Taylor Swift

Taylor Swift – Red (Taylor’s Version)

Die Gedanken sind frei – außer man ist Künstler*in. Denn dann haben plötzlich Label, Manager & Produzent*innen ein Mitspracherecht bei den vielen Entscheidungen. Einer Person, bei der dieses Phänomen sogar für einige Schlagzeilen sorgte, ist Taylor Swift. Ihr ehemaliger Manager Scooter Braun verkaufte so ohne ihres Wissens die Rechte an ihren Alben – und da war dann auch schnell Schluss mit lustig. Swift machte etwas, was in dieser Größenordnung völlig neuartig ist: Sie nimmt kurzerhand ALLE Alben noch einmal neu … Weiterlesen

Ala Cya – Reflection

Ein Debütalbum ist wie eine Begrüßung: Wenn hier die Vibes nicht stimmen, wird jeder weitere Schritte ziemlich schwierig. Dass die Musikerin Ala Cya schon im jungen Alter von 9 Jahren Musik als ihre Sprache der Wahl entdeckt hat, gibt „Reflection“ eine für eine erste Platte ungewohnte Kraft. Dieser Händedruck ist alles andere als zögerlich.

Mehr Wald als Metropole

Nach einigen Jahren auf Tour in einem festen Bandgefüge ist die Künstlerin nun auf Solopfaden unterwegs. Was sie sich dafür aus der … Weiterlesen

Review: Das vierte Idles-Album "Crawler" ist unbequemer und weniger greifbar als seine Vorgänger.

Idles – Crawler

War „Ultra Mono“ eine offenherzige Umarmung, so begrüßt „Crawler“ Zuhörer*innen mit vorausgestellter Schulter. Denn: Das vierte Album der Idles ist in vielerlei Hinsicht eine Antithese zu seinem Vorgänger. An die Stelle von teils im Vocal-Booth improvisierten, mit Wortmalereien gespickten Texten treten dort poetische Ein-Zeiler und eng gestrickte Narrative. Und: Straighte Dance-Beats weichen kantigen Rhythmen und kunstigem Post-Punk.

Der Wind ist kühler, den „Crawler“ aus den Boxen in die Gehörgänge bläst. Wo der Idles-Drittling noch empowernde Demoschild-Sprüchchen aneinanderreihte und damit vielerorts … Weiterlesen

ABBA – Voyage

Hallo, liebe Leser*innen! Heute haben wir für euch das neue ABBA-Album gehört.

Was jahrelang ein schlechter April-Scherz gewesen wäre, ist nun unglaubwürdige Realität. Fast schon ein Wunder. Die erfolgreichste Band der Musikgeschichte nach den Beatles hat eine neue LP veröffentlicht. Und zwar keine Best of, keine Remixes, keine Tribute-Platte von gegenwärtig trendigen Künstler*innen, nein – ABBA haben in der Originalbesetzung einen Longplayer veröffentlicht. Am 5.11.2021, fast 40 (!) Jahre nach ihrem „The Visitors“, das am 30.11.1981 in den Regalen … Weiterlesen

Review: Auf "Christfucker" kanalisieren Portrayal Of Guilt all die Düsternis heraus, die sich in den letzten 18 Monaten aufgestaut hat.

Portrayal Of Guilt – Christfucker

Portrayal Of Guilt haben sich schuldig gesprochen, denn die Lärm-Beschwörer haben ein Album geschrieben, das auf den provokanten Namen „Christfucker“ hört. Was in konservativen Kreisen Amerikas sicherlich noch für Trubel sorgen könnte – würde an die richtigen Stellen geschaut –, ist jedoch derart krachig geschnürt, dass der Titel wohl nicht in Kreise durchstoßen wird, die wirklich zu schocken sind.

Unmissverständlich kündigen schon die ersten dreißig zum „Intro to CHRISTFUCKER“ komprimierten Sekunden an: Viel Freude versprüht die Kunst der drei Musiker … Weiterlesen

Review: "Day/Night" der Parcels ist mit seinen zwei durchkonzeptionierten Hälften wahrlich kein Easy-Listening-Erlebnis.

