Positive Überraschungen, Enttäuschungen, aber auch genau das, was man erwartet hat: Beim 1. Semifinale zum Eurovision Song Contest 2026 am Dienstagabend war alles dabei, was ein Halbfinale eben braucht. Zehn Länder haben gegen 23:15 Uhr den Einzug ins große Finale am Samstag geschafft, fünf sind schon jetzt Geschichte. Bei sieben von zehn lagen wir richtig, die haben wir schon beim Vorchecking aller Beiträge als Finalkandidat*innen gesehen.
Der ESC feiert dieses Jahr runden Geburtstag, nämlich seinen 70.! Wien ist Austragungsort, weil JJ 2025 mit seinem Pop-Opera-Electro-Mix „Wasted Love“ genau den Nerv der Zeit getroffen hat. Die österreichische Hauptstadt ist das dritte Mal Gastgeber, zuletzt durfte man 2015 nach dem Sieg von Conchita Wurst zu sich einladen. Am Donnerstag zur selben Zeit ab 21 Uhr treten dann die restlichen 15 Länder gegeneinander an und greifen enthusiastisch nach den übrigen Finaltickets. Im Grand Final stehen schließlich 25 Nationen auf der Bühne und performen um die kultige Trophäe. Die Startreihenfolge dafür wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bekanntgegeben.
Das sind die Ergebnisse vom 1. Halbfinale. Wichtig: Die hier aufgelisteten Länder sind nach Startreihenfolge sortiert. Welches Land wie abschnitt, bleibt bis nach dem Finale geheim.
Diese zehn Länder sind im Finale dabei:
Moldau – „Viva, Moldova!“, Satoshi
Schweden – „My System“, Felicia
Kroatien – „Andromeda“, Lelek
Griechenland – „Ferto“, Akylas
Finnland – „Liekinheitin“, Linda Lampenius x Pete Parkkonen
Israel – „Michelle“, Noam Bettan
Belgien – „Dancing On The Ice“, Essyla
Litauen – „Sólo quiero más“, Lion Ceccah
Polen – „Pray“, Alicja
Serbien – „Kraj mene“, Lavina
Ausgeschieden sind somit:
Portugal – „Rosa“, Bandidos do Cante
Georgien – „On Replay“, Bzikebi
Montenegro – „Nova Zora“, Tamara Živković
Estland – „Too Epic To Be True“, Vanilla Ninja
San Marino – „Superstar“, Senhit & Boy George
NACHLESE ZUR SHOW:
Sich so richtig zu entscheiden, fällt nicht einfach. Eigentlich ist der Eurovision Song Contest 2026 mit so vielen negative Vibes beladen, dass man ihn nicht vollends genießen kann. Aber andererseits ist es doch der ESC! Wobei… Israel… aber ESC! ESC ist nur einmal im Jahr. Es ist komplex. Und irgendwie sind wir doch schon wieder mittendrin. Und irgendwie ist es schön. Aber so ein bisschen eben auch wiederum nicht.
Nachdem JJ mit Talent, Mega-Performance und somit auch mit Recht den Eurovision in Basel für sich entscheiden konnte, sind wir also elf Jahre später schon wieder in Wien. Das dritte Mal nun. Zwar hat Innsbruck bis zuletzt für die Ausführung gekämpft, und ein ESC mit Alpenpanorama wäre auch super nice gewesen, aber am Ende hat die Infrastruktur der österreichischen Hauptstadt erneut gezogen. Die Stadthalle ist ebenso ein Wiederholungstäter, hat sie 2015 doch ihren Job ziemlich gut gemacht. Die Pause zwischen dem zweiten und dritten Erfolg war also eine kurze, dafür die zwischen dem ersten und dem zweiten mit 48 Ausgaben fast ein halbes Jahrhundert lang.
Wien hat Charme. Wien ist poshy, aber auch gastfreundlich. Europa hat für eine Woche wieder ein Zuhause.
