Flyte

Flyte – This Is Really Going To Hurt You

Trübsal blasen mit Ansage! Immerhin vertuschen Flyte nicht groß, dass ihr zweites Album “This Is Really Going To Hurt You” wahrlich kein Zuckerschlecken ist. Zumindest emotional stehen die Koordinaten gen Herzschmerz, übernimmt doch Frontmann Will Taylor die Rolle als Reiseführer. Und der hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine eigene Trennung fein säuberlich zu dokumentieren. Schon der Opener “Easy Tiger” fällt mit der Tür ins Zimmer, wenn Taylor kurz und schmerzlos konstatiert: “This is only to get worse.” Richtige Stimmungskiller, … Weiterlesen

Review: Die Briten Out Of Love erhalten mit ihrer zweiten EP "Funny Feeling" den Punk-Rock am Leben.

Out Of Love – Funny Feeling EP

Es ist keine gute Zeit für Punk-Rock. Dennoch machen sich fünf Briten auf, um inmitten von Virus-Chaos und Playlist-gepushtem Trap-Geballer noch einmal auf die guten Zeiten der vier-akkordigen Gitarrenmusik anzustoßen. Out Of Love nennen sich diese fünf jungen Männer, „Funny Feeling“ heißt ihre zweite EP.

Auf der eilt das Quintett in zwölf Minuten und fünf Songs durch das breite Repertoire modernen Punk-Rocks. Den passenden Einstieg liefert das wütend-hymnische „Play Pretend“, das Anfang der 2010er-Jahre sicherlich weite Kreise gezogen hätte. Dass … Weiterlesen

Evanescence – The Bitter Truth

Erinnert ihr euch noch an VIVA Plus? Erinnert ihr euch überhaupt noch an VIVA? Das war ein Musiksender im deutschen Fernsehen, quasi YouTube ohne Selbstbestimmung. Da liefen 25 Jahre lang Videoclips, die besonders für ein jüngeres Publikum maßgeblich den Verkauf an Singles und Alben in Deutschland ankurbelten oder ihn bremsten. Auf dem Ableger VIVA Plus, der zunächst Viva Zwei hieß, entwickelte sich „Get The Clip“ zum absoluten Dauerbrenner. Hier konnten zwischen 2002 und 2007 die Zuschauer*innen durch … Weiterlesen

Review: Das neue Death From Above 1979 Album "Is 4 Lovers" täuscht vor, eine sichere Nummer zu sein, macht dann aber in der 2. Hälfte alles anders.

Death From Above 1979 – Is 4 Lovers

Fast würde man meinen, Death From Above 1979 gingen nur bedächtige Schritte mit ihrem vierten Studioalbum „Is 4 Lovers“. Doch diese Rechnung wurde ohne die zweite Albumhälfte geschrieben.

Gerade mal eine Portion (Hüft-)Schwung. Viel mehr ist es nicht, was die erste Hälfte der zehn neuen Songs der Kanadier anders machen. Der Rest ist altbekannt. Ein kurzer Querschnitt: Die verzuckelten Bassläufe von „Modern Guy“ kuscheln zwar mit den Synthesizer-Melodien, die sie imitieren, abseits einiger Kuhglocken und gesteigerter Leichtigkeit fügt sich die … Weiterlesen

Riot Spears

Riot Spears – Bad

Spätestens seit der “Free Britney”-Bewegung sollten die meisten begriffen haben, inwiefern Britney Spears zu einer tragischen aber doch auch irgendwo logischen Konsequenz der westlichen Popkultur ist. Schließlich versucht diese seit vielen Jahrzehnten, Frauen und Queers zu entmündigen und lieber als vorgefertigte Tokens ganz nach der Vorstellung der mächtigen weißen Cis-Männer auf die Bühnen zu zerren. Warum also nicht diese Kunstfigur Britney Spears in einen positiven Moment des Empowerment neu konnotieren? Riot Spears machen genau dies, wenn sie im aktuell überraschend … Weiterlesen

Review: Juicy Gay und mrbx laden in ihre "Rainbow Trap", eine – zumindest meist – kunterbunte Utopie des Optimismus.

