Matt Maeson, Club Volta Kökn, 15.10.2026

matt maeson köln

Nach einer recht langen musikalischen Sommerpause geht für mich endlich die herbstliche Konzertsaison los, pünktlich zu meinem einjährigen Jubiläum bei minutenmusik.

Mein Konzertjahr war bisher vor allem von beeindruckenden Performances starker Sängerinnen geprägt: unter anderem Florence + the Machine, Rosalía, Freya Ridings. Am Donnerstagabend stand endlich wieder ein männlicher Künstler auf meinem Konzertplan. Und Matt Maeson sollte mich nicht enttäuschen.

Nachdem der US-amerikanische Singer-Songwriter seine ursprünglich für Februar geplante Tour krankheitsbedingt verschieben musste (später mehr dazu), stand er nun am 15. Oktober im Club Volta mit seiner Watch My Step Tour auf der Bühne. Köln war damit nicht nur der letzte Stopp in Deutschland, sondern der gesamten Europatour.

Den Anfang macht zunächst Zachary Stein aka Steinza, der aus dem Club sehr schnell ein gemütliches Wohnzimmerkonzert unter Freunden gezaubert hat. Mit seiner sympathischen und ausgesprochen humorvollen Art sorgt er zwischen den Songs immer wieder für Lacher und schafft eine angenehm vertraute Atmosphäre, die vom herzlichen und lauten Applaus des Publikums am Ende seines Sets nochmal bestätigt wird.

An diesen intimen Rahmen knüpft Matt Maesons Auftritt nahtlos an. Ein Scheinwerfer, ein Piano und er selbst, mehr braucht es erstmal nicht, um eine sanfte und nachdenkliche Atmosphäre zu schaffen.

Seine raue, stellenweise brüchige Stimme verleiht Songs wie „Halfway To Whole“ und „Everlasting“ eine unmittelbare Emotionalität. Das sind auch die Momente, in denen es mucksmäuschenstill wird. Da hört das Publikum einfach nur zu, beinahe ehrfürchtig. Denn Maesons Songs erzählen von den Höhen und Tiefen eines bewegten Lebens, die er zwischen den Songs immer wieder mit uns teil.

Wie wuchtig seine samtige Stimme von einem Augenblick auf den anderen werden kann, zeigt der Sänger spätestens bei seinen Klassikern „Cringe“, „Downstairs“ und „Hallucinogenics“. Ich bin an diesem Abend jedenfalls froh über meine Ohrstöpsel, denn Maeson singt mit Leib und Seele (und Power).

Der Abend lebt vom spannenden Wechselspiel aus ruhigen Momenten am Klavier und an der Akustik-Gitarre und kraftvollen Passagen. Verletzlichkeit trifft auf Intensität, leise Töne auf explosive Ausbrüche und intime Momente auf druckvolle Alternative-Rock-Passagen an der E-Gitarre. Seine Musik muss nicht permanent laut sein, um unter die Haut zu gehen. Genau von solchen Gegensätzen lebt Maesons Musik.

Zwischen den Songs wirkt der Sänger angenehm bodenständig und sorgt mit lockeren Sprüchen und viel Humor (die Geschichte, wie er sich die Hand gebrochen hat und deshalb seine Tour verschieben musste sorgte für viele Lacher: Er hatte zu viel Cold-Brew-Konzentrat getrunken und sich etwas zu hart die Hand aufs Knie geschlagen) für eine entspannte Stimmung. Dieses Gefühl verstärkt sich, als Steinza für zwei gemeinsame Songs zurück auf die Bühne kommt. Die beiden Musiker harmonieren nicht nur wunderbar miteinander, ihr gemeinsamer Auftritt fühlt sich wie eine Jam-Session unter Kumpels an.

Ist Matt Maeson damit mein neues Konzert-Highlight 2026? Ganz geschafft hat er es nicht. Eine beeindruckende Stimme, jede Menge Gefühl und eine äußerst sympathische Bühnenpräsenz bringt er aber definitiv mit.

Und so geht mein Konzertjahr nach der Sommerpause genauso stark weiter, wie es aufgehört hat.

Und so hört es sich an:

 

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Beitragsbild von Jasmine

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