Jan Delay & Disko No.1, Strandkorb Open Air Sparkassenpark Mönchengladbach, 26.07.2021

Es ist ein bisschen wie Nachhausekommen. Gerade für Menschen, bei denen regulär Konzerte, Musicals und andere Shows regelmäßig im Terminkalender erscheinen, ist es fast schon ein unwirkliches Gefühl, wieder zu einer der altbekannten Konzerthallen zu fahren, in denen man vor März 2020 so viele einschlägige Momente erleben durfte. Doch seit Anfang Juni wacht Dornröschen aus ihrem gefühlten Endlosschlaf wieder auf. Es gibt gerade Konzerte. Mit Zuschauer*innen. Wahnsinn.

Eins der Konzepte, die schon letztes Jahr zur ersten Corona-Hochzeit funktionierten, waren die … Weiterlesen

Kollege Hartmann - Modus Mindestlohn

Kollege Hartmann – Modus Mindestlohn

Irgendwo zwischen Vollzeitjob und Rapkarriere findet man Kollege Hartmann, Mitte 30, wohnhaft in Leipzig. Dass es nicht immer so einfach ist, den grauen Arbeitsalltag, die eigene Musik und diverse weitere Projekte unter einen Hut zu bekommen, thematisierte der Rapper bereits in seinen vergangenen Werken. Live oft als Back-Up-Rapper von Gossenboss mit Zett am Start, ist Kollege Hartmann auch solo schon lange kein Newcomer mehr. Dennoch ist „Modus Mindestlohn“ – sein neues Album, das am 23.07.2021 erscheint – … Weiterlesen

Review: Leonie hört das neue Ahzumjot Album "3:00" das erste Mal auf einer langen Zugfahrt - und ist hin und weg.

Ahzumjot – 3:00

Als ich das erste Mal das neue Album von Ahzumjot hörte, saß ich in einem ziemlich leeren ICE. Ich konnte gar nicht ahnen wie passend das Setting war, während die ersten Töne des Intros auf meinen Kopfhörern erklangen, denn das Album fühlt sich auch ein bisschen an wie eine Reise, und alleine ist man auch. Aber mal von vorne. 

Obwohl das letzte „richtige“ Album von Ahzumjot schon etwas her ist – so richtig weg war er nie. In der Zwischenzeit Weiterlesen

Snow_ Spilled My Coffee

Snøw verbindet Pop mit Hip-Hop (+ Gewinnspiel)

Im Jahr 2018 erlange Samuel Morales alias Snøw erstmalig mit seinem Track „Get You To The Moon“ größeres Aufsehen in der Musikwelt. Knapp ein Jahr später folgte der Hit „Say Goodbye“, anfang 2020 dann die Debüt-EP „Chronicles Of Snøw“. Eine aufstrebende Stimme, vor allem in den USA, die unheimlich vielseitig ist und sich nicht so recht in ein bestimmtes Genre zwängen lässt. Der aus Salem, Massachusetts stammende Sänger gehört schon jetzt zu den Stimmen seiner Generation und begeistert mit jedem … Weiterlesen

Review: Nach der großen Ankündigung erscheint nun endlich das sechste K.I.Z-Album „Rap über Hass“. Wir besprechen das Album gleich zweifach.

K.I.Z – Rap Über Hass [Doppel-Review]

Nach der großen Ankündigung Ende 2020 erscheint nun endlich das sechste K.I.Z-Album „Rap über Hass“. Grund genug dem ganzen gleich aus zwei Perspektiven zu begegnen.

Anna macht den Anfang:

Wer hätte gedacht, dass in Zeiten von Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Konzertverboten eine der großartigsten musikalischen Meldungen das Land zum fanatischen Jubeln bringen könne? (Bitte was?!) Ja, ganz recht gehört: K.I.Z sind zurück – fallt auf die Knie und huldigt euren Göttern! 

Stolze sechs Jahre lang haben die Berliner Masters of Rap … Weiterlesen

Review: Der Berliner Rapper Symba hat seine erste EP am Start. Die bekräftigt den Hype.

