Cover des neuen Weezer Albums "Van Weezer".

Weezer – Van Weezer

Weezer Fans sind sie gewöhnt: Die qualitative Achterbahnfahrt, die jede Neuveröffentlichung der vier Amerikaner mit sich bringt. In den letzten fünf Jahren reichte der Hörgenuss von Weezer Neuveröffentlichungen dementsprechend von „grandios“ („OK Human“, „White Album“) über „kann man machen“ („Teal Album“) hin zu „das vergessen wir besser wieder“ („Pacific Daydream“, „Black Album“). Mit „Van Weezer“ setzt sich dieser holprige Ritt fort.

Stolperfallen

Der Plan ist schnell umschrieben: Auf „Van Weezer“ möchten die Südkalifornier den Ursprüngen … Weiterlesen

Cover des dritten Royal Blood Albums "Typhoons".

Royal Blood – Typhoons

Dem Death From Above 1979-Vergleich müssen sich Royal Blood stellen. Immerhin waren die Kanadier die ersten, die auf den Duo-Hype damals Anfang der 2000er als Schlagzeug-Bass-Kombination aufsprangen und den Viersaiter dabei ungewohnt nah an den Gitarrensound brachten. Mike Kerr und Ben Thatcher aka Royal Blood übertrugen dieses Konzept dann in den 2010er-Jahren in den Mainstream, kamen statt dem Hardcore und Punk aber aus dem Alternative und Rock. Doch die Parallelen zwischen den Zweimannbands reichen noch weiter: Beide bringen nach … Weiterlesen

Dinosaur Jr. - Sweep It Into Space

Dinosaur Jr. – Sweep It Into Space

Gerade dann, wenn die Lage aussichtslos zu sein scheint, melden Dinosaur Jr. sich mit einem überwältigenden Werk zurück, um einfach zu umarmen, natürlich nur metaphorisch. Auf “Sweep It Into Space” kombinieren die Alternative-Legenden Nostalgie mit einer zeitgemäßen Produktion. Vertraute Klänge werden in ungewisse Zeiten getragen. Tatsächlich fühlt es sich beim Schließen der Augen und Aufdrehen der Anlage für ein paar Sekunden so an, als wären es die späten 80er und J Mascis, Lou Barlow und Murph würden in einer Garage … Weiterlesen

Streaming-Konzert: Weezer spielen ihr orchestrales "OK Human" in der opulenten Walt Disney Concert Hall in Los Angeles.

Weezer – “OK Human”-Live, Walt Disney Concert Hall Los Angeles, 17.04.2021

Die Walt Disney Concert Hall ist in einem opulenten Bau mitten im Stadtteil Bunker Hill untergebracht. Metallene, von scharfen Kanten unterbrochene Spiegelflächen schmücken ihre Fassade. Normalerweise finden hier mitten in Los Angeles knapp 2200 Zuschauer*innen Platz. Doch normal ist im Jahr 2021 bekannterweise nur Weniges. Mitte März sind die Ränge des holzvertäfelten Konzertsaals deshalb wie leergefegt als Weezer samt zweier Orchester ein für drei Termine im April angesetztes Livestream-Konzert aufzeichnen. In dessen Mittelpunkt steht „OK Human“, das 14. Studioalbum der … Weiterlesen

The Pighounds - Hilleboom

The Pighounds – Hilleboom

The Pighounds aus Dortmund haben sich mit dem April die perfekte Jahreszeit ausgesucht, um mit “Hilleboom” zu debütieren, denn die Musik des alternative Duos ist genauso vielseitig wie das wechselhafte Frühlingswetter. Noisige Parts wechseln sich mit Garage-Momenten ab und stellenweise schimmert ein Hauch von Grunge durch das Klangbild der beiden Musiker. Mit ihrem abwechslungsreichen und eingängigen Sound gesellen die Pighounds sich zu ihren LabelkollegInnen von Daily Thompson, Hodja und Hathors. “Hilleboom” lässt sich wohl am ehesten als Perle des deutschen … Weiterlesen

Review: Godspeed You! Black Emperor treiben mit "G_d's Pee At State's End!" ihr erhabenes Konzept immer weiter in Richtung Perfektion.