Es war noch nie unpolitisch – aber am Ende geht’s um Frieden
Mitte der 1950s hat sich die European Broadcasting Union – kurz EBU – überlegt, gemeinsam in der angespannten Nachkriegszeit ein musikalisches Projekt zu starten, das ein Wir-Gefühl auslösen soll. Europa als Eins, nicht als ganz viele für sich. Genau diesen Grundsatz sollten sich alle 2026 nochmal genauer vor Augen führen. Die Teilnahme Israels hat für ausschweifende Kontroversen gesorgt. Gleich fünf Länder – Island, Slowenien, Irland, die Niederlande und sogar Spanien als Big-Five-Land – sind vom Wettbewerb zurückgetreten. Das ist erstmal nichts Außergewöhnliches. Jedes Jahr macht irgendein Land mal nicht mit und ein anderes kehrt zurück. Die Begründungen sind vielfältig. Zu wenig Chancen auf den Sieg, kein Budget für den Teilnahmebeitrag, zu viel Queerness auf der Bühne, die man nicht duldet, oder auch die Teilnahme eines anderen Landes, was man nicht leiden kann. Das Ausmaß ist nun nevertheless einfach ein anderes. Fünf Nationen, wovon manche seit Jahrzehnten Stammgäste waren, nennen dieselbe Begründung. Auf der anderen Seite steht Israel ganz allein da.
Beide Seiten sind ok. Beide Argumentationen sind ok. Ja, es wirkt inkonsequent, dass man Russland 2023 folgerichtig unmittelbar nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine rausgeschmissen hat, dies nun mit Israel aber nicht passiert. Jedoch ist der Konflikt in Gaza auch ein anderer. Krieg ist nicht gleich Krieg. Entscheidung ist nicht gleich Entscheidung. Keine Regel ist auf alle Fälle anwendbar. Nicht teilzunehmen, ist somit legitim. Zurückzukehren auch. Allerdings sollte das Eurovision-Herz jedoch das Wir sein: Kleine Länder haben für einen Abend dieselbe Power wie ein großes. Dieselbe Punktzahl, dieselbe Chance. Zumindest theoretisch. Und wir sehen, dass Musik nicht einfach nur irgendeine Kunstform ist, sondern ein Bindeglied. Etwas, was Menschen emotional berührt und verbindet. Ein friedvolles Miteinander trotz Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden. Darauf sollte man versuchen, sich einzulassen. Wenn das aber nicht klappt, weil man halt immer noch so etwas sagt wie „Mein Favorit ist [Land]” und nicht „Mein Favorit ist [Artist/Song]“ und genau das triggert, ist es auch ok, den TV nicht einzuschalten bzw. kein Ticket für die Halle zu kaufen. Frieden auf der Welt wünscht man sich ja trotzdem. Beides geht gleichzeitig und widerspricht sich nicht.
Trotzdem riesiger Ansturm auf Tickets
Dennoch sind so wie bei allen Megaevents sämtliche Tickets für die insgesamt neun Veranstaltungen in der Stadthalle – drei Liveshows, drei Juryshows an den Abenden davor plus drei Familienshows mittags vor den Liveshows – sofort ausverkauft. Genauso auch die Wochenpässe für den EuroClub, die ESC-Partyreihe, die jeden Abend während der Woche stattfindet. Innerhalb der Fan-Bubble ist also das Hobby stärker als der politische Diskurs. Einen gewissen Einsturz merkt man nichtsdestotrotz, melden nämlich viele Hotels in Wien Leerstände. Es sind somit in erster Linie diejenigen vor Ort, die in die Halle wollen, nicht einfach nur die Atmo mitnehmen möchten.
Anyway: Der 70. Geburtstag ist da, um zelebriert zu werden. Eigentlich wäre es bereits der 71. Eurovision – schließlich zählt die „Geburt“ als erste Veranstaltung – aber bekannterweise musste 2020 einmal ausgesetzt werden. Einen 70. Geburtstag eines Familienmitgliedes stellt man sich wohl sehr gediegen vor und nicht mehr so eskalierend wie die 0er-Birthdays davor. Tatsächlich wird auch genau dieses Thema – nämlich der Lauf des Lebens und die damit einhergehende Vergänglichkeit – direkt in einem super emotionalen und berührenden Opening widergespiegelt. Ein Junge, der in der Kindheit den Wettbewerb für sich entdeckt, schaut jedes Jahr die Show. Mit Freund*innen, mit seinem Partner. Nun allerdings allein, weil sein Partner bereits nicht mehr lebt. Dieser intensive Einspieler geht schließlich nicht nur unter die Haut sondern auch in den Liveteil über, in dem der nun alt gewordene Mann am Klavier „L’amour est bleu“ von Vicky Leandros singt. 1967 war dieser Titel der 4. Platz, 1972 gewann sie schließlich mit „Après toi“. Auf der Bühne trifft der Mann sein jüngeres Ich, mit dem er gemeinsam, aber auch noch mit sehr vielen weiteren Fans der größten Musikshow der Welt den Klassiker performt. Schließlich stößt Leandros auch noch selbst hinzu. Das ist zwar alles Playback, was sehr schade ist, gleichzeitig aber ein kitschig-campy Opening, wie wirklich nur der ESC es darf.