Parcels – Day/Night

Nach jeder dunklen Nacht folgt ein heller Tag. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Kluge Sprüche zu diesem Thema gibt es viele. Und nun auch einen neuen musikalischen Beitrag, denn die Parcels nutzen für ihr aktuelles Doppelalbum „Day/Night“ eben diese Symbolik. Doch das neue Werk der australischen Elektro-Pop-Band auf eine Stufe mit solchen doch eher schlichten Alltagsweisheiten zu stellen, wäre unverschämt. Denn wenn „Day/Night“ eins nicht ist, dann ist das simpel.

Äußerlich bedient das Doppelalbum das Gegensatz-Klischee. Die 19 Titel … Weiterlesen

Noga Erez_KIDS Against The Machine_Cover

Noga Erez – KIDS (Against The Machine)

Was läge für eine Künstlerin, die mit verlässlichem Geschick Hip Hop-Vibes mit Indie und Sprechgesang kombiniert, näher, als ihr zweites Album direkt nochmal mit einer Big Band aufzunehmen? Nun, vermutlich einiges. Aber dass die israelische Musikerin Noga Erez diesen mutigen Soundsprung nun im selben Jahr des Release der Original-Version von „Kids“ veröffentlicht, zeugt von der puren Überzeugung hinter dem Projekt. Und für alle, die bereits in Kontakt mit der Musik des Geheimtipps in Berührung gekommen sind, ist es auch keine … Weiterlesen

Parquet Courts - Sympathy For Life

Parquet Courts – Sympathy For Life

Nach Party-Album „Wide Awake!“ stolzieren die Indie-Punks Parquet Courts mit „Sympathy For Life“ vom Nachtclub die Straße hinunter zur Afterhour. Ihren benebelten Jams fehlt zwar teilweise der nötige Drive, um sich nochmal komplett der Ekstase hinzugeben, aber das brauchen die New Yorker, für das, was sie vorhaben, eh nicht mehr ­– denn bei all dem Hedonismus ist der unterschwellige Nihilismus in „Sympathy For Life“ auch als Suche nach etwas Sinn, Verstand und Hoffnung in unserer konsumorientierten Gegenwart zu verstehen.

Das

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Review: Leonie erwartet feministisches Empowerment, bekommt mit dem 2. Self Esteem-Album "Prioritise Pleasure" jedoch etwas anderes.

Self Esteem – Prioritise Pleasure

Ich war gerade auf der Suche nach spannenden Releases im Oktober, als ich über die englische Popmusikerin “Self Esteem” stolperte. Ihr Album “Prioritise Pleasure” sollte rauskommen, irgendwer hatte über sie geschrieben, ihre Musik sei rockig, trotzig und feministisch. In meinem Kopf bildeten sich Assoziationen zu Dua Lipa und Blond, überzeugend.

Es ist immer so, wenn man feste Vorstellungen von etwas hat: am Ende kommt es ganz anders. Vielleicht ist es auch unfair, bei dem Schlagwort “feministisch” direkt an andere Künstler*innen

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Review: Auf ihrem neuen Album "Lygophobie" lassen Lygo Optimismus im Pessimismus erkennen.

Lygo – Lygophobie

Raus aus der Schockstarre“, rein in Aufarbeitung beschließen Lygo. „Lygophobie“ – nein, das ist nicht nur ein flaches Wortspiel, sondern umschreibt die Angst vor Dunkelheit – tritt die Flucht nach vorne an: Vor den eigenen Schatten und gesellschaftlichen Problemzonen.

„Zusammen Im Bett“ etwa ist eines dieser Stücke. Es ist noch erkennbar – das Hadern mit der eigenen Psyche, das die verschachtelten Texte der Wahl-Kölner bislang geprägt hatte – aber irgendwo unter der Oberfläche schlummert Erkenntnis. Das Wiedererkennen im … Weiterlesen