Review: Auch das "K.G."-Schwesteralbum bringt gewohnt hochklassige King Gizzard & The Lizard Wizard-Kost.

King Gizzard & The Lizard Wizard – L.W.

Natürlich dauert die Wartezeit auf das nächste King Gizzard & The Lizard Wizard Album gerade mal ein Vierteljahr an. Und natürlich musste auf den mikrotonalen Vorgänger „K.G.” auch das obligatorische Schwesteralbum „L.W.” folgen. Und natürlich vollzieht auch das wieder den bandtypichen Genre- und Einflussspagat. Und natürlich ist das auch wieder durchweg gut.

Brücken schlägt „L.W.” viele. Schon der Opener „If Not Now, Then When“ beginnt da, wo der erste Albumteil aufhörte. Bloß um dann die Spur zu wechseln und einem … Weiterlesen

NOFX - Single Album

NOFX – Single Album

Mit “Single Album” meldet sich der trotzige Punkrock-Pöbel rund um Mastermind Fat Mike zurück. Dabei gibt sich das kalifornische Quartett aufmüpfig und unbequem wie eh und je. Produziert wurde ihr aktuelles Werk von Descendents-Trommler Bill Stevenson. Natürlich erscheint das Werk auf Fat Wreck Chords, dem Label mit dem besten Labelnamen der Welt. “Single Album“ zeigt die Band von ihrer gewohnt schamfreien Seite. Wobei in den vergangenen Jahren durchaus der Anschein geweckt wurde, dass sich die Gruppe etwas von ihren Wurzeln … Weiterlesen

The Pretty Reckless

The Pretty Reckless – Death By Rock And Roll

Wenn Rock-Musiker*innen auf die Meta-Ebene klettern und ihr hochheiliges Genre als Thema wählen, schlittern nicht wenige in das karge Land der Fremdscham. Zu Pathos behaftet, zu altbacken romantisch wirkt dieser Gestus gerade in einer Zeit, wo der Rock seine einst revolutionäre Bedeutung ohnehin für die breite Masse eingebüßt hat. Wenn nun The Pretty Reckless auf ihrem mittlerweile vierten Album “Death By Rock And Roll” dem großen Narrativ folgen und dazu fleißig die Bluesgitarren nöhlen lassen, birgt das ein gewisses Risiko. … Weiterlesen

Lüt - Mersmak

Lüt – Mersmak

Mit “Mersmak” veröffentlichen Lüt in diesem noch jungen Jahr den bereits zweiten musikalischen Streich, der seinen Ursprung im hohen, rohen Norden Norwegens hat. Vor wenigen Tagen erblickte das wunderbare “Post People” von Heave Blood & Die das Licht der Welt. Lüt und Heave Blood & Die stammen beide aus dem abgelegenen, von urtümlicher Natur umgebenen Tromsø. Musikalisch weisen beide Bands, bis auf ihre unkonventionelle Herangehensweise, wenig Gemeinsamkeiten auf. Wo Heave Blood & Die musikalisch über die Zukunft der Menschheit philosophieren, … Weiterlesen

Heave Blood & Die - Post People

Heave Blood & Die – Post People

Der Titel “Post People” lässt reichlich Interpretationsspielraum – und gerade dadurch macht er neugierig. Selbst Heave Blood & Die waren sich zunächst nicht ganz sicher, was diese rätselhafte Betitelung bedeutet. Lange haben die Bandmitglieder über diesen Namen philosophiert und sich dabei Konzepte über postapokalyptische Universen und der Zukunft der Menschheit ausgedacht. Irgendwann sind sie dann zu dem Entschluss gekommen, dass “Post People” synonym für eine Welt steht, in welcher die Menschheit den Kapitalismus hinter sich gelassen hat, ihre Klimaziele erreicht … Weiterlesen

Review: Wie die kalten Nudeln von gestern Mittag. Die Foo Fighters klangen schonmal spannender als auf ihrem zehnten Album.

