Annisokay - Aurora

Annisokay – AURORA

Was passiert, wenn sich eine Band von einem Mitglied trennt? Es muss Ersatz her. Bei den Instrumenten ist bei bestehenden Songs kein großer Unterschied zu erkennen. Das ist also in der Regel gar nicht so problematisch. Doch geschieht die Trennung vom Sänger oder der Sängerin und das auch noch vor anstehenden Shows, ist das schwer. Jedenfalls meistens. Bei der 2007 gegründeten Metalcore-Band Annisokay verlief die Trennung von Shouter Dave Grunewald nach dem Festival-Sommer 2019 ziemlich glatt. Die drei übrigen Jungs … Weiterlesen

Review: Portrayal Of Guilt treiben ihren nihilistischen Brachial-Hardcore auf "We Are Always Alone" in die Extreme.

Portrayal Of Guilt – We Are Always Alone

Das zweite Portrayal Of Guilt Album „We Are Always Alone“ treibt den brachialen Hardcore der Band weiter in seine Extreme: Von Nihilismus, düsteren Stimmungslagen und unkonventioneller Eingängigkeit.

Es ist ein harsches Statement einem Album in Pandemie-Zeiten einen Titel wie „We Are Always Alone“ zu geben. Portrayal Of Guilt Sänger Matt King jedoch nimmt solch nihilistische Posen nicht erst seit dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand ein, durch den aktuell so viele Länder weltweit gehen: Seit jeher durchzog seine Textfragmente ein gewisser Hang zum … Weiterlesen

Sperling

Sperling – Zweifel

In großen roten Lettern prangt das Wort “Zweifel” auf dem Cover des Debüts von Sperling. Gerade für eine erste Platte ein bedeutsamer Titel, hausiert er doch weniger mit einer gewissen Arroganz denn mit einem Bewusstsein für die eigenen Unzulänglichkeiten. Dabei hätten Sperling durchaus das Recht, auch mal mit Stolz geschwellter Brust herumzustolzieren, wie der Langspieler eindrucksvoll beweist. Aber das junge Quintett ist vielleicht auch zu reflektiert für oberflächliche Selbstlobhudelei. Das übernehmen dann lieber die gängigen Online- und Printmedien, die Sperling … Weiterlesen

Special: Wie jedes Jahr wagen wir den Blick in die Glaskugel und listen euch die spannendsten Newcomer*innen für 2021 auf.

Unsere Newcomer*innen für das Jahr 2021

Die Stroboskop-Lichter zucken lange nicht mehr, der letzte Schweißtropfen ist verdunstet, die Zapfanlagen längst vertrocknet. Wenn wir davon reden, dass die Welt 2020 stillstand, dann gilt das für wenige Sektoren so vehement wie für den kulturellen. Allen Musikfans blutet das Herz und nicht wenige nutzten die Zeit, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern und alte Lieblingsalben aus dem eingestaubten Plattenregal zu kramen. Aber auch in diesen Zeiten gibt es einige tolle neue Künstler*innen zu entdecken, mit denen … Weiterlesen

Dance Gavin Dance

Dance Gavin Dance – Tree City Sessions 2

Dance Gavin Dance sind Virtuosen der besten Art. Das spürt man auch den mittlerweile neun Alben in jeder Faser an, zeigt aber insbesondere das Live-Spiel noch einmal beeindruckend auf. Hier haben sich einfach Musiker zusammengefunden, die ihre Instrumente so selbstverständlich auf höchstem Niveau spielen wie die Gen Z ihre TikToks hochlädt. Mit diesem grundlegenden Maß an Selbstanforderung wollen die US-Amerikaner ihren Fans auch in Zeiten des Social Distancings das Bestmögliche bieten. Dafür zaubern sie sich also die “Tree City Session … Weiterlesen

Refused - The Malignant Fire

Refused – The Malignant Fire

Mit “War Music” haben Refused 2019 wieder zu ihrem metallischen Hardcore-Sound, wie er zuletzt auf dem 1996 erschienenen Album “Songs To Fan The Flames Of Discontent” zu hören war, gefunden. Diesen rohen Sound haben die schwedischen (Post-)Hardcore-Legenden mit Elementen ihrer anderen Werke versetzt. Beispielsweise lassen sich vertrackte Rythmen, wie sie auf dem 1998 veröffentlichen, unerreichten Meilenstein “The Shape Of Punk To Come” oder dem Comeback-Werk “Freedom” von 2014 zu hören sind, finden. Ebenfalls lassen sich Indie-Momente ausfindig machen, die stark … Weiterlesen

Cover von Bring Me The Horizons "Post Human: Survival Horror".

Bring Me The Horizon – Post Human: Survival Horror

Einen Schritt zurück. Nach dem durchwachsenen „amo“ und einer zwar spannenden, doch schnell wieder in der Versenkung verschwundenen EP mit unsagbar langem Titel scheint der Erfolg der eigentlich für einen Videospielsoundtrack geschriebenen Single „Ludens“ neue Energien in Oli Sykes und Co hervorgekitzelt zu haben. Unter dem Banner „Post Human“ möchten Bring Me The Horizon in den kommenden zwölf Monaten gleich vier EPs herausbringen. Die erste davon nennt sich „Survival Horror“, hat gleich mehrfach Pandemie-Bezug und atmet die befreiende Härte, die … Weiterlesen

Review des ersten Brutus live-Albums "Live In Ghent".

Brutus – Live In Ghent

Mit „Live In Ghent“ steuern Brutus aus Belgien ihren zugegebenermaßen sehr späten Teil zum Sommer der Live-Alben bei. Das erste Live-Dokument des Trios ist dabei die wohl letzte relevante Veröffentlichung der Art im laufenden Jahr – und gibt einen gutes Abbild vom Charakter der Band.

Im Mai 2019 spielten Brutus vor etwa 750 Fans im bereits lange im Voraus ausverkauften Genter Handelsbeurs. Dieses knapp einstündige Set findet sich nun auf ihrem Live-Album-Debüt. „Live In Ghent“ unterscheidet sich in einem … Weiterlesen

Cover von "Touché Amoré - Lament"

Touché Amoré – Lament

Stets in Bewegung: Auch mit ihrem fünften Album entfernen sich Touché Amoré ferner von dem Ort, an dem sie ihre Reise einst vor dreizehn Jahren starteten. Dass die Band nun nicht im entferntesten vor hat, von diesen Weg abzukommen, offenbart bereits der symbolische Blick auf die Spielzeit: „Lament“ ist das vierte Album in Folge, das länger andauert als der Vorgänger. Unverkennbar Hardcore ist die Musik des Quintettes trotzdem noch immer. Dessen Spielart klingt zwar lange nicht mehr so düster wie … Weiterlesen

Jamie Lenman - King Of Clubs

Jamie Lenman – King Of Clubs

Jamie Lenman hat viele Seiten. Ja, Jamie Lenman ist ein wahrhaftiges Rock-Chamäleon! Mit seiner Band Reuben spielte der Brite Anfang der 2000er recht klassischen Post-Hardcore. Als Solo-Künstler versuchte er sich im Anschluss an Akustik-Rock, ergriff die Widerhaken-gleiche Keule des Hardcore, gab sich großen Rock-Momenten hin und landete schlussendlich bei verkopften Cover-Versionen von Hörbüchern und Filmmusik. „King Of Clubs“, sein viertes Solo-Album, blickt nun zurück und bietet knapp 25 Minuten düsteres Hardcore-Abenteuer.

Dass Lenman ausufernde Riffs liebt, wird da nochmal besonders … Weiterlesen