Der Popsalon in Osnabrück ist jedes Jahr wieder diese eine fantastische Möglichkeit, um sich durch die verschiedensten Venues treiben zu lassen und neue Lieblingsbands zu entdecken. Aber ab und zu braucht es eben auch die bekannten Gesichter, um das Ganze ordentlich einzuläuten. In diesem Jahr durfte Drangsal den Mittwochabend übernehmen – quasi als exklusives Warm-up und einzige Show des Tages. Die Truppe aus Berlin macht ihren eigenen Mix aus Indie, Rock, Pop und auch ganz leichten Schlager-Momenten. Aber eben in der Art, die wirklich Spaß macht.
Ganz ohne Vorband ging es direkt rein in den Abend. Wer Max Gruber und Co. schon länger auf dem Schirm hat, weiß, wie sehr sich das Projekt entwickelt hat. Ich erinnere mich noch an 2016 beim Pfingst Open Air in Essen: Damals war alles noch komplett auf Englisch. Heute gibt es einen Mix, bei dem die deutschen Texte deutlich überwiegen, so wie auch auf der aktuellen Platte „Aus keiner meiner Brücken die in Asche liegen ist je ein Phönix emporgestiegen“. Eines wurde in Osnabrück schnell klar: Drangsal auf Platte ist eine Sache, Drangsal live eine ganz andere. Es ist ungeschliffener, ehrlicher und manchmal herrlich unvorhersehbar.
Richtig sympathisch wurde es zur Mitte des Sets. Statt starrer Setlist gab es eine kleine Feedback-Runde. Und ja, in Osnabrück meldet man sich dafür ordentlich per Handzeichen, wie man das früher in der Schule gelernt hat. Auf Zuruf gab es dann spontan „Zur blauen Stunde“, „Jedem das Meine“ und „Do the Dominance“. Der Wunsch nach dem Cover von „1000 und 1 Nacht“ musste allerdings schweren Herzens abgelehnt werden – dafür war schlicht die falsche Gitarre eingepackt. Kann man nichts machen, schön war es trotzdem.
Zum Ende hin haben sie dann doch noch mal einen Gang hochgeschaltet. Spätestens bei „Turmbau zu Babel“ wurde es ordentlich laut im Saal und die Leute sind gut mitgegangen. Ein rundum schöner Abend und ein absolut gelungener Auftakt für das restliche Popsalon-Festival.
Und so hört sich das an:
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Fotos von Marie H. / @marie_.fotografie
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