Maxïmo Park, Live Music Hall Köln, 25.09.2017

Maxïmo Park, Live Music Hall Koeln, 25.09.2017

Schon einige Zeit ist es her, seitdem wir Maxïmo Park das letzte Mal live sehen konnten. Damals strotzten Sänger Paul Smith und Keyboarder Lukas Wooller nur so vor Energie und hüpften und tanzten über die Bühne als spielen sie gerade die letzte Show ihrer Karriere. Seitdem sind zwei Alben erschienen – eines mit starkem 80er- und Dance-Einschlag und eines, das teils sogar an die guten alten Zeiten erinnern konnte. Mit letzterem, dem im April erschienenen „Risk To Exist“, kehrte man nun zurück nach Deutschland – tatsächlich auch in dieselbe Halle, in der wir die Briten schon damals vor fast fünf Jahren sehen konnten. Deshalb ergriffen wir die Chance beim Schopf und schauten mal, wie sich Maxïmo Park denn so im Jahr 2017 machen.

Auch das Publikum des Quintettes schien gealtert zu sein. Zumindest war dies unser erster Eindruck, als wir die sich erst sehr langsam füllende Live Music Hall im stagnierenden Kölner Szene-Viertel Ehrenfeld betraten. Gefeiert und getanzt wurde trotzdem ausgelassen. Aufwärmen durfte die dann doch gut gefüllte Halle erst einmal das Indie-Pop-Trio Flawes, das Synthie-lastigen Indie-Pop präsentierte, der jedoch auch durch das ein oder andere Gitarrensolo und clevere Drum-Parts glänzen konnte. So wirklich zum Bewegen überreden ließ sich das Kölner Publikum jedoch noch nicht.

Spätestens als Maxïmo Park-Anführer Paul Smith dann gegen 21 Uhr die Bühne stürmte, wurden aber auch die Muskeln der Menge und nicht nur die der Musiker auf der Bühne in Anspruch genommen und man gab sich dem tanzbaren Indie der Briten hin. Die nächsten 85 Minuten bewiesen Smith und co, dass sie noch immer genauso charismatisch und tanzlustig sind, wie vor einigen Jahren. Kaum drei Songs dauerte es, bis der Frontmann, mit stylischem Hemd und Melone bekleidet, zum ersten seiner legendären Sprünge ansetzte. Alt geworden ist man also noch nicht! Einzig Keyboarder Wooller schien diesmal ein wenig eingeschlafen, hatte aber zu Beginn auch mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Vielleicht hatte das seine Laune ja gedämpft.

Smith, der bei dem größten Teil der Show merklich im Vordergrund stand, überraschte vor allem auch durch den ein oder anderen humorvollen Spruch, mit dem er aktuelle Geschehnisse kommentierte. So hieß es beispielsweise man würde Alternative-Rock spielen. Leider müsse man sich aber ja nun einen neuen Namen für seine Musik suchen. Der Begriff „alternative“ sei nach der Wahl am Vortag ja ein wenig schlecht belegt. An Humor und Charisma fehlt es dem extravaganten Herren in jedem Fall nicht.

Maxïmo Park konnten in der Live Music Hall unter Beweis stellen, dass sie noch immer genug Energie in sich haben, um ihren Songs in der Live-Situation den nötigen Bums zu verleihen. Neben den ganz alten Klassikern, fuhren vor allem die ganz neuen Lieder, gleich sieben Stück präsentierte man, ähnliche Groves und Stimmungen auf. Man kann es also noch immer.

Und so hört sich das mittlerweile an:

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Maxïmo Park live 2017:

28.09. – Backstage Werk, München
29.09. – Huxley’s Neue Welt, Berlin
30.09. – Kulturzentrum Schlachthof, Wiesbaden
01.10. – Jovel Music Hall, Münster

Foto von Jonas Horn.

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