Karnivool sind zurück! Mit „IN VERSES“ gab es im Februar das erste Album seit 2013. Richtig gelesen, seit 2013. 13 Jahre ist es her seit mit „Asymmetry“ die letzte Platte der australischen Alternative-Rock/Progressive-Metal-Band erschienen ist. Die letzten Liveshows sind nicht ganz so lange her: 2023 hat es Karnivool noch einmal auf Tour verschlagen mit einigen Stationen in Deutschland. Aber auch bezüglich Tourneen haben Karnivool, im Vergleich zu anderen Bands, ungewöhnlich lange pausiert: Zwischen 2015 und 2022 gab es keine einzige Show auf europäischem Boden, generell spielte die Band kaum Shows außerhalb von Australien.
Auch wenn die Fans wissen, dass sich die Band immer sehr viel Zeit nimmt für neue Musik wurde es nun wieder Zeit. Nicht nur der erste Vorbote des Albums „All It Takes“, der – kein Scherz – bereits vor 5 Jahren erschienen ist, sondern auch das gesamte Album wissen wieder einmal zu gefallen. Nach aktuellem Stand der Dinge, ist eine Platzierung auf den vorderen Plätzen meiner Jahrescharts möglich.
Zu Beginn: Probleme mit dem Sound
Mit dem grandiosen neuen Album im Gepäck schlugen Karnivool nun endlich im Kölner Carlswerk Victoria auf. Was sollte nun also noch schief gehen? Leider zu Beginn der Sound. Bereits der Opener „Ghost“ ging leider etwas im Soundmatsch unter. Danach wurde es zunächst besser, spätestens beim zweiten Song „Simple Boy“ klang vieles schon deutlich sauberer. Zum Glück, denn der Eröffnungssong des hochgelobten Albums „Sound Awake“, das bis heute in der Progressive Metal-Szene zu einem absoluten Klassiker gehört, gehört sicherlich zu den Fan-Favoriten. Soweit eigentlich nichts Ungewöhnliches – gerade zu Beginn eines Konzerts dauert es manchmal einfach einen Moment, bis am FOH alles perfekt eingestellt ist.
Überraschenderweise verschlechterte sich der Sound nach „Simple Boy“ jedoch zunächst wieder. Zeitweise war es schwierig, die einzelnen Instrumente sauber voneinander zu unterscheiden, dazu wirkte der Gesang etwas zu leise. Gerade bei einer Band wie Karnivool, deren Musik von komplexen Rhythmen, intensivem Schlagzeugspiel und detailreichen Gitarren- und Bassarrangements lebt, fällt das natürlich besonders auf. Genau diese Komplexität stellt Soundtechniker vor eine herausfordernde Aufgabe, so dass man durchaus Verständnis aufbringen kann. Nichtsdestotrotz ist es für die Fans natürlich schade. Spätestens ab der Mitte des Sets wurde der Sound dann immer besser, der Sound war druckvoll und klar.
Emotionale Fans gerade bei den alten Karnivool-Songs
Ähnlich wie beim Sound verhielt sich auch die Stimmungskurve beim Publikum. Waren die meisten anfangs noch relativ zurückhaltend, kam spätestens mit dem anfangs bereits erwähnten „All It Takes“, insbesondere aber mit dem Doppel vom Debütalbum „Themata“ und „Roquefort“ richtig Stimmung auf. Diese Karnivool-Songs sind mehr als 20 Jahre alt und sind wirklich kein bisschen angestaubt. Karnivool haben es wirklich perfektioniert ihren eigenen Sound zu erschaffen, der über Jahrzehnte trägt und dabei dennoch nicht langweilt. Die Musik ist komplex, aber nicht „auf Teufel komm raus“ komplex. Sondern, weil es das erst richtig spannend macht. Weil man auch beim siebzigsten Durchlauf noch eine Besonderheit findet. Weil man live Songs entdeckt, die bisher auf Platte gar nicht ins Auge gesprungen sind.
Richtig emotional wurde es dann – natürlich – mit „New Day“, denn hier kann wirklich jede und jeder mitsingen. Im Mittelpunkt stand am Abend ausschließlich die Musik, Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum gab es nur dosiert. Was Karnivool aber mitgebracht haben, war eine stimmige Lichtshow, die ihre Songs auch optisch gelungen in Szene setzte. Mal wurde mit Lasern gearbeitet, mal waren es eher zurückhaltende Spots auf der Bühne, die insbesondere die ruhigeren Momente in Szene setzen.
Nach 12 Songs holten sich Karnivool zunächst ihren Applaus vom Publikum ab, um dann noch einmal für eine Zugabe zurück zu kommen. Mit „Opal“ und „Salva“ folgten weitere zwei Songs des im Februar veröffentlichten Studioalbums, das natürlich bei dieser Tour im Fokus steht. „Opal“ ist wieder einmal der Beweis, dass Karnivool einfach wahnsinnig schöne und dennoch intensive Songs schreiben können. Unterm Strich konnten die Fans in Köln zufrieden nach Hause gehen. Karnivool haben eindrucksvoll bewiesen, dass es sich manchmal auch lohnt sehr lange auf den nächsten Gig seiner Lieblingsband zu warten. 13 Jahre bis zum nächsten Album müssen es dann aber nicht unbedingt wieder sein.
Weitere Termine:
05.05.2026 München, Backstage
07.05.2026 Wien, Simm City
08.05.2026 Mailand, Live Club Trezzo Sull’Adda
09.05.2026 Winterthur, Salzhaus
10.05.2026 Lyon, La Rayonne
12.05.2026 Paris, Bataclan
14.05.2026 London, Roundhouse
15.05.2026 Manchester, Academy
So hört sich das an:
Beitragsbild von Melvin Klein.
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