Review: Leonie hört das neue Ahzumjot Album "3:00" das erste Mal auf einer langen Zugfahrt - und ist hin und weg.

Ahzumjot – 3:00

Als ich das erste Mal das neue Album von Ahzumjot hörte, saß ich in einem ziemlich leeren ICE. Ich konnte gar nicht ahnen wie passend das Setting war, während die ersten Töne des Intros auf meinen Kopfhörern erklangen, denn das Album fühlt sich auch ein bisschen an wie eine Reise, und alleine ist man auch. Aber mal von vorne. 

Obwohl das letzte „richtige“ Album von Ahzumjot schon etwas her ist – so richtig weg war er nie. In der Zwischenzeit Weiterlesen

Review: Wavves - Hideaway

Wavves – Hideaway

Wenn sich in der abwechslungsreichen Diskographie von Wavves-Mastermind Nathan Williams eines durchzog, war es doch die omnipräsente Teenage Angst in seinen Texten mit der die Band aus San Diego groß wurde. Die ist für Williams auch noch mit Mitte 30 da, aber er hat auf „Hideaway“ kein Problem mehr damit, Depressionen und Hilflosigkeit in seinen einfach gestrickten Texten zu akzeptieren. Mittlerweile guckt er für seine Verhältnisse überraschend positiv über den düsteren Ozean – und die selbstgesteckten Genregrenzen – hinweg: „I … Weiterlesen

DZ Deathrays – Positive Rising: Part 2

Die australischen Dance-Punks DZ Deathrays machen auf dem zweiten Teil ihres Rock-Epos „Positive Rising“ wie immer alles richtig und bringen diesmal ihre Garagenparty zumindest atmosphärisch auf die Stadionbühne.

Die richtige Dosis

Mit ihrem jugendlich lärmigen Debüt „Bloodstreams“ von 2012 legten Shane Parsons und Simon Ridley als DZ Deathrays noch sämtliche Garagen in Schutt und Asche, wenn die Eltern mal nicht da waren und drehten bei Auftritten teils so laut auf, dass sie schon mehrfach von der Bühne flogen. Das sich … Weiterlesen

Review: Meteorologisch ist er schon einige Tage da, jetzt kommt er auch bei Kapelle Petra: Der Sommer.

Kapelle Petra – Der Sommer EP

Der Sommer ist da! Gut, das mag jetzt nicht unbedingt die bahnbrechendste Erkenntnis sein, das haben Meteorologen und das Thermometer längst erfolgreich verifizieren können. Gemeint ist hier aber auch gar nicht die Jahreszeit an sich, sondern die neue EP von Kapelle Petra, die gemäß der vier Jahreszeiten auch vier EPs veröffentlichen. Frei nach dem Motto „alles zu seiner (Jahres-)Zeit“ erschien nun „Der Sommer“ und löst damit den Vorgänger „Der Frühling“ ab. Darauf zu finden sind erneut vier Stücke, die einen … Weiterlesen

Tom Odell – monsters

Eigentlich hätten wir es bei der ersten Single doch schon wissen müssen – Tom Odell scheint nicht grad die Sonne ausm Arsch. Irgendwo aber auch ganz gut, zumindest für die Zuhörer*innen. Wäre dem 30-jährigen Briten nicht regelmäßig schwer ums Herz, hätten wir kein so sensationell gutes Lied wie “Another Love” zu Ohren bekommen. Denn da kann man sagen, was man will: Der Song wirkt nach. Immer noch. Selbst neun Jahre nach seiner Erstveröffentlichung trifft die Pianoballade mit dem traurigen Text … Weiterlesen

Faye Webster I Know I'm Funny haha

Faye Webster – I Know I’m Funny haha

How did I fall in love with someone I don’t know?” fragt Faye Webster die Hörer*innen in “A Dream With a Baseball Player”, gleichermaßen zweifelnd wie hingebungsvoll. So gibt alleine dieser Textfetzen in Kombination mit dem Albumtitel eine Stoßrichtung der neuen Platte des Wunderkinds Faye Webster an: Es wird melancholisch – und auch immer etwas schräg. Irgendwo zwischen Tag- und Fiebertraum schmiegen sich die elf Stücke in die Hörmuschel, klingen wahlweise nach einem Orchester im Weiterlesen

Review: Das Debüt des Peter Muffin Trios um Die Nerven Bassist Julian Knoth ist mehr als ein großer Spaß.

Peter Muffin Trio – Stuttgart 21

Im Januar noch veröffentlichte Julian Knoth aka Peter Muffin eine humorvolle Quatsch-Platte im Alleingang, nun steht er mit seinem Bruder Philipp Knoth und der Videokünstlerin Caroline d’Orville als das Peter Muffin Trio vor dem Mikrofon. „Stuttgart 21“ heißt das Debütalbum der drei Musiker*innen. Das wäre laut der Band ohne Produzent Nicolas Epe eine schrullige Punk-Platte geworden. Eigentlich.

Zu seiner eigen Glück ist das Debüt des Peter Muffin Trios nun doch weit mehr als stumpfer Punk. Mehr als deutlich macht das … Weiterlesen

Laurel_EP_artwork

Laurel – Limbo Cherry

Schmierig aber wahr: “Limbo Cherry” ist die Kirsche für den Indie-Sommer. Und da der ja im normalen Festival-Zyklus eigentlich gerade schon voll im Gange wäre, kommt die frische EP der wunderbaren Laurel genau zur richtigen Zeit.  Besonders wegen der neuen Sound-Architektur, die schon die Vorgänger-EP “Petrol Bloom” andeutete, gehört ein Exemplar dieser Platte neben jede Eis-Truhe. Vom klassischen Singer-Songwriter-Handwerk, das noch die Grundlage für das Debüt “Dogviolet” 2018 bildete, ist mittlerweile nur noch wenig hörbar. Nur das eindeutige Geschick für … Weiterlesen

Review: Das dritte Lucy Dacus Album ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Lucy Dacus – Home Video

„Home Video“ von Lucy Dacus ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Im Gegensatz zu so vielen verbitterten Rückblicken wagt die US-Amerikanerin mit ihrem dritten Studioalbum eine unaufgeregt verträumte Rekapitulation von Vergangenem. Ihre Musik transportiert das ebenfalls. „Partner In Crime“ etwa arbeitet zwar mit Autotune und fuzziger Soli-Gitarre, ist ansonsten jedoch unbeschwerter Indie in Reinform. Und selbst wenn in „Thumbs“ über flächige Keys nur Dacus kraftvolle Stimme ertönt und mit Zeilen wie „I would kill him if you let me“ … Weiterlesen

Review: The Murlocs aus Melbourne überzeugen auf ihrem fünften Album "Bittersweet Demons" mit sonnigem Psych-Pop.

The Murlocs – Bittersweet Demons

Schnappt euch ein eiskaltes Victoria Bitter und genießt mit dem fünften Album der Band aus Melbourne sonnendurchfluteten Psych-Pop, der wie für die Party am australischen Surferstrand gemacht ist. Prägende Stilmittel von The Murlocs bleiben das schwindelerregende Mundharmonikaspiel und der temperamentvolle Gesang von Sänger/Gitarrist Ambrose Kenny-Smith. Im Gegensatz zu den Garage-lastigeren Veröffentlichungen bisher ist „Bittersweet Demons“ weniger ungezügelt und auch die Fuzz-Pedale bleiben diesmal größtenteils im Gitarrenkoffer. Dafür bauen die Australier ihre Songs auf sanfte Piano-Melodien und verschmelzen diese mit … Weiterlesen