Die Show an sich: Erstmalig nach vielen Jahren ein Downgrade
Wer for the very first time beim ESC einschaltet, liest diesen Artikel hier wahrscheinlich sowieso nicht. Aber solltest du diese eine Person sein – bestimmt kriegt dich das Bühnenbild. Wer jedoch immer zuschaut, wird merken, dass zumindest am TV einiges nicht ganz so geil ist wie sonst. Die Main-Stage besteht aus einer riesigen Leinwand in Form eines Blattes. Ein Konzeptpapier, auf dem alles einmal beginnt und Ideen gesammelt werden. Ideen, wie von dem einst in Wien verstorbenen Mozart zum Beispiel. Das Blatt ist Leinwand im Hintergrund, gleichzeitig geht es aber in den Boden der Stage über. Das sieht cool aus, keine Frage. Auch der in Goldfarben geschwungene Bogen, der um die Stage, aber auch um das Publikum im Front-of-Stage-Bereich entlangläuft, hat zunächst einen classy Moment to Shine. Allerdings gehen einige Performances unter. In vielen Einstellungen sieht man neben der Bühne einfach viel zu viel links und rechts oder auch davor. Die Bühne wirkt schlichtweg zu klein für den Raum. Das mag auf einem Konzert super sein, hier kommt es eher lost.
Wesentlich schwerer ins Gewicht fällt aber die ganz besonders im Vergleich zum Vorjahr extrem abfallende Moderation. Dass Victoria Swarovski, die man hierzulande eher bei „Let’s Dance“ verordnet, mal die fähigere Person bei einem Moderatoren-Duo ist, hätte man auch nicht gedacht. Michael Ostrowski, österreichischer Schauspieler, an ihrer Seite ist ein Totalausfall. Albern, gleichzeitig sehr unlustig und unfähig. Generell wirken sämtliche Blocks der Beiden bieder und krampfig. On top darf man als deutsche*r Zuschauer*in erneut ganz schlimme Kommentare von Thorsten Schorn über sich ergehen lassen, die 2026 sogar noch mehr Abwertung beinhalten. Wirklich Gefallen findet er anscheinend an wenig bis gar nichts und hat für jeden auftretenden Act irgendeine üble Bemerkung übrig. Not my Kommentator!
Nicht zuletzt sind auch die Postcards, also die kurzen Vorstellungsfilme direkt vor dem Auftritt, seltsam. Zu viel KI-Technik und Special Effects, zu wenig Klarheit. Einen wirklich guten Bezug zwischen Artist, Österreich, Herkunftsland und Zuschauer*in kann man hier leider nicht herstellen.
High- & Lowlights
Das Wichtigste sind und bleiben selbstredend die Performances. Und auch die sind… mittelmäßig! Irgendwie springt der Funke im ersten Semi äußerst selten über. Als klare Sieger*innen gehen wohl Finnland und Griechenland aus dem Abend. Finnland, das mit der weltweit bekannten Violinistin Linda Lampenius und dem finnischen Popstar Pete Parkkonen besetzt ist, gilt seit Wochen in sämtlichen Wettbüros als absoluter Topfavorit. Der Auftritt zu „Liekinheitin“ (auf Deutsch: Flammenwerfer) ist in allen Punkten sehr rund. Die Geige darf sogar live gespielt werden. Ja, dazu gibt es auch viele Aufreger, weil bekanntlich Instrumente eigentlich alle vom Band kommen. Aber auch hierbei scheint es stets Möglichkeiten für Ausnahmen zu geben. Wie auch immer: Cooles Violinspiel, eine brennende Bühne, ein Beichtstuhl, eine dramatische Melodie und solider Gesang. Das kann man so machen.