Juicy Gay & mrbx – Rainbow Trap

„Rainbow Trap“ ist eines dieser Alben, die die Stärken der beteiligten Künstler*innen auf den Punkt bringen. Rap-Sonnenschein Juicy Gay und Produzent mrbx geben darauf ein Abbild ihrer ganz eigenen Kunstutopie: Der Rainbow Trap.

Juicy Gay beherrscht sie beide: Sommerliche, fast schon aufdringlich eingängige Gute Laune-Hymnen und energetisierend antreibende Trap-Banger. Für beides lässt Kollaborateur mrbx mit seinen luftigen, aber druckvollen Produktionen auf „Rainbow Trap“ Raum. „Cornflakes“ beispielsweise ist eine dieser verschmitzt-lockeren Juicy Gay-Hymnen, die nach langen Sonnenbrand-Tagen in vollen Parks rufen. … Weiterlesen

Review: Auf ihrer neuen EP "Broken Heart Economy Class" liefern DOTE frischen und keinesfalls belanglosen Indie-Pop.

DOTE – Broken Heart Economy Class EP

“Coming-of-Age-Indie” – das klingt für mich erstmal eher nach kitschigem Highschool-Film mit passendem Soundtrack. So weit, so unspannend, wenn man in die teilweise doch sehr langweilige Filmmusik so mancher Netflix-Produktionen denkt. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Begriff aber etwas ganz anderes: Nämlich der Sound der Indie-Band DOTE aus Essen – also zumindest bezeichnen sie selbst ihre Musik so. Dass das aber eigentlich ganz gut passt, merkt man spätestens beim Hören ihrer neuen EP “Broken Heart Economy Class”.

Darauf befinden … Weiterlesen

Part-Time Friends

Part-Time Friends – Weddings & Funerals

Ganz schön pfiffig: Abgesehen davon, dass man manche Verwandte ausschließlich auf Hochzeiten und Beerdigungen antrifft, sind die beiden Veranstaltungen grundsätzlich konträr. Eine wahre Spielwiese an Gegensätzen, die sich die  Part-Time Friends mit diesem Albumtitel also ausgesucht haben. Noch pfiffiger: Blumen als Albumcover zu wählen, die in beiden Kontexten eine tragende Rolle spielen. So entsteht trotz all der Unterschiede doch eine Gemeinsamkeit, ein Mantra, das auch musikalisch auf “Weddings & Funerals” zutrifft. Denn die deutliche Zäsur, die die Platte in zwei … Weiterlesen

Review: Das Einzige was am 24/7 Diva Heaven-Debüt "Stress" neben seiner Qualität Konstant bleibt, ist das Träumen von den 90ern.

24/7 Diva Heaven – Stress

Die einen hassen ihn, die anderen brauchen ihn. Mal taucht er urplötzlich auf, mal kann er verdrängt werden. Fest steht, alle kennen ihn. Die Rede ist von Stress.

Diesem Stress widmen 24/7 Diva Heaven nun ihr Debütalbum. Dabei kombiniert die Berliner Gruppe die nötige Menge Nostalgie mit Leidenschaft, einer lebhaften Produktion, Späti-Romantik und vielem mehr. In Zeiten, in denen Corona die Welt in Atem hält, macht ein energiegeladenes und vor Spielfreude triefendes Werk wie “Stress” besonders Lust auf Live-Shows. Durch … Weiterlesen

Speaking into existence Calvin Stone Michael Dreilich

Calvin Stone x Michael Dreilich – speaking into existence

Es ist eine der schönen Geschichten aus dem letzten Jahr. Während persönliche Treffen nicht möglich waren, haben Calvin Stone aus den USA und Michael Dreilich von Deutschland aus sich online verbunden und es trotzdem geschafft zusammen Musik zu machen. Über Sprachnachrichten und Videocalls haben sie gemeinsam eine EP produziert, ohne sich je persönlich getroffen zu haben.

Calvin Stone lebt in Columbus, Ohio und hat 2016 mit „Seven Seven“ sein erstes Album rausgebracht. Michael ist 2017 über YouTube darauf … Weiterlesen