Sagen wir es so: Die Informationslage ist dürftig. Was bei Newsmeldungen eher unerquicklich ist, kann bei Rezensionen allerdings auch eine Chance sein – Sagen wir es so: Die Informationslage ist dürftig. Was bei Newsmeldungen eher unerquicklich ist, kann bei Rezensionen allerdings auch eine Chance sein – schließlich bleibt dadurch mehr Raum für die Musik selbst. Die wichtigsten Fakten dennoch kurz zusammengefasst: Digital erschien „Blizzard“ bereits Ende des vergangenen Jahres, nun ist das Debüt von Dove Ellis auch auf Vinyl erhältlich. Und obwohl das Album laut Eigenaussage vor allem „für Freunde“ gedacht war, sprechen eine Support-Tour für Geese sowie Headliner-Konzerte in New York, Los Angeles und London durchaus dafür, dass hier gerade etwas Größeres entsteht.
Auch wenn sich „Blizzard“ im Grunde eher anschleicht. Was keineswegs negativ zu verstehen ist, denn die Energie ist vom ersten Moment an spürbar, wenn Ellis das Album mit „Little Left Hope“ eröffnet. Klare Gitarrenlinien und harmonischer Gesang lassen den Song zunächst spärlich wirken, gleichzeitig aber sofort emotional greifen. Eine Stimmung, die sich langsam aufschaukelt und den anfänglichen Singer-Songwriter-Charme behutsam in Richtung Indie-Pop verschiebt – ein Weg, den auch der folgende „Pale Song“ einschlägt. Die harmonische Nummer spielt gekonnt mit Moll und Dur, lässt Melancholie ungefiltert zu und schafft es dennoch, stets Raum für Hoffnung zu lassen. Gerade hier zeigt sich, wie gut Dove Ellis mit Dynamiken arbeiten kann und wie bewusst er diese auf „Blizzard“ einsetzt.
Diese Stärken sind es dann auch, die sich durch das gesamte Album ziehen, ohne dass man an dieser Stelle auf jedes Stück einzeln eingehen müsste. Es ist die Dynamik, die sich sowohl im Songwriting als auch im stimmlichen Einsatz zeigt. Von ruhigeren Folkstücken geht es beispielsweise hin zu Nummern wie „Heaven Has No Wings“, das – zumindest für Dove-Ellis-Verhältnisse – beinahe gut gelaunt klingt und instrumental betrachtet ziemlich straight nach vorne geht. Dem gegenüber stehen ruhigere Stücke wie „Feathers, Cash“, in denen Ellis’ Stimme stark in Richtung fragile Kopfstimme driftet, was den Songs ebenfalls ausgesprochen gut zu Gesicht steht.
Mit seinen zehn Stücken ist „Blizzard“ am Ende ein Album, das sich beim Hörer entwickeln muss. Wenn der erste Durchgang noch nicht zu Begeisterungsstürmen führt, sei empfohlen, das Album einfach etwas wirken zu lassen. Denn gerade die feinen Nuancen entfalten sich nach und nach und machen „Blizzard“ zu einem beachtlichen Debüt für Freunde folkiger Singer-Songwriter-Klänge und Artverwandtem.
Und so hört sich das an:
Die Rechte am Album-Cover liegen bei Black Butter/AMF Records.
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