Godspeed You! Black Emperor – G_d’s Pee At State’s End!

Vier Jahre ist es her, dass Godspeed You! Black Emperor mit “Luciferian Towers” einen Instant-Klassiker des modernen Post-Rock kreiert haben. Geschrieben auf der Straße, als das Touren noch möglich war, eingespielt mit Masken, als Corona die Welt bereits in Atem hielt, erscheint “G_d’s Pee At State’s End!” in einer Zeit, die eigentlich wie gemacht für verträumte Ausflüge in fremde Klangsphären scheint.  Dabei knüpft das Doppelalbum an das erhabene Konzept seines Vorgängers an und versteht es, dieses Konzept gekonnt weiter zu … Weiterlesen

Review: Die Briten Out Of Love erhalten mit ihrer zweiten EP "Funny Feeling" den Punk-Rock am Leben.

Out Of Love – Funny Feeling EP

Es ist keine gute Zeit für Punk-Rock. Dennoch machen sich fünf Briten auf, um inmitten von Virus-Chaos und Playlist-gepushtem Trap-Geballer noch einmal auf die guten Zeiten der vier-akkordigen Gitarrenmusik anzustoßen. Out Of Love nennen sich diese fünf jungen Männer, „Funny Feeling“ heißt ihre zweite EP.

Auf der eilt das Quintett in zwölf Minuten und fünf Songs durch das breite Repertoire modernen Punk-Rocks. Den passenden Einstieg liefert das wütend-hymnische „Play Pretend“, das Anfang der 2010er-Jahre sicherlich weite Kreise gezogen hätte. Dass … Weiterlesen

Interview mit Dan Lambton über rationale.

[English version below!] Dan Lambton dürfte allen Liebhabern des zeitgenössischen Pop-Punks ein Begriff sein. Für alle anderen: Er war die Stimme von Real Friends, die wiederum eine der wichtigsten Genre-Bands der vergangenen zehn Jahre ist. Mit ihr polarisierte er durch direkte, emotionale Texte und extrem energetische Musik und prägte einen Sound, der schnell an Beliebtheit gewann. Eine weitere Band aus Lambtons Umfeld, die den Chicago-Sound der letzten Jahre verkörpert, ist Knuckle Puck, die von Beginn an eine enge Weiterlesen

Evanescence – The Bitter Truth

Erinnert ihr euch noch an VIVA Plus? Erinnert ihr euch überhaupt noch an VIVA? Das war ein Musiksender im deutschen Fernsehen, quasi YouTube ohne Selbstbestimmung. Da liefen 25 Jahre lang Videoclips, die besonders für ein jüngeres Publikum maßgeblich den Verkauf an Singles und Alben in Deutschland ankurbelten oder ihn bremsten. Auf dem Ableger VIVA Plus, der zunächst Viva Zwei hieß, entwickelte sich „Get The Clip“ zum absoluten Dauerbrenner. Hier konnten zwischen 2002 und 2007 die Zuschauer*innen durch … Weiterlesen

Review: Das neue Death From Above 1979 Album "Is 4 Lovers" täuscht vor, eine sichere Nummer zu sein, macht dann aber in der 2. Hälfte alles anders.

Death From Above 1979 – Is 4 Lovers

Fast würde man meinen, Death From Above 1979 gingen nur bedächtige Schritte mit ihrem vierten Studioalbum „Is 4 Lovers“. Doch diese Rechnung wurde ohne die zweite Albumhälfte geschrieben.

Gerade mal eine Portion (Hüft-)Schwung. Viel mehr ist es nicht, was die erste Hälfte der zehn neuen Songs der Kanadier anders machen. Der Rest ist altbekannt. Ein kurzer Querschnitt: Die verzuckelten Bassläufe von „Modern Guy“ kuscheln zwar mit den Synthesizer-Melodien, die sie imitieren, abseits einiger Kuhglocken und gesteigerter Leichtigkeit fügt sich die … Weiterlesen