Foo Fighters – Medicine At Midnight

Neues Material von der Band, die Arena für Arena, Stadion für Stadion, Festival für Festival die immerselbe Spontan-Ultramonster-Vierstunden-Show spielt. Doch: „Fucking weird“, wie Dave Grohl schon Ende 2019 in einem Podcast behauptete, ist „Medicine At Midnight“ nicht wirklich.

Ja, die Corona-Pandemie hat auch den legendären Foo Fighters den ein oder anderen Plan versaut. Denn: Eigentlich war das zehnte Album der Band samt ausgiebiger Tournee schon für 2020 geplant. Naja, jetzt gibt es „Medicine At Midnight“ eben Anfang 2021. Das ändert … Weiterlesen

Review: Mit "Ok Human" kehren Weezer zu alter Stärke zurück. Und das ganz ohne verzerrte Gitarren.

Weezer – Ok Human

Nach dem enttäuschend faden „Black Album“ betreten Weezer wieder die heiligen Hallen von Relevant-City. Der Weggefährte: „Ok Human“, das 14. Studioalbum der Amerikaner.

Nein, es sind nicht die Gitarren, die Weezer zurück zu alter Größe führen. Es sind ein 38-köpfiges Orchester und ein Klavier! An letzterem schreibt Alt-Nerd Rivers Cuomo den Großteil der elf Album-Songs – man lasse das Geplänkel von „Everything Happens for a Reason“ außer Acht. Im Anschluss geht es im Pandemie-Sommer 2020 mit einer Legion an klassischen … Weiterlesen

Review: Da es mit My Chemical Romance gerade nicht weitergehen kann, veröffentlicht Gitarrist Frank Iero einfach noch eine Solo-EP.

Frank Iero And The Future Violents – Heaven Is A Place, This Is A Place EP

Frank Iero beschließt die nächste Era: Mit der „Heaven Is A Place, This Is A Place“-EP verabschiedet der My Chemical Romance-Gitarrist – wo es einer Pandemie wegen mit der Band doch nicht weitergehen kann, müssen wieder die Solo-Sachen ran – seine bereits dritte Live-Band-Besetzung: Die Future Violents. Das ist schlussendlich vor allem etwas für Fans.

Drei Eigenkompositionen und ein Cover vereinen sich auf der EP und teilen das Ganze in zwei Hälften: „Violence“ und „Sewerwolf“ klingen schwer, arbeiten mit … Weiterlesen

Review: Das dritte Blackout Problems-Album "Dark" legt weite Entfernungen in Richtung Eigenständigkeit zurück.

Blackout Problems – Dark

„Dark“ ist das Werk einer Band, die sich zunehmend mit den Prädikaten „selbstsicher“ und „eigenständig“ schmücken darf. Nach dem stellenweise grandios atmosphärischen, aber gerade in den Refrains teils flachen „Kaos“ legt das dritte Album der Münchener Blackout Problems weite Entfernungen zurück: Was die Qualität, aber auch was die Stilentwicklung angeht.

Sein Album bei all der textlichen Härte sowie bedrückend eindringlichen Atmosphäre mit einem Song wie „Murderer“ zu eröffnen, ist ein Statement. Doch Erwartungen scheinen bei Mario Radetzky, Marcus SchwarzbachWeiterlesen

Interview: Die Blackout Problems gehen mit "Dark" große Schritte in Richtung Electronica. Jonas sprach mit Schlagzeuger Michael Dreilich.

Interview mit den Blackout Problems über „Dark”

Es ist keine gute Zeit, um nach Aufmerksamkeit zu bitten, denn das täglich reorganisierte Pandemie-Chaos und der wöchentlich mit neuen Negativ-Hochs um sich werfende US-Wahnsinn – gerade sind es Faschisten in Pelz-Kostüm vor und im Kapitol – inhalieren nahezu alle kollektiven Kraftvorräte. Hinzu kommen die psychischen Belastungen, die die Corona-Zeit der Entfremdung von Freund*innen und oft ausgedehnten Zeit in den eigenen vier Wänden wegen mit sich bringt. „Dark“, das dritte Studioalbum der Münchener Blackout Problems, jedoch könnte sich mitsamt seiner … Weiterlesen