Symba – Teamboys undso EP

Es braucht keine Alben mehr. Zumindest, wenn es nach Deutschrap-Standards geht. Den Film fährt auch das Berliner Künstler-Kollektiv Playboysmafia. Der Erfolg gibt ihnen recht. Nur durch eine Handvoll Single-Releases konnten Pashanim und Symba – zwei Rapper der Gruppe – im vergangenen Jahr binnen kürzester Zeit von Soundcloud-Newcomern zu den hoch gehandeltsten Namen der Szene aufsteigen. Nachdem Pashanim Ende letzten Jahres eine erste kurze EP vorgelegt hatte, steht nun das Debüt von Symba an. Das nennt sich „Teamboys undso“ und … Weiterlesen

Jan Delay – Earth, Wind & Feiern

„Ich hab‘ Sonne dabei“ – das wird zumindest im „Intro“ behauptet. Und wo ist die bitte, lieber Jan Delay? Da will der Hamburger Jung mit seiner neuen Platte Earth, Wind & Feiern die Sonnensaison einläuten, dabei hört’s draußen nicht auf zu plästern. Doch eventuell hat der Wettergott ja mit dem deutschen Publikum Mitleid, wenn er die tropischen Vibes laut genug aus den Boxen dröhnen hört.

45 Jahre wird der Buddy Jan Philipp Eißfeldt in diesem Jahr. 25 Jahre davon … Weiterlesen

Cover von Haftbefehls "Das schwarze Album".

Haftbefehl – Das schwarze Album

Das Feuilleton zu Füßen liegend veröffentlicht Haftbefehl „Das schwarze Album“. Das bedient die Erwartungen, die der Titel hervorruft, bietet erstmalig aber auch soetwas wie hoffnungsvolle Perspektiven.

Eins vorweg: „Das schwarze Album“ ist auch trotz seiner Autotune-Experimente härter und dreckiger als sein Vorgänger. Und es ist weniger kunstvoll. Die häufig knackig-produzierten Beats sind durchkühlt wie Schwermetall, gehen gleich zu Beginn voll nach vorn, fließen dann aber schlussendlich mit ausgedehnten Instrumentalpassagen aus. Zeit, in denen der Verstand ruhen kann. Die Besinnungspausen kommen … Weiterlesen

Review: Das vierte Cro-Album "trip" ist von vielen Ambivalenzen durchzogen – nicht nur im Sound. Das überzeugt Autor Jonas nur teilweise.

Cro – trip

Cros „trip“ (kurz für „Trapped In Paradies“) ist ein in Ambivalenzen ausgedrücktes Stück Musik. Auf der einen Seite: Die 11 Disco-Funk-Versatzstücke von „Solo“. Auf der anderen: Der psychedelische Band-Sound der namensgebenden zweiten Albumhälfte. Hier: Die sauber und mit viel Tiefgang ausgeführten Produktionen. Da: Die flachen Textfragmente, die scheinbar nur ein Thema kennen. Und sowohl: Der Wille sich als fortschrittlich zu präsentierten. Als auch: Die rückschrittlichen Posen.

Musik

Das vierte Cro-Album ist gleich eines mit zwei Teilen: Die ersten elf Stücke … Weiterlesen

Review: Haiyti ist mit 18 neuen Songs zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Knüpft die Rapperin an ihr letztjähriges Album-Doppel an?

Haiyti – Mieses Leben

Überfall: Haiyti ist zurück. Und das obwohl sie nie weg war. Nach dem letztjährigen Album-Doppelpack legt die „skinny Legend“ aka Robbery nun überraschend mit 18 neuen Songs nach. „Mieses Leben“ heißt das fünfte Album der Rapperin.

Schauplatz: „Intro“. Sphärisch-körnige Analog-Synthesizer. 808s, die mit Schwung in die Magengegend treten. Autotune-Adlips. Übersteuerung. Dazu: Seichte Keys. Dann: „Robbery Is Back“. Der Bass: Tiefer als der Pazifik. Die Referenzen: Wie kann man sich nur so hart gönnen? Indem man Haiyti ist. Kopf und Nacken: … Weiterlesen