Gregor Hägele, Live Music Hall Köln, 23.05.2026

Gregor Hägele, Live Music Hall, 23.05.26

Erst vor zwei Wochen hat Gregor Hägele mit „Testphase Liebe“ sein zweites Studioalbum herausgebracht. Und das ohne Zusammenarbeit mit einer Plattenfirma. Angefangen bei The Voice Of Germany im Jahr 2017 kann der Singer-Songwriter bereits jetzt auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken, die vor allem durch seine starke Stimme und seine Bühnenpräsenz heraussticht. Mit eben dieser beehrte er auch die Live Music Hall in Köln und begeisterte zweieinhalb Stunden lang seine Fans.

Von Minute eins an überzeugte er dabei mit einer gigantischen Energie, die den gesamten Abend über nicht abriss. Gregor selbst präsentierte sich als äußerst sympathisch und machte die Bühne zu seiner. Auch seine Band schien sichtlich Spaß an dem Auftritt zu haben. Die Liebe zur Musik war in jedem Ton zu spüren, die Arrangements rund um die Songs große Klasse.

All das übertrug sich auch auf die Fans, die sich nicht selten in den Armen lagen, Tränen vergossen und emotional vollkommen in den Songs aufgingen. Bei Up-Beat-Nummern wie „Sophie“ zeigten sie sich wiederum textsicher und ausgesprochen tanzfreudig. Auch viele Kinder waren beim Konzert dabei. Sie bewiesen an einigen Stellen mehr Textsicherheit als so mancher Erwachsener. Dass die Live Music Hall an diesem Abend nicht ausverkauft war, blieb dabei vollkommen unbemerkt, weil das Publikum von Beginn an mitging und ständig in Bewegung blieb.

Die Setlist enthielt eine bunte Mischung aus Gregors Repertoire, wobei besonders die neuen Songs von „Testphase Liebe“ glänzten. Auch showtechnisch wurde einiges geboten. So sang Gregor mitten in der Menge mit einigen Fans und holte gegen Ende sogar ein kleines Mädchen auf die Bühne, das dort „Mama hatte immer recht“ performen durfte. Zudem ließ er das Publikum den Satz „Ich hab’s gut, ich hab’ dich“ an ihre Liebsten schicken und ermöglichte einigen Fans später, die Antworten vorzulesen.

Zeitweise wirkte das Ganze etwas durchchoreografiert. Wenig überraschend nach so vielen gespielten Shows. Als Gregor etwa scheinbar zufällig auf Sängerin Revelle im Publikum traf und daraufhin gemeinsam mit ihr „Dass Liebe schön sein kann“ performte, wirkte der Moment keineswegs spontan. Dem Song tat das jedoch keinen Abbruch. Auch der gemeinsame Auftritt mit Romero zum Song „Wie Liebe geht“ sorgte für ordentlich Stimmung in der Halle.

Ein besonderes Highlight war Gregors Akustik-Set auf einer kleinen Bühne mitten im Publikum. Besonders in Erinnerung blieben dabei „Ping Pong“, bei dem der Sänger sich mithilfe von Tischtennisbällen selbst musikalisch begleitete, sowie „Kamera“. Hier präsentierte der Musiker nicht nur seine emotionale Seite, sondern bezog das Publikum erneut in die Performance mit ein.

Mit „Mama hatte immer recht“ und „Ich hab’s gut, ich hab’ dich“ beendete der Sänger nach gut zweieinhalb Stunden seine Show und hinterließ zahlreiche strahlende Gesichter. Gregor Hägele präsentierte nicht nur das Beste aus seiner bisherigen musikalischen Laufbahn, sondern zeigte zugleich, dass ein Konzert nicht zwangsläufig nach einer Stunde vorbei sein muss. Die Liebe zur Musik stand den ganzen Abend über im Vordergrund, ein schöner und zugleich auch inspirierender Anblick. Auch abseits der eingeschworenen Fangemeinde dürfte die Energie des Abends Eindruck hinterlassen haben.

Und so hört sich das an:

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