Austrofred, Münchner Lach- und Schießgesellschaft, 07.05.2026

Austrofred in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft

„Der Austrofred ist gut“, wusste das fachkundige Publikum bereits vor Beginn der Veranstaltung und stellte fest, dass zu wenig Werbung gemacht worden sei. Anders ließen sich einige freigebliebene Plätze im FatCat, der Zwischennutzung des alten Gasteigs, in dem auch die Münchner Lach- und Schießgesellschaft ihr Zuhause gefunden hat, nicht erklären. Dass der Abend dann zunächst mit einem schlechten Gewissen vonseiten des Künstlers begann, lag aber weniger an den freien Plätzen, sondern daran, dass die Ankündigung als „Premiere“ an diesem Abend nicht ganz richtig war. Vielmehr war „Greatest Hits – Latest Hits“ zwar eine neue Bezeichnung, schloss aber an die bereits zuvor im Vereinsheim gestartete „Work in Progress“-Reihe an.

Geschenkt, Herr Fred! Was darüber hinaus nicht hieß, dass es hier nicht die eine oder andere Premiere geben könnte. Zunächst einmal aber begann der Abend in bester Austrofred-Manier mit Texten und Musik im Wechsel, eröffnet mit einer Auswahl aus Texten seiner beliebten Rubrik „Frag den Fred“, teilweise aus dem Buch „Die fitten Jahre sind vorbei“. Hier gab es allerhand zu erfahren. Zum Beispiel über die Karriere des Austrofred als Grillmeister, warum man beim Bühnenoutfit gar nicht genug in die Vollen gehen kann und was eine junge Festivalbesucherin beim Outfit am besten in Sachen Schmuck beachten sollte – gerade auch, wenn es um das Thema Flirten geht. Ohne viel zu spoilern: Der beste Schmuck sei an dieser Stelle das Bier, das der männliche Gegenpart getrunken habe.

Musikalisch war dieser erste Part des Sets vor allem überraschend, da es gleich zwei neue Stücke aus dem kommenden Album gab, das mit Kurt Razelli entstanden ist und auf den 2022er-Knaller „Life is Laff“ folgt. Künstlerisch hochwertig aufbereitet konnte man die „Westbahn“ in dem dazugehörigen Text nachverfolgen, natürlich ergänzt um Austrofred-Anekdoten. Zudem hat sich der Künstler Gedanken gemacht, wie er die ländliche Jugend musikalisch abholen kann, um in seiner sich selbst zugedichteten Genialität (die freilich nicht aus der Luft gegriffen ist) ein Stück wie „Ich hau mit dem Hammer auf a Eisenstang“ rauszuhauen. Ein Smash-Hit vor der Pause, wenn man so will.

Austrofred in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft

Nach der Pause sollte es dann auch tatsächlich so weit sein: eine echte Weltpremiere! Da der Austrofred gerne auf mehreren Hochzeiten tanzt, ist nicht nur das neue Album gemeinsam mit seinem Spezl Kurt Razelli in der Mache, sondern auch ein neues Buch – samt Beatles-Referenz. Titel: „I am the Walraff“. Auch hier wieder möglichst ohne großen Spoiler-Alarm (was in einer Kombination aus Begeisterung und der sich vom Autor dieser Zeilen selbst auferlegten Chronistenpflicht nicht immer leicht fällt): Nach einem Intro über die graue Vorzeit, in dem ein Judas Spotifus einen armen Fischhändler um einen Großteil von dessen Tantiemen brachte, schilderte Austrofred eindringlich, wie er undercover zu einem Vorstellungsgespräch in die Zentrale des Branchenriesen Spotify aufbrach.

Nach diesem Highlight folgte vor allem ein Griff in die Klassiker-Kiste, die dem Teil „Greatest Hits“ im Titel der heutigen Veranstaltung entsprach. Sei es „An Macho hoit nix auf“ (zur Melodie von Queens „Don’t Stop Me Now“) oder einer der Hits von „Life is Laff“ in Form von „Bottle“: Die Stimmung hatte ihren Höhepunkt erreicht, und so war auch klar, dass ohne Zugabe heute nichts gehen sollte. Gut, dass Austrofred noch den „Märchenprinz“ („Bohemian Rhapsody“) und „Schifoan“ („We Will Rock You“) im Gepäck hatte – letzteres inklusive entsprechender Showeinlage.

Ein gelungener Abend mit Austrofred, der anschließend auch noch einiges am Merchstand zu tun hatte. Verdientermaßen! Man darf sich schon jetzt auf die Fortsetzung der „Work in Progress“-Reihe im September im Vereinsheim freuen.

Und so hört sich das an:

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Die Rechte an den Bildern liegen bei Marius Meyer.

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