Moreno schien sich seiner Fähigkeit, die Menge zu kontrollieren, kaum bewusst zu sein. Einmal animierte er die Fans zum Arme-Schwingen, einmal zum Klatschen. Die Crowd hätte ihm locker noch viel mehr gegeben.
Im Innenraum zeigte sich das Publikum nämlich äußerst bewegungsfreudig. Es dauerte einen Moment, bis sich die zunächst verstreuten kleinen Pits zu einem großen zusammenschlossen. Doch gegen Ende des Sets wurde die Halle endgültig abgerissen. Nach gefühlt hundert „whoos“ und „yeahs“, betont durch zahllose Effekten – die Moreno übrigens selbst steuert – entließen Deftones die begeisterte Menge schließlich in die Samstagnacht. Auch die Besucher*innen der Parallelveranstaltung sahen zufrieden aus, und das Verlassen der Parkplätze verlief ohne Chaos.
Und so hört sich das an:
Website / Facebook / TikTok / Instagram
Deftones live 2026:
18.08. – Berlin, Wulheide
22.08. – Pukkelpop, Hasselt (BE)
Beitragsbild von Lucie.
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