Griechenland setzt weniger auf Gesang. Sowieso ist der Song „Ferto“ (Deutsch: Bring es) von Akylas das Unspannendste an dem gesamten Ding. Dafür knallt die Inszenierung aber 100 Prozent. Mit einem wilden Kostüm, das an Tigger von Winnie Puuh erinnert, springt der Künstler durch Videospielwelten, fährt Roller über den langen Laufsteg der Stage und sorgt einfach alle paar Sekunden für ein weiteres wildes Bild. Das macht musikalisch zwar wenig her, aber entertaint hervorragend. Auch Moldau mit seinem „Wir feiern uns einfach mal selbst“-Stomper „Viva, Moldova“ von Satoshi hat als Opening-Act alles richtig gemacht und darf in der nächsten Runde nochmal für Fun sorgen.
Schweden ist mit sieben Siegen neben Irland weiterhin Platz 1 der Bestenliste und haut mit „My System“ und Felicia ordentlich auf die Kacke. Leider ist der Gesang im Semi etwas flat, da muss im Finale auf jeden Fall sicherer angesetzt werden. Trotzdem ballert einem der dröhnende EDM-Sound gut durch die Ohren. Dass solche Dancesounds aber, egal wie ambitioniert sie sein mögen, nicht immer ankommen, zeigt das erneute Ausscheiden von Montenegro. Trotz guter Kritiken in der Fan-Gemeinschaft ist „Nova Zora“ von Tamara Živković nicht weitergekommen. Das ist hart und wirklich gar nicht nachvollziehbar.
Gesanglich volle Punktzahl gibt es für Polen. Alicja und ihr „Pray“ gelten als eines der stärksten Vocalperformances in diesem Jahr, und enttäuscht hat sie auch gar keine Sekunde. Lediglich das Lied an sich ist wenig zeitgemäß und wirkt wie ein schlechtes Beyoncé-Abziehbild von vor einer Dekade. Portugal lässt sich vom Hyperpop nie beirren und hat mit „Rosa“ und den Bandidos do Cante wieder einmal portugiesische Folkore. Das ist ab und zu mal genau das, was alle wollen – schließlich gewann Salvador Sobral für Portugal 2017 mit einer Jazz-Pianoballade – 2026 aber anscheinend so gar nicht en vogue und muss nach Hause fahren. Belgien ist der Gegenentwurf: „Dancing On The Ice“ ist eine aufwändige und spannende Produktion, jedoch ist der Song nicht reproduzierbar. Live klingt Essyla schlechter als im Studio – die Bühnenshow, bei der es schneit, hat es offensichtlich aber für die Menschen an den Bildschirmen irgendwie gerettet. Wahrscheinlich war das der zehnte Platz im Ranking und der ganz knappe Durchkommer.
Wir erinnern uns alle an den Hexenkult rund um Irland 2024 und an das mystische Ritual von Lettland in 2025 – das kombiniert kommt in dieser Saison von Kroatien. „Andromeda“ von Lelek lässt eine Sängerin gar über den anderen schweben. Das gibt spooky Gänsehaut und mit Recht ein Ticket für die letzte Runde. Leider darf Litauen ebenso nochmal ran: Mit „Soló quiero más“ von Lion Ceccah erwartet einen ein Drei-Sprachen-Mix von einem silbernen Blue… äh Silver-Man-Group-Mitglied, dazu aber auch eine ganze Ladung an falschen Tönen. Dann eindeutig lieber Portugal oder Montenegro.
Authentischer Death Metal mit viel Shouting ist nicht zum ersten Mal beim Eurovision dabei. Aber Lavina aus Serbien ziehen mit „Kraj mene“ (Deutsch: Neben mir) richtig durch und sind der nächste Beitrag für ein kleines bisschen Horrorshow. Stark. Rock-Pop wiederum ist für den Mainstream 2026 zu weichgespült: Trotz Promi-Bonus können Vanilla Ninja für Estland – 21 Jahre nach ihrem Mitmachen beim Wettbewerb für die Schweiz, als sie einen 8. Platz erreichten – mit „Too Epic To Be True“ aufgrund ihrer Basis-Konzert-Inszenierung und ein bisschen Feuerwerk zu E-Gitarren nichts reißen. Auch das ist ein Aus.
Ob er nun schockiert war oder sich eigentlich darüber amüsierte, dass er für quasi gar keinen Aufwand sehr viel Geld wohl bekommt, konnte man Boy George final nicht ablesen. Der Ex-Sänger von Culture Club („Karma Chameleon“, „Do You Really Want To Hurt Me“) wäre Ende der 80s ein Spektakel im Wettbewerb gewesen. Heute ist er zwar weiterhin eine Gay-Ikone, aber mit vier gesprochenen Zeilen bei der San-Marino-Anwärterin Senhit leider ein Feature-Fail. Ihr „Superstar“ ist ungefähr so, wie eine deutsche TV-Show, in der das Wort „Superstar“ ebenfalls im Titel vorkommt – auserzählt und dreimal überrundet worden. Dass die georgische Band Bzikebi für ihr Land bereits den Junior Eurovision Song Contest gewinnen konnte, ist zwar durchaus erwähnenswert, allerdings durfte man mit so viel Bühnenerfahrung sehr viel mehr erwarten. Seit 2008 treten sie zusammen auf. Hat man leider nicht gemerkt. Der interessante Song „On Replay“ fiel dank hingerotzter Choreo gnadenlos durch.
Und wie schnitt nun das Land ab, um das sich leider seit Monaten so viel Rummel dreht? Mittelmäßig. So wie der Durchschnitt aller Showelemente. Noam Bettan hat mit „Michelle“ einen schönen, sommerlichen Track am Start. Jedoch wirkt das Bühnenbild des israelischen Beitrags mit einem glitzernden Diamanten, in dem sich der Sänger und seine Tänzer*innen befinden, ungewöhnlich cheep. Direkt zu Beginn hört man Buhrufe und laut die Worte „Stop the Genozide“. Den Medien kann man wenige Stunden später entnehmen, dass vier Menschen deswegen aus der Halle geworfen wurden. Am Weiterkommen hat das nichts geändert. Allerdings wäre es schon schön, wenn Israel am Samstag nicht wieder mit absurd hohen Zahlen das Televoting gewinnt, denn dieser Auftritt ist es absolut nicht wert.
Die bereits Qualifizierten & Honorable Mentions
Bereits zum dritten Mal dürfen die bereits fürs Finale qualifizierten Länder auch in den Semis auftreten. Da wegen des Rücktretens von Spanien in diesem Jahr nur fünf Nationen fix dabei sind, treten im ersten Semi 2026 überschaubare zwei auf. Italien hat mit „Per sempre si“ von Sal Da Vinci eine absolute 80s-Trash-Nummer, die qualitativ für Italien so krass underperformed, dass man irritiert ist. Ironisch-gut finden kann man es dennoch.
Die größte Überraschung für unsereiner ist allerdings Deutschland: Sarah Engels musste sich für ihren generischen Latin-Pop „Fire“ im Vorfeld so einiges anhören. Dass aber gerade ihre Inszenierung die umfangreichste und durchgestylteste seit Lena 2011 ist, ist eine Ansage. Feuereffekte ohne Ende, Dance-Break, ein Fallenlassen vom Podest, um auf Hände getragen zu werden und Powerhouse-Vocals, die im Semi noch nicht ganz on fleek sind, aber Samstag dank Adrenalin einschränkungsfrei kicken werden. Ja, darauf darf man sich freuen, denn das wird definitiv auf der linken Tabellenhälfte landen. Sarah, go for it!
Und weil wir 2025 so liebten: Warum muss denn auch 2026 der Überbrückungsblock ähnliche Inhalte zeigen? Sehr stark ist die Akrobatik-Einlage von Zurcaroh, sehr schlecht dafür die fast 1:1-Kopie von „Made in Switzerland“, bei der 2026 Austria und Australien miteinander verglichen werden. Als Sidekick gibt es den australischen Künstler des letzten Jahres, Go-Jo. Nee, das ist alles wirklich ziemlich unangenehm. Wirklich.
Drücken wir die Daumen für das 2. Semi. Insgesamt dürfte es dort mehr Acts geben, die für intensive ESC-Stimmung sorgen, sodass dann der türkisfarbene Teppich, über den die Stars vor wenigen Tagen einliefen, auch für die Atmo am großen Finalsamstag ausgerollt wird und so sämtliche ESC-Herzen erreicht. Stay tuned.
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Hier nochmal unser Favorit des Abends – Linda Lampenius x Pete Parkkonen aus Finnland:
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